Nach einem tollen Saisonstart besuchte der Wurm den SV Mattersburg und bleibt auch weiterhin dort. In fünf Runden errang Franz Lederer mit seinem Team... Psychologisch starke Bullen – Salzburg besiegt den Angstgegner

Nach einem tollen Saisonstart besuchte der Wurm den SV Mattersburg und bleibt auch weiterhin dort. In fünf Runden errang Franz Lederer mit seinem Team nur einen Punkt, diesen bei den Nachbarn aus Wiener Neustadt. Red Bull Salzburg wiederum findet mit dem dritten Sieg in Folge wieder gänzlich in die Spur – auch weil das Team bei einem Vorsprung dran bleiben kann.

Geringfügige Umstellungen beim Meister

Drei-Millionen-Mann Kevin Kampl fehlte aus privaten Gründen, die Verbindungsläufer bildeten diesmal Christoph Leitgeb und Valon Berisha. Der junge Norweger wanderte in der Grundformation mehr in die Tiefe. Ansonsten überraschte vielleicht, dass Youngster Martin Hinteregger weiterhin auf der Sechs spielte. Franz Lederer wiederum konnte mit Martin Rodler wieder auf einen zweiten echten Innenverteidiger zurück greifen, Lukas Rath auf seine angestammte Position links hinten zurückkehren. In der Vorwoche musste er in die Mitte einrücken. Statt dem Außenbahnduo Mörz/Röcher setzte Lederer des Weiteren auf Legionär Wilfried Domoraud und Alois Höller, Spieler, die zu dem erwarteten Konterspiel passten.

Burgenländische Stärke konnte nicht ausgespielt werden

Gegen den SVM wird es schwieriger, je länger das Spiel torlos ist. Doch bereits in der fünften Minute holte Rückkehrer Rodler Berisha nach einem schnellen Antritt des Norwegers diesen von den Beinen. Jonathan Soriano verwandelte den Elfer zum Führungstreffer für die Gäste.  Dieser musste doppelt ausgeführt werden, doch im Gegensatz zum Spiel gegen Rapid Wien, als er das Leder in die Wolken jagte, verwandelte er beide sicher. Gegen Mitte der ersten Halbzeit hatten sich die Hausherren vom Schock erholt, kamen zu vor allem über Standards vor das Tor. In der 29. Minute hätte Soriano dann nach einer tollen Vorlage von Harvard Nielsen auf 2:0 stellen müssen, der Vorlagengeber scheiterte kurz vor dem Pausentee nach einem Solo von Andreas Ulmer und einem Stangelpass an Goalie Thomas Borenitsch.

Turbulente Anfangsphase der zweiten Halbzeit

Die zweite Halbzeit begann ähnlich wie die erste: Sadio Mané tauchte alleine im Strafraum auf, Mravac foulte, Soriano verwandelte den Elfer (51.). In der 57. Minute zeigten die Mattersburger dann das, was Coach Lederer schon früher sehen wollte: Handgestoppte elf Sekunden vergingen von einer Balleroberung in der Verteidigung durch Lukas Rath bis zum Anschlusstreffer. Der Linksverteidiger schnappte sich den Ball und lief seine Seite entlang, über zwei kurze Pässe wurde er wieder eingesetzt. Im Strafraum der Bullen angekommen folgte ein Haken und dann bewies er Übersicht. Er setzte den auf rechts mit gesprinteten Höller klug ein, dieser ließ Alexander Walke keine Chance. Doch die Freude wehrte nur kurz. Nach einem Standard aus dem Halbfeld tauchte Abwehrchef Isaac Vorsah alleine vor Borenitsch auf, traf zum Endstand von 3:1 (60.). Assistgeber war Abwehrkollege Franz Schiemer. Eben jener, Soriano und Nielsen vergaben Chancen auf einen noch deutlicheren Sieg, Mattersburg kam nur noch zu Halbchancen.

Psychologie

Die spielerische Stärke der Bullen manifestierte sich durch zwei Eckpunkte: Einerseits wurde sehr früh angepresst, beide Elfmeter entstanden durch Balleroberungen tief in der gegnerischen Hälfte. Andererseits bleiben die Salzburger nun wieder dran, stecken Rückschläge weg, wie schon in der Vorwoche gegen Sturm Graz. Das war unter Ricardo Moniz nicht immer so. Dazu kommt noch, dass nicht nur die Neuzugänge Mané, Berisha und Nielsen durch Körpertäuschungen und Selbstvorlagen mit damit einhergehenden unerwarteten Laufwegen die gegnerische Abwehr aushebeln können. Auch Leitgeb und Ulmer finden wieder zu alter Stärke zurück, wollen den Jungen um nichts nachstehen. Da hat Roger Schmidt psychologisch ganze Arbeit geleistet.

Eigene Stärken zu wenig ausgespielt

Die Mattersburger wiederum zerstörten sich durch Rodlers Elferfoul nach wenigen Augenblicken früh jede Vorgabe. Besonders bitter für die brav agierenden Burgenländer war der dritte Verlusttreffer, der nach einem Standard fiel. Es wurden im Endeffekt alle Fehler begangen, die eine spielerisch unterlegene Mannschaft nicht machen darf. Das frühe Gegentor resultierte zwar aus einer tollen Aktion Berishas, notwendig war das Foul aber keinesfalls. Konter im Stile des Anschlusstreffers fanden zu selten statt. Das Defensivverhalten im Allgemeinen und bei Standards im Speziellen ist ohnehin eine Grundaufgabe, die von Mattersburg nicht gemeistert wurde. Die gewählte Taktik der Mattersburger – gut stehen und kontern– ging dahingehend nicht auf, weil die eigene Naivität in Form von Martin Rodler dem einen Strich durch die Rechnung machte.

Verdienter Auswärtssieg

Am Ende bleibt, dass Salzburg viel effizienter war. Mit dem frühen Führungstreffer verabsäumte es die Schmidt-Elf zwar, noch vor der Pause nachzulegen, aber die Burgenländer rund um den blass gebliebenen Ilco Naumoski konnten ihre Stärken nicht ausspielen. Die Mattersburger müssen nach der Länderspielpause beweisen, dass sie ins Mittelfeld gehören. „Einfach“ wird es wohl nur in der 13. und 14. Runde daheim gegen Wacker Innsbruck und den WAC. Davor geht es nach Graz, danach folgen Ried, Rapid, Austria und die Admira. Im Gegensatz dazu kann Red Bull sich absetzen. Nach dem Heimspiel gegen den schwer abgewatschten WAC geht es nach Hütteldorf, danach folgen mit dem Heimspiel gegen die Admira und den Partien gegen Neustadt und Innsbruck drei Spiele, in denen es neun Punkte zu holen gilt.

Georg Sander, abseits.at

Georg Sander

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