Im Austrian Soccer Board, Österreichs größtem Fußballforum wurden zum Ende der vergangenen Herbstsaison die Fans nach ihren Benotungen für die Spieler der tipp3-Bundesliga-Klubs gefragt.... Red Bull Salzburg auf dem Prüfstand: Florian Klein als positive Überraschung, Mendes da Silva mit erneutem Rückschritt

Valon Berisha (Red Bull Salzburg)Im Austrian Soccer Board, Österreichs größtem Fußballforum wurden zum Ende der vergangenen Herbstsaison die Fans nach ihren Benotungen für die Spieler der tipp3-Bundesliga-Klubs gefragt. Wir errechneten den Mittelwert und bewerten alle Bundesligakicker, die ausreichend oft zum Einsatz kamen.

Die Bewertungsskala reicht von 1 (sehr schwach) bis 10 (sehr gut).
Bewertet werden nur Spieler, die in den ersten 18 Spielen, also der ersten Saisonhälfte mindestens sechsmal, also in einem Drittel der Spiele auf dem Platz standen. Die von den Fans bestbewerteten Spieler werden zuerst aufgelistet.

8.4 – Florian Klein

Der Ex-Austrianer konnte in seiner ersten Halbsaison bei den Roten Bullen fast restlos überzeugen. Defensiv steht der 26-Jährige sicher und nach vorne sorgt er für Dampf, wodurch er bereits fünf Tore vorbereitete und bei zwei weiteren an der Entstehung beteiligt war. Klein geht nicht selten bis zur Grundlinie und glänzt dann mit guten Flanken und präzisen „tödlichen Pässen“.

8.1 – Valon Berisha

Der junge Norweger schlug in Salzburg sofort voll ein. Mit fünf Treffern und acht Assists benötigt der 19-Jährige nicht mal 100 Minuten pro Torbeteiligung. Berisha spielt dynamisch, technisch anspruchsvoll und verfügt sowohl über einen guten Schuss, als auch über das Auge für seine Mitspieler.

8.0 – Christoph Leitgeb

Erfreulicherweise konnte sich Christoph Leitgeb im Vergleich zur Vorsaison noch einmal steigern und zieht im Mittelfeld der Salzburger umsichtig die Fäden. Zwar hatte der 27-Jährige wieder die eine oder andere schwache Partie dabei, aber als Bindeglied zwischen Defensive und Offensive ist er wegen seines präzisen Passspiels auf hohem Tempo ein wichtiger Akteur für den amtierenden Meister.

7.9 – Franz Schiemer

Der flexible Innenverteidiger spielte eine ausgezeichnete Hinrunde und war sowohl defensiv eine Bank, als auch offensiv gefährlich. Drei Tore und zwei Assists sprechen für die Offensivleistungen des Oberösterreichers.

7.8 – Kevin Kampl

Der slowenische Wirbelwind bestach durch seine Tempodribblings, bei denen er nur schwer vom Ball zu trennen ist. Kampl erzielte zwar noch keinen Treffer für Red Bull Salzburg und bereitete „nur“ zwei vor, war jedoch in der vorherigen Entstehung an sechs weiteren Toren der Bullen beteiligt. Sein großes Potential ist offensichtlich, im zweiten Halbjahr geht es für ihn darum, seine Spielweise weiterhin durchzuziehen, ohne durchschaut zu werden. Es gilt das „Zárate-Syndrom“ zu verhindern.

7.7 – Jonathan Soriano

Der Spanier ist für Salzburg an einigen Ecken ein enorm wichtiger Spieler: Einerseits war er der beste Torschütze des Meisters im Herbst, andererseits glänzt er auch mit Assists und wichtigen Einleitungen von Torchancen aus der Etappe heraus. Allerdings vergibt Jonathan Soriano zu viele Torchancen und muss an seinen Vollstreckerqualitäten arbeiten. 14 Tore sprechen zwar eine deutliche Sprache pro Soriano, aber eigentlich müsste er in der Torschützenliste weniger Rückstand auf Philipp Hosiner haben.

7.4 – Alexander Walke

Ein Typ und ein sicherer Rückhalt für seine Mannschaft, der im Herbst tolle Paraden zeigte und immer wieder in höchster Not rettete. Schnitzer wie bei der 0:2-Heimniederlage gegen Rapid sind zwar selten, aber doch existent.

7.2 – Andreas Ulmer

Ulmer konnte mit seinem geradlinigen Spiel überzeugen und beschränkte sich clever auf seine Qualitäten, ohne sich dabei zu übernehmen. Defensiv agierte er weitgehend souverän, auch wenn er mit einigen Gegenspielern seine Probleme hatte. Offensiv steuerte er immerhin vier Assists bei und leitete ein weiteres Tor mit ein.

6.8 – Isaac Vorsah

Der Ghanaer präsentierte sich bei seinen ersten Auftritten sehr athletisch und robust, bewies, dass er ein ausgezeichneter Zweikämpfer und Kopfballspieler ist. Gelegentlich hat er Unsicherheiten im Stellungsspiel, was etwa zu seiner roten Karten im ersten Spiel für seinen neuen Arbeitgeber führte. Im Gegensatz zu Sekagya, der zuvor auf dieser Position gesetzt war, ist Vorsah aber eine deutliche Verstärkung.

6.7 – Martin Hinteregger

Passsicher und kompromisslos – aber noch ist Martin Hinteregger nicht am Gipfel seines Leistungspotentials angekommen. Der 20-Jährige etabliert sich langsam in der Abwehr der Salzburger, konnte zeitweise auch auf seiner Ausweichposition im defensiven Mittelfeld überzeugen, muss aber im Spielaufbau noch initiativer werden.

6.6 – Sadio Mané

Der junge Senegalese ist ein Instinktfußballer, der oft richtig steht und sehr effizient ist. Acht Tore und zwei Assists in 13 Spielen sind eine klare Ansage, aber auch Mané ist noch lange nicht dort, wo er eigentlich hin kann. Der 20-Jährige ist oft zu überhastet und überschätzt sich in seinen Dribblings. Einerseits ist Mané in der Offensive brandgefährlich, andererseits läuft sein Team aufgrund seiner eigensinnigen Spielweise auch immer wieder Gefahr in Konter zu laufen. Defensiv ist der Linksaußen kaum vorhanden.

6.1 – Georg Teigl

Teigl ist die Art von Joker, die wohl jeder Verein der Liga gerne in seinen Reihen hätte. Wenn der 21-Jährige von der Bank kam, sorgte er fast immer für frischen Wind und belohnte sich mit vier Toren und sechs Assists. Diese Erfolgserlebnisse waren jedoch meist nicht entscheidend für den Spielverlauf und Teigl machte damit hauptsächlich den sprichwörtlichen Sack zu. Wenn er von Beginn an spielte, konnte er hingegen kaum überzeugen.

6.0 – Stefan Hierländer

Nach einem guten Saisonstart verschwand Hierländer in der Versenkung und konnte sich nicht mehr in die erste Mannschaft zurückkämpfen. Die Konkurrenz für den Villacher wurde stärker und es wirkt aktuell nicht so, als hätte der 21-Jährige eine rosige Zukunft in Salzburg.

5.9 – Havard Nielsen

Der Norweger stellte sich mit seinem Hattrick gegen die Admira perfekt in Salzburg vor – doch was danach kam, ist eindeutig ausbaufähig. Der Blondschopf ist zwar technisch solide, aber strahlt im Gegensatz zu einigen anderen Neuverpflichtungen kaum Torgefahr aus. Möglicherweise ist Nielsen aber auch falsch eingesetzt – als Mittelstürmer könnte der Norweger mehr bewegen.

5.8 – Jakob Jantscher

Vom Super-Jantscher der vergangenen Meistersaison war zu Saisonbeginn nicht mehr viel zu sehen. Der Teamspieler, der im Laufe der Saison leihweise zu Dinamo Moskau wechselte, wirkte oft lustlos und verkrampft, schien mit den Gedanken bereits bei einem neuen Verein zu sein.

5.0 – Ibrahim Sekagya

Die Zeit des 32-Jährigen in Salzburg ist nach sechs Saisonen im Begriff abzulaufen. Sekagya, dessen Vertrag ausläuft, hat mittlerweile mit zu starker und breiter Konkurrenz zu kämpfen. Durch die Verpflichtungen von Vorsah und Rodnei wird es für den Mann aus Kampala schwer sich wieder in die erste Elf zu spielen – und zudem gibt es noch Schiemer, Hinteregger und Dibon…

4.7 – Stefan Ilsanker

Der ehemalige Mattersburger stößt im Spiel nach vorne an seine Grenzen. Defensiv spielt Ilsanker, der aus dem Nachwuchs der Salzburger stammt, engagiert und bemüht, gewinnt auch viele Zweikämpfe. Ein Antreiber für das Offensivspiel ist der Salzburger ist der 23-Jährige aber nicht.

4.6 – David Mendes da Silva

Zunächst zeigte der Niederländer gute Leistungen und schien endlich in die Chefrolle hineinzuwachsen, in der ihn nach seiner Verpflichtung viele Beobachter schnell vermuteten. Doch von einer neuerlichen Verletzungspause kam Mendes da Silva schwach zurück und er verabsäumte es Akzente zu setzen. Zudem wirkt er nicht spritzig und schon gar nicht von seiner Aufgabe in Salzburg inspiriert. Die Zeichen stehen auf baldigen Abschied.

4.1 – Stefan Maierhofer

Das Spiel von Red Bull Salzburg veränderte sich unter Trainer Roger Schmidt. Weniger Dynamik, dafür aber mehr Kombinationen und schnelleres Passspiel. In dieses Konzept passte der 202cm-Stürmer natürlich in keiner Weise und so wurde er vom neuen Coach ausgemustert. Nach einem kurzen Rosenkrieg wechselte Maierhofer nach Köln und hinterließ in Salzburg trotz der großen Erfolge aus der Vorsaison kaum weinende Gesichter…

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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