Nachdem im ersten Teil der Verein und der Trainer vorgestellt wurde, sehen wir uns nun die Taktik und den Kader der Franzosen genauer an.... Schnell, technisch stark und torgefährlich – Die Offensivabteilung von Paris Saint-Germain kann sich sehen lassen

Nachdem im ersten Teil der Verein und der Trainer vorgestellt wurde, sehen wir uns nun die Taktik und den Kader der Franzosen genauer an. Besonders die vier Offensivspieler der Franzosen können sich sehen lassen und werden nur schwer unter Kontrolle zu bringen sein.

DIE AUFSTELLUNG

Kombouaré setzt auf ein 4-2-3-1-System, in dem aller Voraussicht nach gleich sechs neue Spieler zum Einsatz kommen werden:

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In der Innenverteidigung könnten Bisevac, bzw. der zuletzt verletzte Sakho statt Neuzugang Lugano spielen. Im defensiven Mittelfeld könnte Chantôme statt Bodmer beginnen.

DER TORMANN

Im Tor der Franzosen steht der 24-jährige Italiener Salvatore Sirigu, der für dreieinhalb Millionen Euro Ablöse seinen Arbeitsplatz von Palermo nach Paris verlegte. Der 1.92m große Torhüter spielte in diversen italienischen Nachwuchs-Nationalmannschaften und hat zudem zwei Länderspiele auf der Visitenkarte stehen, wobei sein letzter Einsatz für Italien bereits knapp drei Jahre zurückliegt. Er bekam damals die Chance, da sowohl Buffon, als auch Marchetti verletzt passen mussten. Gigi Buffon lobte den Keeper und sagte über ihn, dass er sich in dem jungen Torhüter selbst erkenne, denn von der Statur und der Körpersprache sei ihm Sirigu sehr ähnlich.

DIE ABWEHR

Während es in der Innenverteidigung einige Aufstellungsvarianten gibt, sind die beiden Plätze auf den Außenbahnen in festen Händen. Der Brasilianer Marcos Venâncio de Albuquerque, besser bekannt als Ceará wird gegen Red Bull Salzburg als rechter Außenverteidiger auflaufen. Der 31-Jährige, der in der Saison 2007/08 von SC Internacional zu PSG wechselte, absolvierte bisher 120 Meisterschaftspartien für die Franzosen, in denen er einen Treffer erzielte. Ceará weiß sein Leben als Fußballprofi zu schätzen, denn er musste in Brasilien im Alter von sechs Jahren bereits in der Landwirtschaft arbeiten und lebte eine lange Zeit in den Slums.

Links in der Viererkette spielt der 29-jährige Außenverteidiger Siaka Tiéné, der Anfang der vergangenen Saison von Valenciennes nach Paris übersiedelte und sofort Stammspieler wurde. Der 65-fache Nationalspieler der Elfenbeinküste gilt als hartnäckiger Abwehrspieler, den man oft mehrmals überspielen muss, um endgültig an ihm vorbeizukommen.

In der Innenverteidigung ist der 32-jährige Franzose Zoumana Camara gesetzt, der vor etwa zehn Jahren das erste und einzige Mal in der Nationalmannschaft auflaufen durfte. Der Innenverteidiger galt in seiner Jugend als riesiges Talent, wurde allerdings in der Anfangsphase seiner Karriere oft durch Verletzungen zurückgeworfen. Im Sommer 2007 wechselte er von AS Saint-Étienne zu Paris Saint-Germain und absolvierte seither 118 Meisterschaftsspiele.

Neben Camara spielte zuletzt der Neuzugang aus Uruguay Diego Lugano. Der 30-Jährige wechselte nach fünf Saisonen bei Fenerbahçe zu PSG. Vergangenes Wochenende feierte er beim 1:0-Sieg gegen Brest sein Debüt für sein neues Team und es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich Trainer Kombouaré auch gegen Salzburg für den 64-fachen Nationalspieler entscheiden wird.

Eine Alternative wäre der serbische Neuzugang von Valenciennes Milan Bisevac, der in den ersten vier Meisterschaftsspielen in der Startaufstellung der Franzosen stand. Der Nationalspieler, kann auch im defensiven Mittelfeld und als rechter Verteidiger spielen.

Der erst 21-jährige französische Nationalspieler Mamadou Sakho verletzte sich am zweiten Spieltag in der 32. Minute gegen Rennes und kam seitdem nicht zum Einsatz. Wahrscheinlich wird er auch gegen Salzburg nicht von Beginn an spielen, wenn er aber fit ist, dann ist der bullige Verteidiger eine absolute Macht im Abwehrzentrum. Trotz seines jungen Alters avancierte er bereits zu einem Führungsspieler, der in Frankreich bereits als Nachfolger von Lilian Thuram gehandelt wird. Sein Fehlen wäre für Salzburg sicherlich von Vorteil.

DAS MITTELFELD

Im defensiven Mittelfeld ist der 24-Jährige Blaise Matuidi eine Bank. Der vierfache französische Nationalspieler stand heuer in allen bisherigen Bewerbsspielen von Beginn an in der Startaufstellung. Einerseits zeichnet ihn sein Zweikampfverhalten aus, anderseits kann er im Ballbesitz auch die feine technische Klinge auspacken und von hinten einen kontrollierten Spielaufbau betreiben. Selbst unter Druck behält er die Ruhe und findet fast immer einen Mitspieler. Blaise Matuidi wechselte diesen Sommer von AS Saint-Étienne zu seinem jetzigen Verein und ist eine absolute Verstärkung für den Klub aus der Hauptstadt.

Neben Matuidi kann entweder der 28-jährige Franzose Mathieu Bodmer spielen, oder der 24-jährige Clément Chantôme. Bodmer wechselte im Sommer 2010 von Olympique Lyon zu Paris Saint-Germain und absolvierte vergangene Saison 28 Einsätze in der Meisterschaft. Bodmer kann auch als zentraler und als offensiver Mittelfeldspieler auflaufen und sorgt in dieser Rolle stets für große Torgefahr aus dem Mittelfeld.

Statt Bodmer könnte aber auch Clément Chantôme auflaufen, der in seiner Heimat immer wieder mit Didier Deschamps verglichen wird. Chantôme stammt aus dem eigenem Nachwuchs und ist einer der Lieblinge der PSG-Fans. Während Bodmer seine Stärken eher in der Offensive hat, gilt Chantôme als ein extrem zweikampfstarker Spieler, der viele Bälle für seine Mannschaft erobert. Arsenal F.C hatte schon Interesse an dem großen Kämpfer, blitzte aber ab.

Hinter der Solospitze sorgen drei offensive Mittelfeldspieler für große Gefahr. Der neue Star der Mannschaft ist der 22-jährige argentinische Nationalspieler Javier Pastore, für den die Franzosen knapp 40 Millionen € nach Palermo überweisen mussten. Der offensive Mittelfeldspieler ist ein begnadeter Techniker, der seine Gegenspieler in Eins-gegen-Eins-Situationen extrem schlecht aussehen lassen kann. Pastore ist immer wieder für eine Überraschung und einen technischen Leckerbissen gut, vergisst aber bei aller Spielfreude auch nicht auf die Effektivität. Neben PSG hat sich auch Chelsea F.C. brennend für den Weltstar interessiert, der vergangene Saison elf Meisterschaftstore in der Serie A erzielte.

Rechts neben Pastore spielt der 24-jährige Franzose Jérémy Ménez. Der schnelle und beidbeinige Flügelspieler wechselte für acht Millionen € vom AS Roma zu seinem jetzigen Arbeitgeber. Der sechsfache Nationalspieler fügte sich gleich gut in seine neue Mannschaft ein und erzielte am vierten Spieltag sein erstes Meisterschaftstor, nachdem er zuvor bereits gegen Differdingen erfolgreich war.

Im linken offensiven Mittelfeld spielt der 30-jährige Brasilianer Nené, der vergangene Saison in 35 Meisterschaftseinsätzen 14 Treffer erzielte. Die Nummer 10 der Franzosen ist ein gefürchteter Freistoßspezialist, schnell und versucht immer wieder mit dem Ball diagonal in den Strafraum zu ziehen, anstatt auf der Seite bis zur Grundlinie zu laufen. Vor etwa einem Jahr verpflichteten die Pariser den torgefährlichen Spieler um 5,5 Millionen € von Monaco – ein Transfer der sich bisher absolut auszahlte.

DER STURM

Kevin Gameiro erzielte vergangene Saison 22 Tore für den FC Lorient, was ihm den zweiten Platz in der Torschützenliste hinter Lille-Stürmer Moussa Sow (25 Tore) einbrachte. Der 24-jährige brandgefährliche Stürmer absolvierte sechs Länderspiele für Frankreich und traf vor drei Monaten zum ersten Mal für sein Land im Freundschaftsspiel gegen die Ukraine. Gameiro ist ein schneller und technisch starker Stürmer, der einen sehr starken Antritt hat und nicht viele Chancen für einen Torerfolg braucht.

FAZIT

Besonders in der Offensive besticht die neue Mannschaft von PSG durch vier wendige und technisch starke Spieler, die in der Europa League nicht nur Red Bull Salzburg große Schwierigkeiten bereiten werden. Die Abwehr der Franzosen ist zwar solide, kann aber mit der Klasse vom Rest der Mannschaft nicht mithalten, insbesondere wenn das große Abwehrtalent Mamadou Sakho fehlt. Paris Saint-Germain ist zusammen mit Athletic Bilbao der große Favorit in der Gruppe, womit Salzburg insbesondere auswärts im Prinzenparkstadion nur die Rolle des Außenseiters bleibt. Es wird interessant sein, was Ricardo Moniz unternehmen wird, um die vier Offensivspieler Pastore, Nené, Ménez und Gameiro unter Kontrolle zu halten. Eine ganz schwere Aufgabe, auch wenn der Gegner auf Grund der zahlreichen Neuzugänge nicht eingespielt ist.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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