Mit dem Ziehen mehrerer Vertragsoptionen stellt die Wiener Austria die Weichen für die Zukunft. Die Verträge mit sieben Spielern wurden verlängert und größtenteils kann... Sieben Vertragsverlängerungen: Austria Wien stellt die Weichen für 2013/14

James Holland (FK Austria Wien)Mit dem Ziehen mehrerer Vertragsoptionen stellt die Wiener Austria die Weichen für die Zukunft. Die Verträge mit sieben Spielern wurden verlängert und größtenteils kann man die Verlängerungen auch nachvollziehen. Sicher scheint jedoch, dass Austria-Coach Peter Stöger mit einer starken Mischung aus Jung und Alt langfristig plant.

Holland als Aktie bis 2015

Die meisten der gezogenen Optionen erschienen logisch. Andere wiederum sorgten für Diskussionsstoff. Den Anfang der Vertragsverlängerungen machte der Australier James Holland, der in der laufenden Saison ein absoluter Schlüsselspieler für die Austria ist, als Typ gut ins Team passt und aktuell wohl der beste Sechser der tipp3 Bundesliga ist. Sein Vertrag läuft nach der gezogenen Option bis Sommer 2015 – der 23-Jährige ist somit ein heißer Kandidat, den die Austria in den nächsten Jahren vergolden kann. Wenn Holland auch in der kommenden Saison, speziell in der Europacup-Qualifikation, gute Spiele abliefert, sind Angebote von größeren Klubs nur eine Frage der Zeit. Auch nicht unwesentlich: James Holland spielte sich über die Austria wieder ins australische Nationalteam, für das er seit September fünf Spiele absolvierte und somit insgesamt bei zehn Länderspielen steht.

Leovac-Verlängerung bis 2016 wirft Fragen auf

Die zweite Vertragsverlängerung sorgte mancherorts hingegen für Kopfschütteln. Marin Leovac stand in der laufenden Saison nur 135 Minuten für die Veilchen auf dem Platz, spielte zudem 12-mal bei den Amateuren – und bekam prompt einen neuen Vertrag bis 2016. Natürlich hat Leovac keine realistischen Chancen am international durchaus begehrten Markus Suttner vorbeizukommen, allerdings ist er ein solides Backup und ein Spieler, der bereits seit fast elf Jahren bei der Wiener Austria spielt. Die Vertragsverlängerung für einen Spieler, der sich nicht murrend auf die Bank setzt und brave, wenn auch unspektakuläre Partien spielt, verwundert nicht. Einzig die lange Dauer des neuen Vertrags ließ so manchen Fan über die Sinnhaftigkeit rätseln. Zudem ist Leovacs Krankengeschichte keine kurze…

Rogulj und Rotpuller bis 2014 – Innenverteidigung steht

Eine wichtige Vertragsverlängerung gelang mit dem Kroaten Kaja Rogulj. Der 26-Jährige spielt eine staubtrockene Saison in der Innenverteidigung der Veilchen, nachdem er in der Vorsaison nicht an Georg Margreitter vorbeikam. Da der Vertrag des robusten Abwehrspielers nun bis Juni 2014 läuft, ist er ähnlich wie Holland ein Kandidat für einen frühzeitigen Transfer, wenn die Leistungen zum Saisonbeginn 2013/14 passen. Wie für die linke Verteidigung sorgte die Austria auch in der Innenverteidigung schnell für ein solides Backup: Die Option auf den 22-jährigen Lukas Rotpuller wurde ebenfalls gezogen. Damit sollte die Innenverteidigung der Austria für die neue Saison stehen, zumal man neben Ortlechner, Rogulj und Rotpuller auch noch den flexiblen Nachwuchsspieler Sebastian Wimmer (der auch als Sechser spielen kann) in der Hinterhand hat.

Wiedererstarkter Koch ein weiteres Jahr Veilchen

In der rechten Abwehr vertraut die Austria bis Sommer 2014 auf Fabian Koch. Nach seinem Wechsel vom FC Wacker Innsbruck zu den Veilchen wurde er schnell als Fehlkauf abgeschrieben. War Koch beim FC Wacker noch dynamisch und der Prototyp eines modernen Außenverteidigers, blieb er bei der Austria blass und spielte fast nur für die Amateure. In der Saison 2011/12 stand er nur in einem einzigen Bundesligaspiel für die Austria am Platz. Doch mit Peter Stöger kam das Selbstvertrauen zurück und Koch spielt auf der rechten Abwehrseite eine blitzsaubere Saison für die Veilchen: In 23 Pflichtspielen erzielte er zwei Tore, bereitete eines vor und war bei vier weiteren Treffern an der Entstehung beteiligt.

Logisch: Option auf Mader gezogen

Ebenfalls unter Stöger wurde Florian Mader zu einem wichtigen Spieler. Der gebürtige Innsbrucker spielt im zentralen Mittelfeld eine leicht versetzte, aber sehr gut abgestimmte Rolle vor James Holland und überzeugt mit seiner Sicherheit im Box-to-Box-Spiel. Mader erzielte in 29 Pflichtspielen zwei Tore, bereitete fünf vor und leitete drei weitere ein. Die gezogene Vertragsoption für den soliden 30-Jährigen ist ebenfalls logisch.

Libyscher U20-Teamspieler bis 2015

Ein Statement für die Jugend setzte man, indem der Vertrag des 19-jährigen Ismael Tajouri bis Sommer 2015 verlängert wurde. Der 166cm große Libyer gilt als Riesentalent, ist am linken Flügel beheimatet und spielte bereits im Alter von 16 Jahren für die Austria in der U18-Jugendliga. Für einen Kampfmannschafteinsatz reichte es noch nicht, jedoch steuerte Tajouri bei den Austria Amateuren in der Regionalliga Ost in der laufenden Saison fünf Tore und vier Assists bei. Grund genug für den libyschen Verband ihn ins U20-Team einzuberufen – der flinke Nachwuchsspieler ist jedoch auch für den ÖFB spielberechtigt und trainiert bereits phasenweise mit der Kampfmannschaft der Austria.

Fragezeichen Barazite

Ein großes Fragezeichen steht nun noch hinter einem möglichen Starspieler: Nacer Barazite hatte im Frühling mit einer hartnäckigen Knieverletzung zu kämpfen, fiel fast zwei Monate aus und wurde im Rahmen des bis Sommer 2013 laufenden Leihgeschäfts erst in zwei Spielen eingewechselt. Über die Qualitäten des Niederländers muss nicht gestritten werden, jedoch gehört der 22-Jährige noch bis 2016 dem AS Monaco, wo er unter Coach Claudio Ranieri nie richtig zum Zug kam. Die Austria besitzt eine Kaufoption auf den Offensivspieler, muss jedoch nach Barazites Problemen im letzten Jahr den Kosten-Nutzen-Faktor abwiegen. Die festgeschriebene Ablösesumme soll im niedrigen siebenstelligen Bereich liegen.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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