Der SK Rapid verlor gestern Nachmittag eine verrückte Partie in der Südstadt mit 1:2. Wir bewerten die Protagonisten beider Mannschaften im Detail. Notenschlüssel: 1... Spielerbewertungen: Schwache Admira immer noch stärker als blutleere Rapid

Der SK Rapid verlor gestern Nachmittag eine verrückte Partie in der Südstadt mit 1:2. Wir bewerten die Protagonisten beider Mannschaften im Detail.

Notenschlüssel:
1 = sehr schwach
10 = sehr stark
0 = zu kurz eingesetzt

Admira Wacker Mödling

Manuel Kuttin 6

Teilweise zog der Admira-Keeper die Bälle gut heraus, bei einer kurzen Abwehr und dem missglückten Joelinton-Abstauber hatte er Glück. Eine durchschnittliche Tormann-Leistung reichte diesmal für einen vollen Erfolg über Rapid.

Stephan Zwierschitz 3

Der Admira-Verteidiger hatte mit Philipp Schobesberger alle Hände voll zu tun und verlor den Großteil seiner Zweikämpfe und Laufduelle.

Markus Lackner 5

Spielte eine destruktive, aber insgesamt sichere Partie, gab in der Innenverteidigung eher den Ausputzer und kümmerte sich nicht intensiv um den Spielaufbau.

Pascal Petlach 5

Wurde in wesentlich weniger Duelle verwickelt als Lackner, spielte dafür etwas sauberer heraus. Leistete sich keine groben Schnitzer und spielte eine recht abgebrühte Partie.

Jonathan Scherzer 3

Wirkte bei seinem Bundesligadebüt immer wieder überfordert, hatte zahlreiche Stellungsfehler in seinem Spiel. Versuchte offensiv immer wieder mit Halbfeldflanken für Impulse zu sorgen, hat insgesamt aber definitiv Luft nach oben.

Wilhelm Vorsager 4

Spielte praktisch durchgehend gegen den Ball, hatte die Kugel nur sehr selten am Fuß. Als Rapid in der zweiten Halbzeit stärker wurde, ging es ihm dann phasenweise zu schnell und Trainer Baumeister zog mit der Auswechslung nach einer Stunde die Notbremse.

Thomas Ebner 3

Der zuletzt grippekranke Ebner stellte die Mitte zu und arbeitete wie Vorsager hauptsächlich gegen den Ball. Der Admira-Leistungsträger wies eine schwache Passquote auf, verlor die meisten seiner Zweikämpfe.

Marco Hausjell 7

Der große Gewinner des gestrigen Tages. Der Bundesligadebütant erzielte das 1:0 für die Admira, spielte auch sonst unbekümmert auf und gewann den Großteil seiner Zweikämpfe. Die Einfachheit und Lockerheit in seinem Spiel hätte mehreren Rapidlern gut getan.

Sasa Kalajdzic 5

Der 20-Jährige spielte eine äußerst aktive Partie auf der Zehn, kam mit der nötigen hohen Passfrequenz zwar nicht gut zurecht, konnte die Rapid-Spieler aber immer wieder beschäftigen und in Duelle verwickeln. Insgesamt gewann Kalajdzic 13 seiner 34 (!) Zweikämpfe und Kopfballduelle. Unterm Strich war er der Admiraner, von dem die meiste Gefahr ausging.

Lukas Grozurek 6

Der Ex-Rapidler lieferte in der Offensive die strukturierteste Partie aller Admiraner, zog immer wieder Fouls und konnte Bälle gut halten. Seine Freistoßflanke sorgte am Ende für den Siegtreffer der Südstädter.

Marin Jakolis 4

Arbeitete brav, opferte sich aber oft umsonst auf. Der Kroate fand diesmal kaum ein Mittel gegen die Rapid-Abwehr und fungierte eher als erste Pressinginstanz, die aber wenig Land sah.

Marcus Maier 3

Stand eine halbe Stunde auf dem Platz, musste aber nur vier Bälle weiterverarbeiten. Er kam in einer Phase als Rapid stärker wurde, trug aber nur wenig zur Stabilisierung der Admira bei.

Alexander Merkel, Lukas Malicsek 0

Zu kurz eingesetzt

 

SK Rapid

Richard Strebinger 6

Bei Flanken weitgehend sicher, die eine oder andere wichtige Parade, bei den Gegentoren chancenlos.

Mario Pavelic 3

Völlig verunsichert, der obligatorische Pavelic-Katastrophenpass, den er in jeder Partie dabei hat, war wieder dabei. Unentschlossen in den Zweikämpfen, kein Esprit nach vorne, phasenweise auch schwache Körpersprache. Das Eigentor ist schlicht unglücklich und kann ihm kaum angekreidet werden, passt dennoch ins Gesamtbild.

Maximilian Hofmann 7

Vor dem 0:1 hatte er eine Abstimmungsschwierigkeit mit Galvao, ansonsten spielte der Rapid-Kapitän aber eine saubere Leistung herunter, bei der er sogar im Aufbauspieler – sonst nicht unbedingt seine Stärke – einige gute Momente hatte.

Lucas Galvao 5

Nicht ganz so fordernd wie sonst, machte in der gegnerischen Hälfte zu viele Fehler und wirkte auch defensiv nicht immer hundertprozentig sattelfest. Durch die Abstimmungsschwierigkeit mit Hofmann mitschuld am 0:1.

Stephan Auer 4

Auf der linken Seite deutlich schwächer als auf rechts. Konnte offensiv nie fordernd werden, litt aber sicher auch an der defensive Schwäche Schobesbergers.

Dejan Ljubicic 4

Verhältnismäßig schwache Partie des Shooting Stars, der sich zwar diesmal häufiger in die Offensive einschaltete, aber in seinem Passspiel nicht konkret genug war. Auch seine Zweikampfführung war schon mal besser.

Thanos Petsos 3

In der ersten Halbzeit agierte Petsos auf Amateurlevel – katastrophale, blutleere Leistung. Zog sich in der zweiten Halbzeit selbst ein wenig aus der Bredouille und wurde stärker bzw. auch im Zweikampf forscher. Die eine oder andere gute Spielverlagerung, in letzter Instanz dennoch nicht mutig genug. Da muss einfach wesentlich mehr kommen.

Veton Berisha 3

Am Norweger lief das Spiel weitgehend vorbei – und er hinterher. Konnte am Ball nie für Impulse sorgen, spulte viele leere Kilometer ab und ist auch in Eins-gegen-Eins-Duellen unverändert schwach.

Thomas Murg 4

Sehr bemüht – wie immer. Aber spielerisch ist der Rapid-Offensivspieler in der sprichwörtlichen „Kistn“. Vieles mutet zu kompliziert an, nicht konkret genug in seinen Aktionen und schließlich auch noch glücklos.

Philipp Schobesberger 6

In der ersten Halbzeit machte der Linksaußen den Eindruck, als würde es ihn nicht freuen. Wenn er glaubte gefoult worden zu sein, hörte er einfach zu spielen auf. Das geht gar nicht – und das dürfte ihm in der Pause auch gesagt worden sein. Nach der Pause sehr aktiv, immer wieder mit guten Dribblings und Gefahr ausstrahlend. Herrliches Tor zum 1:1, nahe dran an einem weiteren Treffer oder zumindest einem Weltklasseassist für Thomas Murg, dessen Lupfer aber von Lackner geklärt wurde.

Joelinton 4

Aufopferungsvolle Partie, viele Zweikämpfe bei guter Quote geführt und auch in der Weiterverarbeitung von Bällen weitgehend in Ordnung. Was bleibt sind aber zwei vergebene Großchancen, die kein Profistürmer der Welt vergeben darf – und daran wird der eigentlich gute Brasilianer am Ende gemessen…

Tamas Szanto 4

Schwache Partie, er schaffte es nie das Heft in die Hand zu nehmen. Wie schon zu Beginn seiner Kampfmannschaftskarriere war der Ungar auch gestern zu brav und agierte gerade in einer heißen Matchphase nicht physisch genug.

Giorgi Kvilitaia 0

Zu kurz eingesetzt.

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen