Neben den ausführlichen Spiel- und den Toranalysen gibt abseits.at in dieser Rubrik einen kompakten Überblick über alle Spiele der letzten Runde in der tipico... Taktikboards zur 2. Runde der tipico Bundesliga 2014/2015

Jonathan Soriano (Red Bull Salzburg)Neben den ausführlichen Spiel- und den Toranalysen gibt abseits.at in dieser Rubrik einen kompakten Überblick über alle Spiele der letzten Runde in der tipico Bundesliga. Wir sehen uns dabei in erster Linie Statistiken und Taktikboards an, die von der offiziellen Website der österreichischen Bundesliga bzw. vom britischen Sportdatenunternehmen Opta bereitgestellt werden.

Wolfsberger AC – FK Austria Wien 4:0

Der Saisonstart ging bei der Wiener Austria gehörig in die Hose. Nachdem im Heimspiel gegen den SV Grödig erst in der Nachspielzeit einen Punkt holen konnte, verlor man das erste Auswärtsspiel gegen den Wolfsberger AC mit 0:4. Die Kärntner hingegen holten aus den ersten beiden Partien nicht nur das Punktemaximum, sondern spielten dabei auch beeindruckend auf, haben ein Torverhältnis von 8:1.

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Besonders das Mittelfeld des Teams von Dietmar Kühbauer wusste dabei zu überzeugen, weshalb wir nun kurz auf die Rollen der fünf Protagonisten in der 4-2-3-1-Formation blicken wollen. Die Heatmaps der drei offensiven Spieler sieht man im obigen Bild. Jacobo agierte links etwas variabler als Christopher Wernitznig, der meist die Breite hielt. Peter Zulj auf der Zehnerposition war erneut der Taktgeber, driftete besonders bei Übergang ins Angriffsdrittel frei herum. Rückte Jacobo ein, besetzte Zulj dann situativ den linken Flügel.

Auf der Doppelsechs gab es eine klare Abgrenzung der defensiven und offensiven Aufgaben. Erstere übernahm Boris Hüttenbrenner, der wie man anhand seiner Heatmap erkennen kann. Hauptsächlich als Absicherung hinter der Mittellinie agierte. Manuel Weber hingegen spielte vertikaler und war das Bindeglied im Aufbauspiel. Sein Aufrücken kompensierte auch das kaum vorhandene Einrücken Wernitznigs bzw. ermöglichte es diesem, so breit zu spielen. Zusammen mit dem offensiv ausgerichteten Joachim Standfest auf der Rechtsverteidigerposition sorgte dies für einen markanten Fokus auf diese Seite.

SK Rapid Wien – SV Josko Ried 1:0

Nach der blamablen 1:6-Klatsche im Auftaktspiel bei Red Bull Salzburg konnte der SK Rapid Wien beim ersten Saisonspiel im Ernst Happel Stadion einen Sieg einfahren. Gegen die Gäste der SV Ried erreichte die Mannschaft von Trainer Zoran Barisic ein 1:0. Die Zuschauer bekamen dabei eine sehr abwechslungs- und temporeiche Partie zu sehen, was man etwa auch anhand der nachstehenden Grafik ableiten kann.

Man sieht hier jene Pässe, mit denen die beiden Teams ihre Torchancen herausspielten. Diese resultierten oft aus Vertikalpässen durch die Schnittstellen der gegnerischen Abwehr. Dementsprechend wirkte diese Begegnung spektakulär. Auch der entscheidende Treffer fiel nach einem Pass hinter die Abwehr. Vorbereitet wurde er von einem Spieler, der stark im Fokus stand: Mario Pavelic. Letzte Woche musste der Rechtsverteidiger noch von der Bank aus zusehen, am Samstag machte er seine Sache sehr gut.

Der 20-Jährige bespielte quasi die gesamte Länge des Platzes und zeigte sowohl offensiv als auch defensiv eine gute Leistung. So verbuchte kein anderer Rapid-Spieler mehr Tackles als Pavelic, der gleichzeitig auch drei Schüsse abgab. Im Kombinationsspiel zeigte er zudem das eine oder andere Mal intelligente Vorderlaufbewegungen.

SC Wiener Neustadt – FC Red Bull Salzburg 0:5

Auch am zweiten Spieltag ließ Red Bull Salzburg die Muskeln spielen und fertigte den SC Wiener Neustadt auswärts mit 5:0. Der Meister hält damit nach zwei Spielen bei sechs Punkten und 11:1 Toren. Im Spiel der Bullen konnte man dabei zwei Schwerpunkte erkennen, wie man in der nachstehenden Heatmap sieht.

Zum einen war der Ball häufig in den defensiven Halbräumen, was auf das Auffächern der Innenverteidiger beim Spielaufbau zurückführen ist. Der zweite Hotspot war der Zwischenlinienraum, wobei es dabei zusätzlich zu einem Linksfokus kam. Entscheidend dafür war auch das Verhalten von Jonathan Soriano.

Der Kapitän der Salzburger ließ sich häufig nach hinten oder zur Seite fallen und zeigte in vielen Aktionen seine Kombinationsstärke. Soriano ist also nicht nur aufgrund seiner Torgefährlichkeit – nach zwei Spielen hält er schon bei vier Toren – eine enorm wichtige Stütze im Salzburger Spiel.

SV Scholz Grödig – SK Sturm Graz 2:1

Nachdem der SV Grödig unter der Woche den Sprung in die dritte Runde der Europa-League-Qualifikation schaffte, gelang den Salzburgern auch in der Liga der erste Sieg. Im Sonntagsspiel der Runde schlugen sie den SK Sturm Graz. Dabei lag man lange zurück, wurde das Match erst in den letzten zehn Minuten gedreht. Sehr stark präsentierte sich einmal mehr Stefan Nutz im zentralen Mittelfeld.

Der 22-Jährige hat einmal mehr einen sehr großen Aktionsradius und eine große Reichweite in seinen Aktionen. Im Spiel gegen den Ball schob er dabei zuweilen weit nach vorne, im offensiven Umschaltspiel war er der Spieler, der den Ball in der ersten Phase nach bringen sollte. Auch beim Siegestreffer hatte er seine Beine im Spiel, überließ dem eigenwechselten Sandro Djuric den Ball. Der Neuzugang konnte ebenfalls eine interessante Statistik aufweisen: zwei Assists bei nur sieben Pässen.

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

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