Neben den ausführlichen Spiel- und den Toranalysen gibt abseits.at in dieser Rubrik einen kompakten Überblick über alle Spiele der letzten Runde in der tipico...

TaktikNeben den ausführlichen Spiel- und den Toranalysen gibt abseits.at in dieser Rubrik einen kompakten Überblick über alle Spiele der letzten Runde in der tipico Bundesliga. Wir sehen uns dabei in erster Linie Statistiken und Taktikboards an, die von der offiziellen Website der österreichischen Bundesliga bzw. vom britischen Sportdatenunternehmen Opta bereitgestellt werden.

FC Red Bull Salzburg – SV Josko Ried 2:1

Die Titelverteidigung scheint dem FC Red Bull Salzburg nicht mehr zu nehmen. Am letzten Wochenende setzte sich der Tabellenführer mit 2:1 gegen die SV Ried durch und vergrößerte den Vorsprung auf den Rest der Liga auf acht Punkte. Die Innviertler verlangten den Bullen alles ab. Ein entscheidender Mann für den Sieg war Naby Keita, der ein Tor selbst erzielte und das zweite vorbereitete.

Der Sommerneuzugang aus Guinea gehört zu den besten Spielern im Frühjahr und ist der beste Balleroberer der gesamten Liga. Zudem zeigt er nun auch seine offensiven Qualitäten, spielt viele Pässe und zeigt saubere Dribblings. Diese Eigenschaften sah man auch im Spiel gegen Ried. Keita hatte zwei Tacklings und fing neun Bälle ab. Was wie ein seltener Ausreißer klingt, ist bei Keita hier Realität. Im Schnitt verzeichnet er pro Spiel nämlich nur zwei Balleroberungen weniger.

Wolfsberger AC – SV Scholz Grödig 2:1

Unter der Woche musste der Wolfsberger AC seine Hoffnungen auf eine Qualifikation für den Europacup aus eigener Kraft begraben. Im Halbfinale des ÖFB-Samsung-Cups scheiterten die Kärntner nämlich an Austria Wien. In der Liga liegen sie fünf Punkte hinter Platz vier und müssen nun entweder darauf hoffen, dass der Cupsieger-Platz an den Ligafünften geht oder die Konkurrenz in der Liga ausrutscht und man selbst seine Spiele gewinnt. Gegen den SV Grödig schaffte man das.

Beim 2:1 in der Lavanttal-Arena war Christopher Wernitznig mit einem Tor und einem Assist der Matchwinner. Dass der 25-Jährige eine gute Verstärkung für den WAC sein könnte, kündigte abseits.at bereits nach dessen Verpflichtung im Sommer an. Wernitznig ist ein Spieler, der dank seiner Dynamik, Technik und Physis für Überraschungsmomente sorgen kann – etwas, das den Wolfsbergern vor allem gegen destruktive Gegner abgeht. Er bestritt gegen Grödig elf Dribblings (Erfolgsquote: 55%) und entwickelte Zug zum Tor.

SC Wiener Neustadt – SK Sturm Graz 4:4

Eines der kuriosesten und spektakulärsten Spiele der heurigen Saison bekamen die Zuschauer am Samstag in Wiener Neustadt zu sehen. Die Gastgeber hatten zweimal eine Zwei-Tore-Führung und konnten trotzdem nicht gewinnen, da der SK Sturm beide Male ausgleichen konnte. Das 4:4 war letztlich weder für die Niederösterreicher im Abstiegskampf, noch für die Steirer im Rennen um Platz zwei ein Fortschritt.

Beim SC Wiener Neustadt sorgten insbesondere zwei ehemalige Sturm-Kicker für Wirbel. Reinhold Ranftl erzielte zwei, Tobias Kainz ein Tor. Die beiden machten über ihre rechte Seite viel mehr Dampf als Lukas Denner und Mark Prettenthaler links, wie man in der obigen Heatmap sehen kann.

SK Rapid Wien – Admira Wacker Mödling 1:1

Wie auf einer schiefen Ebene verlief das Spiel zwischen Rapid Wien und Admira Wacker Mödling im Ernst Happel Stadion. Die Gastgeber hatten das Geschehen in Griff, kamen aber aufgrund eines Lucky Punchs der Südstädter nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Interessant war bei den Grün-Weißen die Rollenverteilung im Abwehrzentrum, die wir an dieser Stelle kurz thematisieren wollen.

Der Ex-Admiraner Christopher Dibon agierte absichernd, während Mario Sonnleitner auch viele Aktionen nach vorne hatte. Das betraf einerseits das Spiel in Ballbesitz, wo Sonnleitner positionell als auch in der Reichweite viel weiträumiger agierte als Dibon. Zum anderen antizipierte er auch im Spiel gegen den Ball und rückte nach vorne um Angriffe früher zu unterbinden.

SCR Altach – FK Austria Wien 2:0

Nachdem sowohl Sturm Graz als auch der SK Rapid im Kampf um Platz zwei Punkte liegenließen, hatte der SCR Altach die Chance, wieder Boden gutzumachen. Die Vorarlberger besiegten im Sonntagsspiel der Runde die Wiener Austria zuhause mit 2:0, hatte dabei keine großen Probleme, was auch an der Entwicklung der Veilchen unter Andreas Ogris lag. Insbesondere der von ihm angekündigte technisch hochwertige Offensivfußball blieb einmal mehr aus. Stattdessen sah man schwerwiegende Probleme schon in der Spieleröffnung.

Die Gäste hatten, wie in der Spielanalyse anhand von Beispielen gezeigt, große Löcher zwischen den Linien, was die Altacher sowohl offensiv als auch defensiv ausnutzten. Die erste Aufbaulinie der Austria wurde in der Anfangsphase hoch attackiert, was zwar nicht in direkten Balleroberungen durch Zweikämpfe – also Tacklings – mündete, aber zu einer Vielzahl an abgefangenen Pässen im zweiten Drittels. Man erkennt das in der obigen Grafik. Dabei agierte der Aufsteiger keineswegs selbst auf höchstem Niveau und profitierte wohl auch davon, dass die Führung aus einer Standardsituation fiel. Ähnlich wie die Austria im Cup, wo sie im Finale noch die Chance hat, die verkorkste zu retten.

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

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