Neben den ausführlichen Spiel- und den Toranalysen gibt abseits.at in dieser Rubrik einen kompakten Überblick über alle Spiele der letzten Runde in der tipico... Taktikboards zur 31. Runde der tipico Bundesliga 2014/2015 | Red Bull Salzburgs verändertes Aufbauspiel

_Andre Ramalho - Red Bull SalzburgNeben den ausführlichen Spiel- und den Toranalysen gibt abseits.at in dieser Rubrik einen kompakten Überblick über alle Spiele der letzten Runde in der tipico Bundesliga. Wir sehen uns dabei in erster Linie Statistiken und Taktikboards an, die von der offiziellen Website der österreichischen Bundesliga bzw. vom britischen Sportdatenunternehmen Opta bereitgestellt werden.

 

Wolfsberger AC – SCR Altach 2:0

Die Chancen, sich über die Liga direkt für den Europacup zu qualifizieren, sind für den Wolfsberger AC am letzten Wochenende erhöht worden. Aktuell belegen die Kärntner zwar noch den fünften Platz – sitzen also am Schleudersitz und sind vom Ausgang des Cupfinales abhängig – mit dem 2:0-Heimsieg gegen den SCR Altach konnten sie den Rückstand auf den Aufsteiger jedoch auf drei Punkten verkürzen.

Auffällig war in diesem Spiel der starke Außenfokus der beiden Teams. Wie man in der obigen Grafik sehen kann bereiteten sowohl der WAC, als auch Altach die Chancen von den Seiten vor. Während die Lavanttaler hauptsächlich über ihre linke Seite kamen, bevorzugten die Vorarlberger die rechte Seite, wo man in Andreas Lienhart einen der dominantesten Außenverteidiger der Liga hat.

SV Scholz Grödig – FC Red Bull Salzburg 0:3

Red Bull Salzburg gab sich gegen den SV Scholz Grödig keine Blöße, gewann mit 3:0 und baute die Tabellenführung auf zehn Punkte aus. Matchwinner für den Titelverteidiger war Jonatan Soriano, der an allen drei Toren direkt beteiligt war. Wir wollen uns hier aber mit den veränderten Abläufen im Aufbauspiel der Salzburger in den letzten Wochen beschäftigten.

In der letzten Meistersaison sowie über weite Strecken dieser Spielzeit agierte Stefan Ilsanker als Sechser im defensiven Mittelfeld und kippte im Spielaufbau zwischen oder vor die Innenverteidiger ab. Nun stellt Adi Hütter den ÖFB-Teamspieler aber nominell bereits ins Abwehrzentrum, wo er die Abläufe seines Vorgängers mehr oder weniger analog ausführt. Das heißt: die Innenverteidiger fächern im Spielaufbau weiterhin auf und haben aufgrund des hohen Ballbesitzes eine relativ breite Grundposition.

Verändert hat sich die Rolle des defensiven Mittelfeldspielers auf der Doppelsechs. Ilsanker war von seinen Fähigkeiten prädestiniert für ein sicheres Verteilen aus zentraler Position. Die anderen Alternativen für diese Position sind weitaus dynamischer, weshalb es kaum noch zum dauerhaften Abkippen eines Sechsers kommt. Gegen Grödig spielte Andre Ramalho als tiefster Mittelfeldspieler, blieb aber hauptsächlich auf seiner nominellen halbrechten Position. Von dort aus spielte der Brasilianer häufig diagonale Wechselpässe, wodurch die Spieldynamik schnell erhöht wurde – nach wie vor eines der Hauptziele im Spiel der roten Bullen.

Admira Wacker Mödling – SV Josko Ried 1:0

Im Abstiegskampf konnte Admira Wacker Mödling wichtige Zähler sammeln. Der 1:0-Sieg gegen die SV Ried könnte sich als entscheidender Wendepunkt herausstellen, denn die Südstädter haben nun drei Punkte Vorsprung auf den NÖ-Rivalen aus Wiener Neustadt und das klar bessere Torverhältnis. Siegtorschütze war Benjamin Sulimani, der aber auf einer ungewöhnlichen Position spielte.

An und für sich ist der 26-Jährige Stürmer, gegen Ried wurde er jedoch am linken Flügel eingesetzt. In der Arbeit nach hinten war er trotz seiner statischen Anlagen durchaus bemüht, verteidigte bis an die eigene Grundlinie. Ins Kombinationsspiel war er weniger stark eingebunden, was einerseits mit seinen überschaubaren Qualitäten darin, andererseits mit dem kombinationsstarken und einrückenden Eldis Bajrami auf rechts zu tun hatte. Dafür zeigte Sulimani den zu erwartenden Zug zum Tor, hatte die meisten Schussversuche am Platz – interessanterweise aus sehr ähnlichen Positionen.

FK Austria Wien – SC Wiener Neustadt 2:1

Im fünften Versuch unter Andreas Ogris klappte es für die Austria am Wochenende wieder mit einem Dreier in der Bundesliga. In der Generali Arena setzten sich die Veilchen gegen den SC Wiener Neustadt durch und kletterten in der Tabelle auf den sechsten Platz. Geglänzt haben sie zwar nicht wirklich, aber sie haben die Schwächen des Gegners immerhin zu ihren Gunsten genutzt.

Nach der Übernahme von Helgi Kolvidsson schienen die Wiener Neustädter auf dem Weg, sich defensiv stabilisieren zu können. Spätestens in den letzten Spielen war davon aber nichts mehr zu sehen. Nachdem man gegen Red Bull Salzburg und Sturm Graz zehn Tore kassierte, ließ man auch gegen die Austria die Räume zwischen den Linie zu weit offen. Die Folge: die Ogris-Elf konnte am Übergang ins Angriffsdrittel häufig erfolgreich in die Tiefe spielen, wie man in der obigen Grafik sieht. Selbst fand man aber nicht den direkten Weg zum Tor.

SK Sturm Graz – SK Rapid Wien 2:2

Hochintensiv. So könnte man das Spitzenduell der 31. Runde zwischen Sturm Graz und Rapid Wien mit einem Wort beschreiben. In der UPC-Arena gingen die Gäste aus Hütteldorf zweimal in Führung, ließen aber durch ihr inkonsequentes Vertikalspiel zwei Punkte im Kampf um Platz zwei liegen. Die dominanten Spieler in Grün-Weiß waren Thanos Petsos und Steffen Hofmann.

Der Grieche im defensiven Mittelfeld spielt ligaweit die meisten Pässe pro Spiel und hatte auch am Sonntag klar die meisten Ballaktionen, nämlich 104. Seine Passquote von 76% ist angesichts der hohen Intensität zwar auf den ersten Blick gut, bei genauer Betrachtung seines Passschemas fällt jedoch auf, dass Petsos wenig beschleunigende Pässe spielt. Dadurch stand Rapid vor dem Problem, die defensiv eingestellten Grazer aus dem Positionsspiel heraus zu knacken. Hofmann war dabei ein Aktivposten. Dass Rapids Spiel nach der Auswechslung des Kapitäns die Ordnung verlor, ist wenig verwunderlich.

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

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