Neben den ausführlichen Spiel- und den Toranalysen gibt abseits.at in dieser Rubrik einen kompakten Überblick über alle Spiele der letzten Runde in der tipico... Taktikboards zur 5. Runde der tipico Bundesliga 2014/2015

James Holland (FK Austria Wien)Neben den ausführlichen Spiel- und den Toranalysen gibt abseits.at in dieser Rubrik einen kompakten Überblick über alle Spiele der letzten Runde in der tipico Bundesliga. Wir sehen uns dabei in erster Linie Statistiken und Taktikboards an, die von der offiziellen Website der österreichischen Bundesliga bzw. vom britischen Sportdatenunternehmen Opta bereitgestellt werden.

 

SK Rapid Wien – SCR Altach 0:1

Der SK Rapid kommt in der aktuellen Saison weiterhin nicht in Tritt. Am Wochenende verloren die Grün-Weißen trotz optischer Überlegenheit gegen Altach mit 0:1, wodurch auch ihre Heimserie riss. Die Hütteldorfer hatte nicht nur fast 70% Ballbesitz, sondern ließen auch nur einen einzigen Schuss auf das Tor zu, der allerdings ins Netz ging. Im Rahmen dieses Spiels drehte sich nach den Ausfällen von Deni Alar und Robert Beric alles um die Stürmerposition.

Zoran Barisic setzte zunächst auf Lukas Grozurek. Der 22-Jährige agierte hauptsächlich horizontal, ähnlich wie es auch Beric macht. Der Slowene agiert aber etwas höher und erzeugt damit mehr Durchschlagskraft – nicht unbedingt in physischer Form, sondern mit seinen klugen Aktionen im Kombinationsspiel. Dies zog zwei Probleme nach sich: die Flügelspieler konnten mit Diagonalläufen keine nennenswerte Gefahr erzeugen und auch die offensiv zuletzt starken Außenverteidiger sahen schlechter aus.

Hier sieht man einerseits die Pässe von Thomas Schrammel und Mario Pavelic im Angriffsdrittel, andererseits ihre Heatmaps. Aufgrund des verwaisten Angriffszentrums bzw. des nicht vorhandenen Zielspielers stießen die beiden selten bis zur Grundlinie durch oder gaben Flanken. Insbesondere bei Pavelic auf rechts erkennt man hier einen klaren Unterschied, wenn man beispielsweise die Partie gegen die Admira als Vergleich heranzieht.

SV Scholz Grödig – SC Wiener Neustadt 3:0

Nachdem der SV Scholz Grödig in der letzten Runde gegen Red Bull Salzburg heftig unter die Räder kam und davor ein vermeidbares Ausscheiden aus der Europa-League-Qualifikation zu beklagen hatte, reichte es am vergangenen Wochenende zu einem 3:0-Sieg gegen den SC Wiener Neustadt. Für diesen Erfolg gab es drei Säulen.

Defensiv waren die Grödiger in den letzten Spielen enorm anfällig und ihnen unterliefen viele individuelle Fehler – insbesondere im Heimspiel gegen Zimbru war dies eklatant. Gegen Wiener Neustadt stand nun erstmals in dieser Saison Kapitän Ione Cabrera in der Startelf. Unter der Regie des Spaniers strahlte die Abwehr wieder mehr Sicherheit aus. Insbesondere mit seiner Übersicht ragte er heraus, fing sechs Bälle ab und verzeichnete darüber hinaus sieben klärende Aktionen.

In der Offensive sorgte Philipp Huspek für viel Gefahr. Der 23-Jährige war ein wichtiger Baustein in der erfolgreichen letzten Saison, hatte heuer bisher lediglich mäßige Auftritte. Gegen Wiener Neustadt zeigte Huspek mit seinem gewohnten Spieler wieder auf: dynamisch, dribbelfreudig und mit seiner diagonalen Spielweise an vielen Offensivaktionen entscheidend beteiligt.

Die dritte tragende Säule der Grödiger in diesem Spiel war Stefan Nutz – mal wieder. Der Mittelfeldspieler hatte einen enorm großen Aktionsradius – mal wieder. Neben dem oben zu sehenden weitreichenden Kombinationsspiel war Nutz mit drei Tackles, zwei abgefangenen Pässen und sechs Ballsicherungen auch gegen den Ball enorm wichtig.

Wolfsberger AC – SV Josko Ried 4:1

Fünf Spiele, fünf Siege. Die Weste des Wolfsberger AC bleibt auch nach dem Heimspiel gegen die SV Ried makellos. Obwohl das Team von Dietmar Kühbauer früh in Rückstand geriet, gewann es letztlich deutlich mit 4:1 und schraubte das Torverhältnis auf 16:3 hoch.

Gefährlich wurden die Kärntner fast ausschließlich über ihre linke Offensivseite, was auf das Verhalten der offensiven Dreierreihe zurückzuführen ist. Peter Zulj weicht von der Zehnerposition meist nach links aus, wo mit Jacobo ein spielmachender Akteur agiert. Auf der rechten Seite hat man in Christopher Wernitznig hingegen einen Spieler, der in aller Regel breit agiert und über Diagonaldribblings oder nach Verlagerungen gefährlich wird – so gesehen auch bei seinem Tor zum zwischenzeitlichen 2:1.

Admira Wacker Mödling – FC Red Bull Salzburg 0:3

Neben dem WAC gibt es nur eine Mannschaft, die in der aktuellen Spielzeit noch ohne Punkteverlust ist, und diese heißt wenig überraschend Red Bull Salzburg. In der Südstadt gewann der Titelverteidiger 3:0 und führt die Tabelle dank des besseren Torverhältnisses an.

Die Mozartstädter boten dabei mit Andre Ramalho und Naby Keita eine Doppelsechs auf, die man in dieser Zusammensetzung noch nicht sah und die durchaus interessant agierte. Im obigen Bild sieht man die Balleroberungen der beiden. Dabei fällt insbesondere die hohe Reichweite auf. Egal ob links, rechts, im Angriffs- oder Verteidigungsdrittel – einer der beiden war stets zur Stelle.

Waren die Salzburger in Ballbesitz, waren die Rollenverteilungen klarer. Ramalho spielte tiefer und war die erste Anspielstation für die Verteidiger bzw. fiel auch selbst in die erste Aufbaulinie zurück. Keita agierte fast ausschließlich in der gegnerischen Hälfte und hatte kaum Aktionen im Mittelkreis. Entweder bespielte er den Zehnerraum oder unterstützte in den Halbräumen.

SK Sturm Graz – FK Austria Wien 1:1

Im Sonntagsspiel trafen mit Sturm Graz und Austria Wien zwei Teams aufeinander, die trotz der Kürze der bisherigen Saison schon durch ein Tal gehen mussten bzw. noch immer in einem solchen stecken. So warten die Veilchen noch immer auf den ersten Sieg unter Neo-Coach Gerald Baumgartner. Der 49-Jährige hat zwar klare Vorstellungen, wie das Spiel aussehen soll, hat aber noch nicht den Weg zur Umsetzung gefunden, wechselt vor allem personell viel.

Im Zentrum setzte Baumgartner zunächst auf eine klare Sechser-Achter-Zehner-Staffelung mit Mario Leitgeb, David de Paula und Alexander Grünwald. Mit der Rückkehr von WM-Teilnehmer James Holland änderte sich dies. Mit dem Australier in der Startelf gleicht die Grundformation der Austria eher einem 4-2-3-1 als dem 4-3-3 vom Saisonbeginn. Mit Holland und Leitgeb erhöht sich zwar die Pressingstärke, was wohl der Hauptgrund für ihren Einsatz ist, allerdings fehlen gerade im Spielaufbau nach vorne die Verbindungen. Dass das Tor der Austria nach einem Konter fiel, ist also kein Zufall.

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

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