Neben den ausführlichen Spiel- und den Toranalysen gibt abseits.at in dieser Rubrik einen kompakten Überblick über alle Spiele der letzten Runde in der tipico... Taktikboards zur 9. Runde der tipico Bundesliga 2014/2015

Markus SuttnerNeben den ausführlichen Spiel- und den Toranalysen gibt abseits.at in dieser Rubrik einen kompakten Überblick über alle Spiele der letzten Runde in der tipico Bundesliga. Wir sehen uns dabei in erster Linie Statistiken und Taktikboards an, die von der offiziellen Website der österreichischen Bundesliga bzw. vom britischen Sportdatenunternehmen Opta bereitgestellt werden.

SK Rapid Wien – Wolfsberger AC 3:0

Nach dem sensationellen 1:0-Sieg gegen Red Bull Salzburg wurde der Wolfsberger AC vom SK Rapid wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die Wiener gewannen diese Begegnung nämlich mit 3:0. Beide Teams mussten dabei Stützen auf den Flügeln vorgeben.

Aufseiten von Rapid ersetzte Philipp Schobesberger den gesperrten Louis Schaub. Der 20-Jährige agierte dabei so wie es zu erwarten war. Er spielte breiter und marschierte konsequenter die Linie entlang. Den Großteil seiner Dribblings verzeichnete er daher in Zonen, die von Schaub äußerst selten bespielt wurden. So lastete spielerisch viel an Kapitän Steffen Hofmann, der diese Aufgabe aber souverän löste und sieben Torschüsse vorbereitete. Doch auch Schobesbergers Ausbeute konnte sich sehen lassen: zwei Torschüsse, drei Torschussvorlagen.

Manuel Kerhe, der beim WAC erwartungsgemäß anstelle von Christopher Wernitznig spielte, agierte ebenfalls sehr geradlinig. Allerdings sah man vom 27-Jährigen weniger Offensivaktionen. Rapid dominierte das Spiel, hatte 58% Ballbesitz. Kontersituationen wurden hingegen nicht zugelassen.

Dass die Ballbesitzstatistik so deutlich ausfiel, war aufgrund der unterschiedlichen Philosophien der beiden Teams allerdings nicht überraschend. Der WAC setzte wieder auf ein tiefes Pressing und positionierte sich in einem tiefen Block. Rapid ist hingegen meist bestrebt, den Ball zu kontrollieren und umspielte dementsprechend diesen tiefen WAC-Defensivblock, wie man anhand der obigen Grafik erkennen kann. Der zentrale Raum vor dem gegnerischen Strafraum, wo der WAC kompakt stand, wurde meist umspielt bzw. versucht die Formation der Kärntner mit Seitenverlagerungen auseinanderzureißen.

SV Josko Ried – SK Sturm Graz 0:1

Der SK Sturm Graz muss sich derzeit um einen neuen Trainer umsehen, denn Darko Milanic verabschiedete sich in Richtung England zu Leeds United. Zum Abschluss der durchwachsenen Ära des Slowenen gab es für die Blackies einen schmeichelhaften 1:0-Auswärtssieg bei der SV Ried.

Matchwinner für die Steirer war Lukas Spendlhofer. Der Leihspieler von Inter Mailand agierte in der Innenverteidigung kompromisslos, was man anhand seiner Defensivaktionen erkennt – kein abgefangener Ball und nur ein Tackle, bei elf klärenden Aktionen. Dafür hatte er mit 83% die mit Abstand höchste Passquote aller Innenverteidiger am Feld.

Für die Rieder war diese Niederlage unverdient, denn sie hatten mehr vom Spiel und Sturm traf mit der einzigen nennenswerten Torchance; wenngleich auch sie im spielerischen Bereich nicht überzeugten. Besonders markant war, dass das Team von Oliver Glasner auf der Zentralachse verhältnismäßig wenig Präsenz zeigte.

Admira Wacker Mödling – SV Scholz Grödig 0:0

Das einzige torlose Spiel dieser Runde fand in der Südstadt statt, wo Admira Wacker Mödling auf den SV Grödig traf. Aufseiten der Gäste kristallisiert sich in der bisherigen Saison Red-Bull-Leihgabe Yordy Reyna als einer der Schlüsselspieler heraus. Auch gegen die Admira sorgte der Peruaner für viel Betrieb.

In den ersten Spielen der Saison agierte Reyna noch als falscher Neuner, bewegte sich im Aufbau hauptsächlich horizontal um dann mit seiner Antrittsstärke die Schnittstellen in die Tiefe zu attackieren. Auch in Umschaltmomenten erzeugte er Gefahr. Gegen die Admira spielte der Rechtsfuß am linken Flügel. Dort suchte er entweder mit Dribblings den Weg in die Mitte oder probierte seine Mitspieler mit Diagonalpässen in den Strafraum einzusetzen.

SCR Altach – SC Wiener Neustadt 2:0

Nach der 1:5-Heimklatsche gegen Rapid Wien verlor der SC Wiener Neustadt auch das Auswärtsspiel in Altach und liegt nun am vorletzten Tabellenplatz. Gegen den Aufsteiger hielten die Niederösterreicher aber durchaus gut mit, hatten auch mehr Torschüsse. Interessant ist dabei die Vielfalt, wie diese vorbereitet wurde. Egal ob Steil- oder Rückpässe, Hereingaben von der Seite oder dem Halbfeld – Wiener Neustadt deckte ein breites Spektrum ab.

FC Red Bull Salzburg – FK Austria Wien 2:3

Zum ersten Mal in der Ära von Red Bull verliert Salzburg drei Bundesligaspiele in Folge. Nachdem der Doublesieger in den letzten Runde gegen Sturm Graz und dem Wolfsberger AC den Kürzeren zog, ging man auch gegen die zuletzt angeschlagene Wiener Austria als Verlierer vom Platz. Die Veilchen fanden mit dem zweiten Sieg en suite hingegen den Anschluss ans Tabellenmittelfeld.

Wie in der Spielanalyse bereits detailliert erläutert verzichtete die Austria weitestgehend auf das zu Saisonbeginn von Trainer Gerald Baumgartner propagierte nach vorne Verteidigen. Man stand sehr tief, wirkte aber im Vergleich zum WAC und vor allem Sturm stabiler. Zwar verbuchte auch die Austria um den Strafraum herum viel klärende Aktionen und blockten Schüsse teilweise erst spät, jedoch zeigt die obige Grafik auch, dass man im Abwehrdrittel durchaus Zugriff hatte. Anstatt den Ball wegzuschlagen, erreichten die Veilchen viele direkte Balleroberungen. Dementsprechend weniger Ballsicherungen standen bei den Bullen zu Buche.

Ergänzend zu den erwähnten gruppentaktischen Abläufen sei an dieser Stelle auch die besondere Rolle von Markus Suttner erwähnt. Der Linksverteidiger des FAK brach auf seiner Seite kaum durch, sondern suchte beim Übergang ins Angriffsdrittel den Weg ins Zentrum, wie die obenstehende Grafik verdeutlicht. Zwei Torchance bereitete er auf diese Weise vor.

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

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