Selten zuvor war eine Bundesliga-Saison nach 16 Runden derartig eng. Während in der letzten Saison nach 16 Runden der Tabellenführer vom Sechsten acht Punkte... tipp3 Bundesliga Vorschau, 17.Runde – Weiterhin vier Punkte zwischen sechs Teams oder trennt sich die Spreu von Weizen?

Selten zuvor war eine Bundesliga-Saison nach 16 Runden derartig eng. Während in der letzten Saison nach 16 Runden der Tabellenführer vom Sechsten acht Punkte entfernt war und es ein Jahr davor sogar 13 Punkte waren, trennen derzeit nur vier Punkte die besten sechs Teams. Nach der 17.Runde wird dies mit großer Sicherheit anders aussehen, auch wenn es mit Admira – Ried nur eine Partie gibt, in der zwei Teams aus den Top-6 direkt aufeinandertreffen.

FK Austria Wien – SV Mattersburg

Samstag, 16:00 Uhr | Generali-Arena | SR Schüttengruber

Bei der Austria ändert sich nach dem Europa-League-Auswärtsspiel bei Metalist Kharkiv personell nichts. Weiterhin muss Karl Daxbacher Manuel Ortlechner und Roland Linz vorgeben, Kaja Rogulj fällt für den restlichen Herbst aus. Nach dem einen oder anderen Aussetzer von Peter Hlinka im Europacup, unter anderem vor dem 2:1 durch Edmar, ist Emir Dilaver ein heißer Tipp auf einen Platz in der Startelf. In der Offensive wird sich nichts ändern – hinter Solospitze Barazite spielen Jun, Junuzovic und Gorgon, dahinter Mader und der gelbgefährdete Grünwald. Bei Mattersburg kehrt Abwehrchef Adnan Mravac nach seiner Sperre in die Mannschaft zurück und es ist erneut offen, ob im zentralen Mittelfeld Seidl oder Parlov beginnt. Wie schon gegen Rapid setzt SVM-Coach Lederer auf das treffsichere Stürmerduo Naumoski-Bürger. Der Einsatz von Rath ist fraglich, sicher fehlen Rodler, Domoraud, Spuller und Doleschal. abseits.at tickert das Spiel live!

Man to watch: Alexander Grünwald. Der 23-jährige Mittelfeldspieler der Austria muss einen Schritt nach vorne machen und das Spiel gegen Mattersburg könnte dafür eine Gelegenheit sein. Auf seiner zentralen Position im Mittelfeld ist er eine Schlüsselfigur im Spiel nach vorne und zugleich der Spieler, der bei den gefürchteten, direkten Gegenstößen der Burgenländer gefragt sein wird. Außerdem erzielte Grünwald im ersten Aufeinandertreffen mit Mattersburg (4:2, a) zwei Tore und traf auch in der Vorsaison für Wiener Neustadt gegen den SVM.

 

Kapfenberger SV 1919 – SK Rapid Wien

Samstag, 18:30 Uhr | Franz-Fekete-Stadion | SR Hameter

Bei Kapfenberg werden die Karten neu gemischt und es ist noch völlig offen, mit welchem System und welcher Aufstellung der neue Trainer Thomas von Heesen aufwarten wird. Es ist unwahrscheinlich, dass jeder Stein auf demselben bleiben wird, Rotation auf den Positionen von Prokoph, Sharifi oder Schönberger sind wahrscheinlich. Daniel Harrer ist gelbgesperrt, Taboga, Sencar, Elsneg und Sharifi gelbgefährdet und Pavlov verletzt. Der Tabellenletzte ist klarer Außenseiter, hat allerdings nur 50% seiner Heimspiele verloren.

Rapid-Trainer Peter Schöttel muss umstellen und die gesperrten Drazan und Heikkinen ersetzen. Statt Heikkinen spielt aller Voraussicht nach Kulovits, die Alternativen für Drazan sind allerdings rar und es gibt gleich drei mögliche Umstellungsvarianten: Entweder Schöttel bringt ein 4-4-2 mit Burgstaller auf dem linken Flügel, sowie Nuhiu und Alar als Angreifer, oder er ersetzt Drazan direkt mit Alar, oder aber Burgstaller spielt in einem 4-2-3-1 links und Nuhiu oder Alar mimen die Solospitze. Michael Schimpelsberger ist vor dem Heimspiel gegen Wacker Innsbruck gelbgefährdet.

Man to watch: Thomas von Heesen. Der neue Kapfenberg-Trainer muss schon im ersten Spiel auf der Bank der Obersteirer beweisen, dass er das Ruder herumreißen kann. Das beginnt bei der Körpersprache, geht über die Aufstellung, bis hin zu etwaigen Wechseln. Es wird interessant zu beobachten sein, wie der Deutsche das „billigste Team der Liga“ einstellen wird.

 

FC Trenkwalder Admira – SV Ried

Samstag, 18:30 Uhr | Südstadt | SR Harkam

An der Personalsituation der Admira hat sich nichts verändert, wonach sich auch am klassischen 4-4-2-System nichts ändern wird. Das Innenverteidigerduo besteht erneut aus Drescher und Dibon, die Angreifer sind Hosiner und Ouedraogo. Im Mittelfeld wird Toth den Vorzug gegenüber Schachner bekommen. Die Südstädter haben in den letzten vier Bundesligaspielen nur einen Treffer erzielt und zwei Punkte geholt und fielen damit auf den vierten Platz – allerdings punktegleich mit Tabellenführer Austria – zurück.

Die SV Ried hat fast alle Spieler an Bord, einzig Hammerer, Karner und der erkrankte Ziegl fehlen. Im typischen 3-3-3-1 setzt Gludovatz auf die Qualität von Spielern wie Meilinger oder Carril, um der Admira spielerisch zuzusetzen. Im Angriff ist das Rennen zwischen Nacho Casanova, Guillem und Zulj offen – für Daniel Beichler, der auf mehreren Positionen im 3-3-3-1 eingesetzt werden könnte, bleibt derzeit nur die Bank. Mit Hinum, Hadzic und Rotpuller sind drei Rieder gelbgefährdet.

Man to watch: Philipp Hosiner. Die Admira leidet unter akuter Ladehemmung und es liegt an Goalgetter Philipp Hosiner diese zu beenden. Der Neo-Teamspieler traf das letzte Mal am 25.September, also vor fast zehn Wochen, beim 2:1 gegen Red Bull Salzburg (beide Treffer). Die Misere der Admira kann nur durch Tore beendet werden – und für die soll Hosiner sorgen.

 

FC Wacker Innsbruck – SK Sturm Graz

Sonntag, 16:00 Uhr | Tivoli | SR Grobelnik

Der FC Wacker Innsbruck ist nach Mattersburg die zweitschwächste Heimmannschaft der Liga – der SK Sturm das zweitschwächste Auswärtsteam nach Kapfenberg. Innsbruck-Trainer Walter Kogler kann seine stärkste Mannschaft aufbieten und wird gegen Sturm ein 4-1-4-1 bzw. ein 4-1-3-1-1 aufbieten. Dabei hofft er auf die spielerische Klasse von Merino, die Kampfkraft von Burgic und mögliche Überraschungsmomente durch Wernitznig oder seinen neuen Superjoker Ildiz. In der Abwehr rückt der zuletzt gesperrte Kofler wieder ins Team. Hauser und Schütz müssen nach der nächsten gelben Karte ein Spiel aussetzen.

Sturm Graz muss nach der Europa-League-Pleite bei Lok Moskau vollen Fokus auf die Liga legen, um nicht vorzeitig ins Hintertreffen zu geraten. Der Heimsieg gegen die Admira war wichtig, doch schon am Tivoli muss Sturm nachlegen, um den Anschluss an die Spitze zu halten. Nach dem kalten, demotivierenden Spiel in Moskau ist in Graz jedoch noch Wundenlecken angesagt – einige Spieler sind nicht 100%ig fit, im foda`schen 4-4-2 wird es erneut Umstellungen geben. Die Hoffnung auf den ersten Auswärtssieg 2011/12 sollen vor allem die ordnenden Kräfte wahren: Weber und Säumel steht eine arbeitsintensive Partie bevor, möglich auch, dass Patrick Wolf nach seiner Nachdenkpause wieder eine Chance bekommt.

Man to watch: Roman Kienast. Nach regelmäßigen schwachen Leistungen traf der beste Sturm-Torschütze der Meistersaison zuletzt gegen die Admira und servierte Florian Kainz das 1:1 in Moskau mit einem idealen Pass. Gegen Innsbruck muss er diesen leichten Aufwärtstrend bestätigen und die Tormaschinerie wieder in Gang bringen – gegen den FC Wacker erzielte Kienast nur eines seiner bisher 29 Bundesligatore. Zudem ist Kienast derzeit der einzige gelbgefährdete Sturm-Akteur.

 

SC Wiener Neustadt – Red Bull Salzburg

Sonntag, 18:30 Uhr | Stadion Wr.Neustadt | SR Krassnitzer

Der Underdog aus Wiener Neustadt legte zuletzt eine beachtliche Erfolgsserie hin: 2:2 bei der Austria, 3:1 über Sturm, 0:0 gegen die Admira. Stögers Team hat Lunte gerochen, kommt mit der druckfreien Situation gut zurecht und liegt bereits neun Punkte vor dem letzten Tabellenplatz. Gegen Salzburg fehlt weiterhin Mario Reiter, das Team von Peter Stöger wird aber auch gegen den Vizemeister nicht großartig umgestellt werden. Das 4-4-2 bleibt, die Spielanlage und die Kontertaktik ebenfalls. Wolf, Reiter und Madl sind gelbgefährdet.

Red Bull Salzburg konnte in der Europa League dank des beachtlichen 2:0-Sieges über Paris SG Selbstvertrauen tanken – allerdings ging der Erfolg auch an die Substanz: Schiemer, Schwegler und Alan fehlen weiterhin, Leonardo, Jantscher und Pasanen sind frisch angeschlagen. Möglich, dass Ricardo Moniz in der Liga wieder anderen ihre Chance gibt, etwa den zuletzt zum Reservisten degradierten Simon Cziommer oder Roman Wallner, der heuer immerhin schon sieben Pflichtspieltore für die Bullen erzielte. Der Brasilianer Douglas und der Niederländer Mendes könnten wie schon gegen Kapfenberg erneut in der ersten Elf stehen.

Man to watch: Günter Friesenbichler. Der Bundesliga-Spätzünder hatte in den letzten Wochen viel Spaß: Zuerst traf der 32-Jährige gegen den SK Sturm zum 3:0, danach in der Schlussminute zum 2:2 gegen die Austria. Die große Führungspersönlichkeit im Team von Peter Stöger ist nun heiß auf Salzburg und hat erneut vor, nicht viele Chancen zu vergeben.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen