Während der gesamten bisherigen Saison konnte sich kein Team vorne absetzen. Heute hat der SK Rapid Wien zumindest temporär die Gelegenheit dazu. Mit einem...

Während der gesamten bisherigen Saison konnte sich kein Team vorne absetzen. Heute hat der SK Rapid Wien zumindest temporär die Gelegenheit dazu. Mit einem Sieg in Salzburg würde der Vorsprung der Grün-Weißen auf maximal sechs Punkte anwachsen. Sturm, Ried und die Wiener Austria könnten Salzburg überholen. Oder aber: Salzburg holt sich mit einem Sieg gegen Rapid die Tabellenführung. Für Spannung ist vor der 24.Runde auf jeden Fall gesorgt!

SK Sturm Graz – SC Wiener Neustadt

Samstag, 16:00 Uhr | UPC-Arena | SR Prammer

Das erste Saisonduell mit dem SC Wiener Neustadt konnte Sturm Graz mit 5:0 für sich entscheiden. Darko Bodul erwischte einen tollen Tag und erzielte zwei Tore – doch der Führende der Torschützenliste hat derzeit keine Stammplatzgarantie. Zu wechselhaft waren seine Leistungen in den letzten Runden. Und der ambitionierte Rubin Okotie klopft bereits an der Startelf an. Der Fokus liegt allgemein auf der Offensive der Grazer, denn während defensiv alles bestens läuft, hat Sturm ähnliche Probleme wie Rapid: Die Tordifferenz des Meisters beträgt in den ersten vier Frühjahrsspielen 1:0. Der Treffer von Imre Szabics zum 1:0 gegen den SV Mattersburg war der einzige Torerfolg der Grazer im Frühjahr – danach gab es eine Dreierserie von torlosen Remis.

Durch den Lauf des SV Mattersburg ist Wiener Neustadt nun der heißeste „Konkurrent“ des Kapfenberger SV im Kampf gegen den Abstieg. Die Stöger-Elf hat dennoch weiterhin zehn Punkte Vorsprung auf die Kapfenberger und das Auswärtsspiel beim Meister ist keine Partie, in der die Niederösterreicher punkten müssen. Daher kann der Tabellenneunte befreit aufspielen, hat nichts zu verlieren und kann glücklicherweise wieder auf Ramsebner zurückgreifen, der den gesperrten Madl in der Innenverteidigung ersetzen wird.

Gelbgefährdet: Wolf, Feldhofer bzw. A.Schicker, Evseev, Stanislaw, Klapf, D.Wolf, Reiter, Ramsebner.

Man to watch: Imre Szabics. Der Ungar erzielte das bisher einzige Sturm-Tor im Frühjahr und ist auch beim Heimspiel gegen Wiener Neustadt als Torschütze gefragt. Es müssen wieder Treffer her und Szabics ist wohl der heißeste Kandidat für Zählbares.

 

Red Bull Salzburg – SK Rapid Wien

Samstag, 18:30 Uhr | Red Bull Arena | SR Eisner

Die Salzburger holten sich trotz eines Remis in Innsbruck Selbstvertrauen für das Gipfeltreffen mit dem SK Rapid. Die Elf von Ricardo Moniz zeigte sich klar verbessert und kompakter – nur mit dem Toreschießen klappt es noch nicht. Vor allem Jonathan Soriano ließ zahlreiche Sitzer aus, aber gerade deshalb ist er im Spiel gegen Rapid wohl der gefährlichste Mann. Die Roten Bullen erzielten bisher erst zwei Meisterschaftstore im Frühjahr, holten magere fünf Punkte aus vier Spielen, können aufgrund der ebenfalls schwächelnden Konkurrenz mit einem Sieg über Rapid die Tabellenführung übernehmen. Moniz wird auf das typische 4-2-3-1-System setzen und Martin Hinteregger wieder in die Mannschaft nehmen. Gut möglich, dass er neben Ibrahim Sekagya spielt, der gegen Wacker Innsbruck einen passablen Job machte.

Rapid muss auf den gesperrten Christopher Trimmel verzichten, die bevorstehende Personalrochade ist jedoch logisch: Guido Burgstaller wird aller Voraussicht nach die Position Trimmels im rechten Mittelfeld einnehmen. Im Angriff hat Atdhe Nuhiu die besten Chancen auf einen Einsatz. Aber auch eine Überraschung ist möglich: Deni Alar wäre etwa ein guter Kandidat, um die manchmal hölzerne Salzburg-Abwehr mit technischer Raffinesse in Verlegenheit zu bringen. Auch das Ergebnis ist aufgelegt: Die letzten fünf Duelle zwischen Salzburg und Rapid in der Red Bull Arena endeten Unentschieden. Ein Ergebnis mit dem Rapid diesmal eher leben könnte, als Salzburg.

Gelbgefährdet: Leonardo, Maierhofer bzw. Pichler, Prager, Trimmel, Drazan, Nuhiu.

Man to watch: Stefan Maierhofer. Wenn’s gegen Rapid geht, ist der „Lange“ besonders motiviert. Die Frage ist nur, ob er spielen wird. Es ist möglich, dass er an vorderster Front spielt und Soriano in seinem Rücken hat. Aber auch der Platz auf der Bank scheint nicht unwahrscheinlich.

 

SV Mattersburg – FC Wacker Innsbruck

Samstag, 18:30 Uhr | Pappelstadion | SR Hameter

Man darf sich aus dem Fenster lehnen: Wenn Mattersburg den FC Wacker Innsbruck besiegt, ist man endgültig raus, aus dem Abstiegskampf. Und nicht nur das: Die Burgenländer würden die Tiroler mit einem Heimsieg sogar überholen und auf den siebten Tabellenplatz klettern. Trainer Franz Lederer muss allerdings auf den gesperrten Ilsanker und den verletzten Pöllhuber verzichten, zudem weiterhin auf die rekonvaleszenten Steiner, Doleschal und Domoraud. Angesichts der Topform von Freigeist Ilco Naumoski braucht sich Lederer allerdings vorerst wenige Gedanken um seine Defensive machen. Bei den Mattersburgern läuft es einfach – das belegen drei Siege in Serie, was Mattersburg wiederum das letzte Mal im August 2009 gelang.

Doch vor dem FC Wacker Innsbruck ist Vorsicht geboten. Auswärts ist die Mannschaft von Walter Kogler der Remiskönig der Liga: Von elf Auswärtsspielen sahen sieben keinen Sieger. Dafür verlor Wacker in der Fremde auch nur zweimal. Die bisherigen Saisonduelle der beiden Teams endeten jeweils 1:1. Und Kogler muss aufgrund kleinerer Wunden, die seine Kicker nach dem Nachtragspiel gegen Salzburg am Mittwoch noch lecken, seine Mannschaft umstellen. Bei insgesamt drei Spielern ist der Einsatz fraglich. Am 4-1-4-1 wird jedoch kein Ausfall etwas ändern.

Gelbgefährdet: Naumoski, Mravac, Seidl, Steiner, Höller bzw. Schreter, Kofler, Schütz.

Man to watch: Ilco Naumoski. Wen soll man in diesem Spiel beobachten, wenn nicht ihn!? Der 28-jährige Mazedonier funktioniert, ist in seiner gefürchteten Bussi-Laune, was stets ein Indiz dafür ist, dass die Stimmung in Mattersburg gut ist. Aber Vorsicht: Wenn er gegen Wacker Innsbruck seine neunte gelbe Karte kassiert, ist er in Wien-Hütteldorf gesperrt…

 

SV Ried – Kapfenberger SV 1919

Samstag, 18:30 Uhr | Keine-Sorgen-Arena | SR Ouschan

Das Frühjahr brachte für die Rieder einen Absturz: Vier Spiele, vier Niederlagen, 1:8-Tore. Damit ist man vorerst das schlechteste Frühjahrsteam. Der Lieblingsgegner aus Kapfenberg kommt da gerade rechtzeitig: Die letzten drei Spiele gegen Kapfenberg gewannen die Innviertler allesamt. Allerdings sollten die Stürmer nun wieder beginnen ihren Fokus aufs Toreschießen zu verlagern. Guillem wirkt bereits die gesamte Saison wie ein Fremdkörper, Robert Zulj vergibt zu viele Chancen, Nacho Casanova leidet unter akuter Ladehemmung. Insgesamt stehen auf dem Konto der Rieder nur neun Stürmertore. Gludovatz startet mit dem klassischen 3-3-3-1-System, Guillem hat die besten Karten auf einen Einsatz an vorderster Front.

Kapfenberg-Coach Thomas von Heesen wird wieder ein 4-1-4-1-System mit dem robusten Rumänen Florin Lovin als Abräumer aufbieten. Die offensiven Hoffnungen ruhen auf Haruna Babangida und Nathan Junior, die das Spiel der Kapfenberger bisher beleben konnten. Ein oft übersehener Vorteil dessen: Spieler wie David Sencar oder Dieter Elsneg haben durch die neuen Legionäre weniger Druck – es lastet weniger Verantwortung auf ihren Schultern und so können die Alteingesessenen frei aufspielen. Verlieren ist in Ried einmal mehr verboten – der Rückstand auf Wiener Neustadt beträgt weiterhin zehn Punkte…

Gelbgefährdet: Hinum bzw. Sharifi, Elsneg, Gregoritsch.

Man to watch: Anel Hadzic. Der 22-jährige Mittelfeldmotor der SV Ried erzielte zwei seiner zehn Bundesligatore gegen Kapfenberg – beide in der laufenden Saison. Es wird viel auf die Spielmacherqualitäten Hadzics ankommen, zumal in Ried derzeit auch die Einfädler gefragt und gefordert sind.

 

FK Austria Wien – FC Trenkwalder Admira

Sonntag, 16:30 Uhr | Generali-Arena | SR Schüttengruber

Ivica Vastic fühlt sich nach dem 1:0-Sieg in Innsbruck in seiner Linie bestätigt, verzichtet erneut auf die ausgemusterten Routiniers Hlinka und Linz. Der gesperrte Florian Klein wird voraussichtlich direkt durch Emir Dilaver ersetzt. Am 4-2-3-1 der Austria wird sich nichts ändern, wonach Kienast die besten Chancen auf einen Einsatz als Solospitze hat. Im offensiven Mittelfeld sind die Positionsverteilungen allerdings noch offen: Gorgon ist gesetzt, um die weiteren Plätze rittern derzeit Jun, Simkovic, Stankovic und Leovac. Das defensive Mittelfeld mit Holland und Liendl steht hingegen fest. In den bisherigen Saisonduellen dieser beiden Mannschaften gab es jeweils Auswärtssiege: Die Admira gewann in Wien-Favoriten mit 4:2, die Austria in der Südstadt mit 3:0. Drei von fünf Austria-Toren wurden dabei von Spielern erzielt, die heute nicht mehr in Favoriten unter Vertrag stehen.

Die Admira muss weiterhin auf Ouedraogo, Mevoungou und Dibon verzichten, kann jedoch wieder auf Gernot Plassnegger zurückgreifen, der im Sinne des Mottos „never change a winning team“ vorerst auf der Bank Platz nehmen wird. Das 4-4-2 der Admira steht nach zwei Siegen in Serie fest – nach seinem ersten Bundesligator ist auch der 17-jährige Marcel Sabitzer wieder mit von der Partie. Die große Hoffnung besteht, dass Philipp Hosiner ausgerechnet im Auswärtsspiel bei der Austria der Knoten platzt. Seit September erzielte Hosiner nur ein einziges Tor – beim letzten Auswärtsspiel in Wien-Favoriten traf er jedoch gleich dreimal.

Gelbgefährdet: A.Grünwald, Ortlechner, Suttner, Simkovic, Margreitter bzw. Ouedraogo, Schwab, Drescher, Palla.

Man to watch: Philipp Hosiner. Drei Tore beim letzten Auswärtsspiel gegen die Austria – schafft er diesmal ein ähnliches Kunststück?

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

  • Narya

    10.März.2012 #1 Author

    Trimmel ist gelbgefährdet? 😉 

    Antworten

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