In dieser Serie sollen jede Runde parallel zu den üblichen Spielanalysen ein paar Tore hinsichtlich der Entstehung, individueller Fehler oder  taktischer Feinheiten genau untersucht... Toranalyse zur 25. Runde der tipp3-Bundesliga | Gartner, Rivera, Wallner

Taktik, Theorie, TaktikboardIn dieser Serie sollen jede Runde parallel zu den üblichen Spielanalysen ein paar Tore hinsichtlich der Entstehung, individueller Fehler oder  taktischer Feinheiten genau untersucht und analysiert werden. In der Toranalyse zur 25. Runde nimmt abseits.at die Treffer von Christian Gartner (SV Mattersburg), Ruben Rivera (Wolfsberger AC) und Roman Wallner (Wacker Innsbruck) unter die Lupe.

SK Rapid Wien – SV Mattersburg 0:2, Christian Gartner (50. Minute)

Ein torreiches Spiel boten am Samstagabend der SK Rapid Wien und der SV Mattersburg. Die beiden Mannschaften trennten sich 2:2 – für die Wiener eine Bestätigung der Krise, für die Burgenländer angesichts dessen, dass mehr drin war, etwas ärgerlich. Als Christian Gartner in der 50. Minute das 2:0 für die Gäste erzielte, schien ein Sieg in Hütteldorf nämlich sehr wahrscheinlich zu sein. Der grundlegende Fehler der Wiener war dabei die Raumaufteilung.

Mattersburg hat an der Seitenlinie den Ball, dementsprechend stark versuchen die Gastgeber dorthin zu verschieben. In Ballnähe ist zwar der Druck sehr hoch, allerdings fehlt die nötige Rückendeckung. Rapid steht in zwei Blöcken, denen die Bindung fehlt, um ein Ausbrechen der Mattersburger abzusichern. Besonders schwerwiegend ist die fehlende Abstimmung der beiden Innenverteidiger, Mario Sonnleitner (rot) und Markus Heikkinen (weiß), deren Abstand zueinander zu groß ist. Patrick Farkas (blau) kann Sonnleitner überspielen und hat anschließend freie Bahn um in den Strafraum vorzudringen. Um dies zu verhindern hätten sowohl Heikkinen als auch Thomas Schrammel (schwarz) stärker zum aktiven Flügel hin verschieben müssen. Torschütze Gartner (gelb) hat die gesamte Szene eine unauffällige Rolle inne, er kommt aus der Tiefe und berührt den Ball nur einmal – beim Torschuss.

Hier sieht man die Auswirkungen der oben genannten Fehlstellungen. Heikkinen will naturgemäß den ballführenden Farkas stellen, muss aber auch darauf achten, dass sein ursprünglicher Gegenspieler von einem Mitspieler übernommen wird. Wäre Schrammel zentraler gestanden, wäre diese Übergabe schneller vonstatten gegangen, da er einen kürzeren Weg gehabt hätte. Zudem wäre jener für Heikkinen zum Ball ebenfalls kürzer gewesen. Zu beachten sind auch die Laufwege von Harald Pichler (oragne) und Dominik Wydra (grün), die als nominelle Doppelsechs dafür Sorge zu trage haben, dass das Zentrum „zu ist“.

Heikkinen stellt Farkas, der daraufhin in die Mitte dribbelt und etwas Tempo aus dem Angriff rausnimmt – für Rapid die Möglichkeit, den Ball zurückzuerobern. Zwar schaffen die Hütteldorfer es nicht, Farkas vom Spielgerät zu trennen, aber eine gute Raumaufteilung hätte dafür sorgen können, dass dieser keine Anspielstation findet. Pichler orientiert sich richtigerweise zum Mattersburger an der Strafraumgrenze, Stürmer Patrick Bürger fällt als Option aufgrund seiner Abseitsstellung ebenfalls weg. Die einzige Möglichkeit ist ein Pass in den Rückraum, in den Gartner (nicht im Bild) läuft. Diesen hätte Wydra blockieren müssen, da er in dieser Aktion aber nur herumtrabt kann sein Altersgenosse das Tor erzielen.

FC Admira Wacker Mödling – Wolfsberger AC 0:1, Ruben Rivera (75. Minute)

Nachdem die Admira in der letzten Runde ihre Negativserie mit einem 2:1-Auwärtssieg bei Sturm Graz beendete, musste sie gegen den Wolfsberger AC den nächsten Rückschlag hinnehmen. Obwohl sich die Niederösterreicher ein deutliches Chancenplus herausspielten mussten sie sich dem Aufsteiger 0:1 geschlagen geben. Zum Verhängnis wurden den Niederösterreichern neben der schlechten Chancenauswertung die unstrukturierten Defensivabläufe. So auch beim entscheidenden Treffer durch Ruben Rivera.

Nachdem die Admiraner einen Angriff der Wolfsberger am Sechszehner abfangen können ergibt sich die obige Situation. In der Mitte hat Lukas Thürauer die Möglichkeit den Ball endgültig zu klären. Dem 25-Jährigen unterläuft allerdings ein haarsträubender Fehlpass, der in den Füßen von Michele Polverino mündet. Der Fehler ist allerdings nicht nur in diesem Fehlpass zu suchen. Wie man oben sieht stimmt bei der Kühbauer-Elf nämlich die gesamte Ordnung nicht. Blau markiert sind die Verteidiger, schwarz die Mittelfelspieler. Besonders Christoph Schößwendter (vorderster blaue Punkt) und Rene Seebacher (hinterster schwarzer Punkt) stechen hierbei hervor.

Hier sieht man den Zeitpunkt des Ballverlusts. Polverino dribbelt aufs Tor zu, sorgt so für noch mehr Unordnung in der Admira-Defensive. In der Mitte ist aufgrund der oben erwähnten Positionen von Schößwendter und Seebacher inzwischen Rivera (gelb) freigeworden, der schließlich den Siegtreffer für seine Mannschaft erzielt.

FC Wacker Innsbruck – FC Red Bull Salzburg 1:0, Roman Wallner (3. Minute)

Nicht minder aufregend als das 2:2 zwischen Rapid und Mattersburg war das Sonntagspiel zwischen Wacker Innsbruck und Red Bull Salzburg. Auch in diesem Spiel führte der Außenseiter 2:0, ehe die Mozartstädter das Spiel drehten und 3:2 gewannen. Der erste Treffer der Partie wurde von Roman Wallner erzielt und hatte Ähnlichkeit zum oben ausgeführten Tor der Mattersburger.

Die Salzburger stehen prinzipiell gut um den Ballführenden herum, allerdings attackiert Dusan Svento (rot) zu stürmisch. Deshalb wird der Slowake recht einfach von Daniel Schütz (grün) ausgespielt. Mit einem einfachen Dribbling kommt der Innsbrucker hinter den Linksverteidiger und hat dort viel Platz. In der Mitte ist außerdem das Duell zwischen Martin Hinteregger (schwarz) und Carlos Merino (blau) hervorgehoben.

Hinteregger rückt aus dem Zentrum raus, weswegen Merino frei wird. Der Weg des Salzburgers wäre allerdings nicht unbedingt notwendig gewesen. Normalerweise würde der Innenverteidiger – hier Isaac Vorsah (weiß) – die Rückendung des Außenverteidigers übernehmen. Da aber Hinteregger schon früh aus dem Zentrum rausrückt, behält Vorsah stattdessen seine Position bei. Das Problem: Hinteregger erreicht den Ball nicht, gleichzeitig hat auch Vorsah keine Chance Merino nach dem Querpass zeitgerecht zu attackieren. Der Raum für den Spanier wird zusätzlich dadurch erhöht, dass Wallner (gelb) energisch den Weg zum Tor sucht und so seinen Gegenspieler von der Mitte wegzieht. Diesen Freiraum nützt Merino schließlich um Wallner freizuspielen. Der Stürmer befreit sich vom Innenverteidiger und lässt Keeper Alexander Walke mit einem Flachschuss letztlich keine Chance.

Bildquelle: http://www.laola1.tv/

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

  • paul

    14.März.2013 #1 Author

    Glaub, das ist nicht Leitgeb sonder Hinteregger!

    Antworten

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