Die Vorbereitungen für die Fußballsaison 2012/13 sind im vollen Gange, allerorts werden Kondition, Taktik und Technik für Bundesliga und Cup trainiert. Das ist das...

Die Vorbereitungen für die Fußballsaison 2012/13 sind im vollen Gange, allerorts werden Kondition, Taktik und Technik für Bundesliga und Cup trainiert. Das ist das Team, welches den Beweis antreten will, dass auch ohne viele Transfers und großen Namen agiert werden kann.

Das Betreuerteam

Seit 10. Mai 2010 ist der Kroate Nenad Bjelica (40) Trainer des WAC. Der ehemalige Spanien- und Deutschlandlegionär kam 2004 nach zwei Einsätzen bei der Europameisterschaft nach Österreich. Nach zwei Jahren bei der Admira wechselte er zum FC Kärnten, wo er ab September 2007 auch als Spielertrainer fungierte. Nach dem Abstieg in die Regionalliga blieb er bis Winter 2009 Trainer, wechselte dann für ein halbes Jahr zum FC Lustenau. Nachdem er dort der Vertrag aufgrund von Differenzen und eines möglichen Wechsels zum damaligen Bundesligisten Austria Kärnten aufgelöst wurde, übernahm er den WAC/St. Andrä kurz vor Ende der Saison, führte ihn in die Erste Liga und erreichte den guten vierten Rang. In der abgelaufenen Spielzeit konnte seine Mannschaft mit druckvollem und hartem Spiel den Meistertitel erreichen.

Ihm zur Seite steht Co-Trainer Slobodan Grubor (43), mit dem Bjelica schon beim FC Kärnten zusammengearbeitet hatte und der auch beim FC Lustenau dem Trainerteam angehörte. Er coachte den FCL nach der Vertragsauflösung seines jetzigen Chefcoachs in der Saison 2009/10. Der 43-jährige gelernte Innenverteidiger begann seine aktive Karriere beim LASK, spielte des Weiteren bei Oberwart, Vorwärts Steyr, DSV Leoben und dem SV Kapfenberg, ehe er seine Karriere 2007 als Leitwolf beim Amateurteam des FC Kärnten beendete.

Tormanntrainer ist Adi Preschern (41), der eine eigene Torwartakademie betreibt. Er begann seine Karriere in Sittersdorf, wechselte dann einige Jahre zum SAK Klagenfurt. Mit 26 Jahren unterschrieb er beim FC Kufstein seinen ersten Profivertrag, nach zwei Jahren folgte aber wieder der Wechsel nach Kärnten. Familiäre Gründe waren ausschlaggebend, auch ein Karriereende stand im Raum. Der Ehrgeiz packte ihn aber wieder und er wechselte zu Bad Bleiberg und war 2000 plötzlich in der Ersten Liga, erreichte den Vizemeistertitel und das Cup-Halbfinale. Nach einer kurzen Zeit in Ried ließ er seine Karriere bei St. Veit/Glan und dem SAK ausklingen. Alexander Kofler (Austria Lustenau) oder Hubert Auer (Ried, Grödig) absolvierten seine Torwart-Akademie.

Des Weiteren fungiert Rene Poms (36) als Individualtrainer und Coach des Zweitteams. Der Mittelfeldspieler spielte mit dem DSV Leoben in der Ersten Liga, kickte bei verschiedenen Unterhausklubs und war als Spieler und Trainer beim SC Bruck/Mur. Zuletzt war Poms beim LASK als Co-Trainer von Walter Schachner engagiert. Hannes Jochum (35), im letzten Jahr noch Kapitän und nun bei den Amateuren als Unterstützung, wird als Teambetreuer arbeiten.

Die Betreuerbank ist vor allem durch Nenad Bjelica gut besetzt. Der neunfache kroatische Nationalteamspieler interpretiert den Fußball als hart und offensiv. Dahinter hat er ein eingeschworenes Team, das mit Ausnahme von Poms schon lange mit ihm arbeitet.

Taktik

Eine recht konservativ agierende Viererkette wird durch zwei zentrale Mittelfeldspieler abgesichert, über die Außenbahnen werden zwei Stürmer bedient. So weit, so gut. Dies ist aber die Ausrichtung eines Teams gewesen, welches im oberen Tabellendrittel zu finden war. Bjelica setzt aber auch sehr stark auf die physische Komponente, Kampf ist für sein Team auch in der Ersten Liga kein Fremdwort gewesen. Jacobo und Kerhe beherrschen allerdings die Außenbahnen in einer Art und Weise, die es auch für Bundesligaklubs schwer machen wird, dies zu verteidigen. Kerhe agiert weit außen an der Linie, beherrscht gleichsam Pässe aus dem Halbfeld, wie auch Flanken von der Grundlinie. Das Flügelspiel und Ballprellenlassen, das in der Offensive zum Tragen kommt, wird durch die Härte im Spiel unterstützt. Die Defensive muss aber auf jeden Fall gestärkt werden, der Meister hat eine Gegentorbilanz wie ein Klub aus dem Mittelfeld. Hier gilt es anzusetzen und die gegnerischen Sturmreihen zu entschärfen. Hinten pfui, vorne hui wird mit diesem Spielermaterial in Liga eins nicht auf Dauer klappen.

Wunschaufstellung

 

 

 

 

 

 

Fazit

Wie in den letzten Jahren auch wird der Aufsteiger zu Beginn überraschen, ehe nach dem ersten Saisonviertel der Einbruch droht. Die große Frage ist, ob Bjelica und Co. dem Team die defensive Kompaktheit vermitteln werden können, ohne die Zweitligaspieler, die offensiv überzeugen können, zu sehr an die Leine zu legen. Ein weiterer Eckpunkt ist, wie sich vor allem die Reihe an Mitzwanzigern in allen Mannschaftsteilen auf das höhere Tempo in der Bundesliga einstellen kann. Die wenigen Transfers können sich als wirtschaftlicher Weitblick herausstellen, aber sportlich auch negativ auswirken. In welche Richtung das Pendel ausschlagen wird, wird sich weisen.

Georg Sander, abseits.at

Georg Sander

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