Zum offiziellen Frühjahrsauftakt der österreichischen Bundesliga mit dem Wiener Derby als Schlagerspiel werfen wir einen Blick auf die Ergebnisbilanz des SK Rapid Wien in... Wann funktioniert Rapid am besten? Die Grün-Weißen im Monatsvergleich

Rapid FansZum offiziellen Frühjahrsauftakt der österreichischen Bundesliga mit dem Wiener Derby als Schlagerspiel werfen wir einen Blick auf die Ergebnisbilanz des SK Rapid Wien in diesem Jahrtausend, und zwar nach Kalendermonaten aufgeschlüsselt. Wann fahren die Grünen die besten Ergebnisse ein, wann dürfen sich die Gegner besonders freuen? In welchen Monaten blieb man am Öftesten ungeschlagen, wie oft gab es ein „perfektes Monat“ mit nichts als Siegen? Wann holte man keinen einzigen Punkt? Wir verraten es Euch.

Gesamtbilanz knapp positiv: Juli top, Oktober als Flop

Seit Juli 2000 bestritt Rapid 489 Bundesligaspiele, die Gesamtbilanz ist mit 221 Siegen bei 135 Unentschieden und 133 Niederlagen nach diesen absoluten Werten klar positiv. Im Schnitt wurden pro Saison somit etwas mehr als 16 Siege bei jeweils knapp 10 Remis und Niederlagen erreicht. Aufgrund der vielen Unentschieden ist allerdings die prozentuelle Punkteausbeute mit lediglich 54,66% des Maximums zwar knapp positiv (man macht also mehr Punkte als die Gegner), aber für einen Verein, der Jahr für Jahr den Anspruch stellt, kontinuierlich Spitzenergebnisse und auch Titel zu holen, zu niedrig.

Die tabellarische Darstellung sieht wie folgt aus:

Tabelle 1

Die Saison beginnt für die Grün-Weißen fast schon traditionell sehr stark, der Juli ist der einzige Monat mit einer Punkteausbeute von mehr als 60%. Dieser Spitzenwert sinkt dann im Verlauf der Herbstmeisterschaft kontinuierlich bis zum Oktober auf den Tiefststand von knapp über 48%, was auch der einzige Wert unter 50% ist. Die Gegner im Oktober dürfen sich also immer wieder auf die Grünen freuen, hier ist Rapid der dankbarste Punktelieferant. Erstaunlicherweise geht es im November ruckartig nach oben auf Platz drei im Monatsranking, um über die Winterpause bis in den März wieder auf unter 51% abzusinken. Im April folgt dann ein weiteres Aufbäumen, das beim Saisonfinale im Mai sogar im zweitbesten Wert mit fast 60% gipfelt.

Über die Gründe einer solchen Verteilung kann nur spekuliert werden. Rapid scheint eine Mannschaft zu sein, die bei wärmeren Temperaturen und besseren Witterungsbedingungen die tendenziell besseren Ergebnisse erzielt (Kritiker mögen dies als „Schönwetterfußball“ bezeichnen). Die Aufwärtstendenz zum Saisonende hin kann einerseits mit dem Kampf um Meistertitel und / oder Europacupplätze begründet sein, teilweise werden hier Siegesserien aber auch erst zu einem Zeitpunkt eingefahren, wo die Platzierung der Mannschaft bereits de facto feststeht. Hier ging es oft genug nur noch um die „goldene Ananas“, um Ex-Trainer Peter Pacult zu zitieren.

Der Abbau im Frühherbst mag oberflächlich mit der Mehrfachbelastung aus Bundesliga, Europacup, ÖFB-Cup und Nationalteam (die drei Letzteren jeweils falls vorhanden) zusammenhängen, sieht mach sich Rapids „Erfolge“ in ÖFB-Cup und Europacup in diesem Jahrtausend an, darf dieses Argument aber nicht gelten. Warum im Gegensatz zum Meisterschaftsauftakt im Juli es Rapid nicht schafft, auch zum Frühjahrsauftakt im Februar bessere Ergebnisse zu erzielen, kann nur mit dem Temperatur- und Wetterphänomen zusammenhängen.

Siegesmonate: 45mal ungeschlagen, davon elf „perfect months“

In 131 Kalendermonaten blieben die Hütteldorfer 45 Mal ohne Niederlage, das entspricht knapp 35%. Insgesamt konnten in diesen Monaten in 139 Spielen 84 Siege und 55 Remis geholt werden. Immerhin elf Mal (etwas mehr als 8%) konnte man den Monat perfekt, also ohne Punkteverlust abschließen. Wie die anschließende Tabelle zeigt, gibt es keinen Zusammenhang zwischen den komplett siegreichen Monaten und der Tabellenplatzierung:

Tabelle 2

In den beiden Meistersaisonen 2004/05 und 2007/08 gelang genauso ein „perfect month“ wie in Jahren ohne Titel auch. Sogar in der Horrorsaison 2001/02 mit dem am Ende unrühmlichen achten Platz gelang dies, zwar nur mit einem Spiel, aber immerhin.

Am öftesten ungeschlagen blieb man im Monat Dezember mit acht Mal, gefolgt von Juli und November mit je sechs Mal. Bei der Punkteausbeute ist allerdings der Juli mit 86% ganz vorne zu finden, wenn man ohne Niederlage blieb. Aufgrund von acht Remis in 15 Spielen hält der Dezember hier bei nur 65%, der November immerhin bei 73%. Die Gesamtausbeute an Punkten liegt in ungeschlagenen Monaten bei 73%, ein deutlicher Unterschied zum Gesamtergebnis. Am seltensten ohne Niederlage blieb man im März mit zwei Mal und im April und Mai mit je drei Mal.

Seuchenmonate: 20mal ohne Sieg, davon drei Mal ohne Punkt

20 Mal bzw. in 15% aller Kalendermonate blieben die Grünen ohne Sieg. Insgesamt wurden in diesen Monaten in 59 Spielen lediglich 31 Remis geholt bei 28 Niederlagen, die Punkteausbeute beträgt magere 18%. Drei Mal (Dezember 2001 und Juli 2009 – je 1 Niederlage und Juli 2010 – 2 Niederlagen) blieb man sogar ohne Punkt. Überraschend, dass im statistisch besten Monat, dem Juli, auch zwei Mal null Punkte geholt wurden. Am Öftesten ohne Sieg blieb man im Dezember und im Februar mit je vier Mal, in diesen beiden Monaten wurden bei vier Niederlagen aber immerhin zwölf Remis geholt, die Punkteausbeute beträgt immerhin 25%.

Serien ohne Sieg und ohne Niederlage

Immerhin elf Mal blieb man zumindest zwei Kalendermonate in Folge ohne Niederlage, gleich drei Mal für drei Monate. Die Gesamtbilanz in diesen Monaten ist mit 49 Siegen und 34 Remis beeindruckend, könnte aber sicher besser sein, wären nicht die verhältnismäßig vielen Punkteteilungen.

Monat und Jahr ohne NiederlageS/U/N
Juli/August 20006/3/0
Mai/Juli/August 20039/3/0
Dezember 2003/Februar 20040/2/0
September/Oktober 20046/2/0
Dezember 2006/Februar 20073/0/0
August/September 20094/3/0
November/Dezember 20094/2/0
März/April 20107/4/0
Oktober/November/Dezember 20104/6/0
November/Dezember 2011/Februar 20123/6/0
Oktober/November 20133/3/0

Vier Mal blieb man zwei Monate in Folge ohne Sieg, gehäuft in Spätherbst-/Wintermonaten. Die Gesamtbilanz in diesen Monaten ist mit zwölf Remis und zehn Niederlagen nicht ganz so desaströs, es kommt auch bei dieser Betrachtung zum Vorschein, dass Rapid einfach zu oft Unentschieden spielt.

Monat und Jahr ohne SiegS/U/N
November/Dezember 20010/2/3
Dezember 2003/Februar 20040/2/0
Oktober/November 20060/4/4
Februar/März 20130/4/3

Fazit

In knapp 500 Bundesligapartien, in zwei Meistersaisonen, in Saisonen mit dem Erreichen eines Europacupplatzes und in welchen mit teils deutlichem Verfehlen (achter Platz!) dieses Minimalziels, hat es Rapid geschafft, eine knapp positive Bilanz bei der Punkteausbeute zu erreichen. Supermonate ohne Niederlage, teils ohne Punkteverlust haben im Vergleich zu jenen ohne Sieg oder sogar ohne Punkt zwar klar die Oberhand. Zu oft allerdings in den letzten Jahren setzte es peinliche Niederlagen und unbefriedigende Unentschieden. Auffallend ist auch das deutlich schlechtere Abschneiden in Spätherbst-/Wintermonaten mit Ausnahme des Novembers. Die häufig genutzten Ausreden von schwierigen Platzverhältnissen und unangenehmer Witterung in der kalten Jahreszeit kennt man inzwischen zu Genüge. Wie so oft klafft auch hier beim österreichischen Rekordmeister zwischen Anspruch und Wirklichkeit eine große Lücke.

Christian Ditz, abseits.at

Christian Ditz

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