Es ist immer wieder interessant zu beobachten, was aus Spielern wird, wenn sie die österreichische Bühne wieder verlassen. In dieser Serie verfolgen wir den... „Was wurde aus“… – Austrias Transferflops

FK Austria Wien - Wappen mit FarbenEs ist immer wieder interessant zu beobachten, was aus Spielern wird, wenn sie die österreichische Bühne wieder verlassen. In dieser Serie verfolgen wir den Karrieregang von so manch interessantem Ex-Bundesliga-Spieler – beginnend mit jenen, die bei der Wiener Austria eher als „Transferflop“ eingingen.

Was wurde aus…

…Mamadou „Momo“ Diabang?

Er war wohl einer der größten Transferflops der Veilchen – und doch irgendwie Kult. 2008 wechselte der Stürmer vom FC Augsburg zur Wiener Austria und bekam prompt die Rückennummer Neun. Die Erwartungen an diese konnte er selten füllen – in 66 Pflichtspielen national wie international schauten lediglich 13 Treffer heraus. Bereits nach einer Saison wollte der Rekordcupsieger „Momo“ wieder abgeben, die Ablöseverhandlungen mit dem MSV Duisburg scheiterten jedoch, wodurch der Abgang des Angreifers erst ein Jahr später, im Sommer 2010, perfekt war.

Diabang wechselte zurück nach Deutschland zum VfL Osnabrück, wo er in zwölf Spielen lediglich einmal traf und rasch zu den Amateuren abgeschoben wurde. Es sollte lediglich ein Jahr bei den „Violetten“ bleiben, ehe der inzwischen 35-Jähirge erstmals einige Ligen tiefer ging und sich dem Bezirksligisten SC Lüstringen anschloss, für die er in 15 Spielen prompt 17 Mal traf. Es folgte Diabangs letzte Station beim Regionalligisten VfB Lübeck, für den er im Herbst 2012 19 Spiele bestritt und drei Treffer markierte. Es sollte der Schlusspunkt des Publikumsliebling sein – mit Anfang 2013 beendete der Ex-Austrianer seine Karriere, dessen Höhepunkte vor allem in Bielefeld und Bochum lagen.

…Thiago Maier dos Santos „Schumacher“?

Wenn Diabang für die Austria stürmte, tat er dies oft mit einem Brasilianer an seiner Seite. Mit dem Erreichen der Europa-League-Gruppenphase wurde die Austria am letzten Tag der Sommertransferperiode 2009 nochmals am Transfermarkt tätig und verpflichtete von Austria Kärnten „Schumacher“ – einen großgewachsenen, bulligen Stürmer, dem sein Ex-Trainer Frenkie Schinkels nachsagte, gern einmal die vielen Lokale rund um den Wörthersee zu testen. Mit dem Toreschießen war er auch in Wien nicht wirklich beschäftigt, lediglich sieben Mal tat er dies in 53 Spielen. Nach zwei Jahren, in denen „Schumi“ zuletzt nicht einmal mehr im Kader der Kampfmannschaft stand, war das Intermezzo letztlich beendet.

Der Brasilianer wechselte im August 2011 in die Ukraine zu Volyn Lutsk. Fünf Tore in 37 Spielen war dort seine Ausbeute, dennoch hielt er sich zweieinhalb Jahre beim Erstligisten. Im März diesen Jahres folgte ein erneuerlicher Wechsel des Wandervogels in seine Heimat Brasilien zu Ferroviaria. Vier Monate später, Ende Juli, transfierte der inzwischen 28-Jährige wieder zurück nach Europa und spielt nun beim portugiesischen Erstligisten Académica Coimbra.

…Petr Vorisek?

Ein in Österreich sehr bekannter Name ist jener von Petr Vorisek. Nach Anfängen in seiner Heimat Tschechien wechselte der defensive Mittelfeldspieler 2005 nach Österreich, wo er für den FC Pasching, Rapid, den SCR Altach und die Wiener Austria kickte. Gerade bei Letzterer wurde der Weitschussspezialist jedoch nie glücklich und absolvierte zwischen 2009 und 2011 nur 28 Spiele mit lediglich einem Torerfolg.

Nach seinem Gastspiel in Wien-Favoriten zog es den mittlerweile 35-Jährigen zurück nach Altach, wohin ihn Georg Zellhofer 2011 abermals für ein Jahr lotsen konnte. Vorisek gab dem Zweitligisten Stabilität im Mittelfeld und erzielte auch vier Treffer. Im Sommer 2012 wollte der Tscheche seine Profikarriere dennoch beenden und kehrte nach Oberösterreich zum SV Wallern zurück. Beim Regionalligisten kickt Vorisek weiterhin im Mittelfeld und ist obendrein seit diesem Sommer Co-Trainer. In der zweiten Runde des ÖFB-Samsung-Cup treffen die Oberösterreicher auf den SK Rapid – für den vierfachen Teamspieler ein Wiedersehen mit seinem Ex-Klub, für den er in der Saison 2006/07 kickte.

…Andreas Tiffner?

Andreas Tiffner ist gerade einmal 23 Jahre jung. Seine Vita liest sich dennoch, als würde er kurz vor seinem Karriereende stehen. Für zehn Vereine stürmte der großgewachsene Kärntner bereits – jedoch lediglich in den letzten neun Jahren. Beim SV Steuerberg machte der Goalgetter auf sich aufmerksam und wechselte über die AKA Kärnten früh ins Ausland zum TSV 1860 München. Nach nur einem Jahr in Deutschland holte ihn Red Bull Salzburg und versuchte ihn über die U18 der Akademie sowie die Red Bull Juniors aufzubauen. Zwischendurch folgte ein Gastspiel bei Blau-Weiß-Linz, wo auch die Wiener Austria auf ihn aufmerksam wurde.

Als großes Stürmertalent angepriesen holten ihn die Veilchen im Sommer 2010. Nach anfänglich vier Einsätzen in der Kampfmannschaft, unter anderem in der Europa-League-Qualifikation, spielte Tiffner anschließend nur mehr bei den Austria Amateuren, ehe er im Sommer 2011 zur Vienna verliehen wurde, wo er im Frühjahr jedoch ebenfalls nur bei den Amateuren – in der Wiener Oberliga – eingesetzt wurde. Nach seiner Rückkehr zur Austria verkaufte ihn diese direkt weiter zum Wiener Sportklub, wo er nicht nur im Angriff, sondern gar auch in der Innenverteidigung eingesetzt wurde und ebenfalls nur ein Jahr blieb.

Im Sommer 2013 kehrte Andreas Tiffner nach Kärnten zurück und unterschrieb beim Regionalligisten Austria Klagenfurt, wo er in 28 Spielen nur ein einziges Mal ins Tor traf. In diesem Sommer ging das einstige große Talent eine Etage tiefer und heuerte beim SV Feldkirchen in der Kärntner Liga an.

Pascal Günsberg, abseits.at

Pascal Günsberg

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