In den letzten 15 Jahren spielten zahlreiche erfolgreiche, weniger erfolgreiche und kultige Legionäre in der höchsten österreichischen Spielklasse. Wir werfen einen Blick zurück und... Was wurde aus den Gastarbeitern? (5) – SV Mattersburg

Ilco NaumoskiIn den letzten 15 Jahren spielten zahlreiche erfolgreiche, weniger erfolgreiche und kultige Legionäre in der höchsten österreichischen Spielklasse. Wir werfen einen Blick zurück und schauen uns an, was aus einigen der Gastarbeiter wurde, an die sich heute vielleicht kaum jemand erinnert. Wir beginnen mit Beispielen aus der jüngeren Vergangenheit und arbeiten uns zurück bis in die 90er.

Heute schauen wir uns die Legionäre aus der Geschichte des SV Mattersburg an.

Ilco Naumoski

Es gab nur wenige Legionäre in der Bundesligageschichte, die so polarisierten wie der Mazedonier Ilco Naumoski. Der Problemboy kam 2005 für Mattersburg und wurde schnell zum Liebkind von Präsident Pucher. Acht Jahre blieb Naumoski im Burgenland, mehr als 60 Pflichtspieltore sprachen eine deutliche Sprache. Im Sommer 2013 verließ der heute 31-Jährige die Mattersburger und wechselte nach Aserbaidschan, wo er bei Inter Baku keinen bleibenden Eindruck hinterließ und nur vier Spiele bestritt. Ein halbes Jahr später kehrte er in seine mazedonische Heimat zurück und unterschrieb bei Vardar Skopje. In seinem ersten Spiel traf er, in seinem zweiten Spiel traf er auch – und in seinem dritten Spiel riss er sich das Kreuzband. Das ist fast genau ein Jahr her. Seitdem bestritt der exzentrische Angreifer keine Partie mehr.

Ivan Parlov

Er wurde zur Stabilisierung des defensiven Mittelfelds der Mattersburger geholt – bewirkt hat er zumeist eher das Gegenteil. 1 ½ Jahre lang spielte Ivan Parlov für die Lederer-Elf, ehe er im Sommer 2012 nach Zypern zu Apollon Limassol wechselte. Nachdem er ein ganzes Jahr vereinslos war, heuerte er im vergangenen Sommer in seiner kroatischen Heimat bei Slaven Belupo an. Ende Februar erzielte Parlov seinen ersten Treffer für seinen neuen Verein.

Robert Waltner

Der etwas unmoderne, aber effiziente Knipser Robert Waltner ist noch immer aktiv. Nach seiner Mattersburg-Zeit stürmte der Ungar für Kaposvár und Siófok, war aber bereits eher ein Joker, als ein Stammspieler. In der laufenden Saison spielt der 37-jährige Waltner für Lombard Pápa, für das er bisher in 19 Pflichtspielen einen Treffer erzielte. Im Cup spielte er immer von Beginn an (sechsmal), in der Liga jedoch nur zweimal.

Cem Atan

2007 bestritt Cem Atan zwei Länderspiele für Österreich. Am Talent scheiterte es beim heute 29-Jährigen definitiv nicht, aber sein ungezügeltes Temperament und so manche Disziplinlosigkeit abseits des Platzes machten ihm und seiner Karriere einen Strich durch die Rechnung. Beim türkischen Erstligisten Genclerbirligi konnte sich Atan nach seiner Mattersburg-Zeit nicht durchsetzen, wonach er wieder nach Österreich wechselte – zuerst zum LASK, dann nach Hartberg. Ab 2012 stand der Flügelstürmer wieder in der Türkei unter Vertrag, nacheinander bei den unterklassigen Klubs Kizilcahamamspor, Fethiyespor und Gümüshanespor. Da auch diese Engagement kaum von Erfolg geprägt waren, heuerte Atan in St.Pölten an – allerdings in der zweiten Mannschaft in der Regionalliga Ost, für die er bisher vier Spiele absolvierte.

Peter Chrappan

Die weiteren Klubs des Slowaken Peter Chrappan lesen sich nicht gerade spektakulär: Inter Baku in Aserbaidschan, Banska Bystrica und Zlate Moravce in seiner slowakischen Heimat und der deutsche Regionalligaklub Saarbrücken, wo er aktuell spielt, waren seine späteren Stationen. Nachdem sich der in Bratislava geborene 30-Jährige schon in Mattersburg-Zeiten ein slowakisches „Etablissement“ kaufte, kann man Chrappan aber zusätzlich als Unternehmer bezeichnen.

Csaba Csizmadia

Mitspieler von Robert Waltner bei Lombard Pápa ist der einst hochinteressante Rechtsverteidiger Csaba Csizmadia. Der Ungar mit rumänischen Wurzeln spielte von 2007 bis 2009 in Mattersburg und wechselte nach durchwachsenen Monaten bei Grosseto in Italien und Slaven Belupo in Kroatien wieder nach Ungarn zurück. Bei Ferencvaros und Gyirmót war er ebenso Stammspieler wie aktuell bei Lombard Pápa.

Jabu Pule

Der kleine Südafrikaner Jabu Pule war in Mattersburg auch eher für Skandale – zum Beispiel einem Nickerchen auf der Autobahn – gut. Abgesehen von etwas mehr als einem Jahr in Schweden, spielte Pule nach seiner Burgenland-Erfahrung ausschließlich in Südafrika. Zuletzt kickte der 34-Jährige für Supersport United, wo er vor etwa einem halben Jahr seine Karriere beendete.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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