Nach einer, für österreichische Verhältnisse, schlechten Aufstiegs-Herbstsaison und viel Kritik an der sportlichen Leitung versucht diese nun den Verein zu retten. Nach der sensationellen... Wo soll die Reise hingehen? Der SKN St. Pölten und seine (Transfer-)politik

_SKN St.Pölten Wappen StripesNach einer, für österreichische Verhältnisse, schlechten Aufstiegs-Herbstsaison und viel Kritik an der sportlichen Leitung versucht diese nun den Verein zu retten. Nach der sensationellen Vorjahressaison war man in Aufbruchsstimmung. Die Devise: Die Mannschaft beisammenhalten und mit einigen gezielten Verstärkungen in die Bundesliga starten. Wie sich dieser Plan bis Weihnachten veränderte und in welcher Situation der Verein momentan ist soll dieser Artikel behandeln.

Sommertransfers & Beichler/Wisio Affäre

Die Situation zwischen Daniel Beichler, Tomasz Wisio und dem SKN St. Pölten wurde in den letzten Monaten in den verschiedensten Medien thematisiert. Dieser Artikel soll aber nicht von dieser Causa, sondern von der Entwicklung seit dem Saisonbeginn handeln. Als Ersatz für die beiden wurden Kevin Luckassen und Kai Heerings engagiert. Kai Heerings bekam nach zwei Spielen quasi keine Einsätze mehr und auch Kevin Luckassen konnte nie wirklich überzeugen. Weitere ins Auge stechende Zugänge waren Jeroen Lumu, Daniel Schütz und Christopher Drazan.  Unter diesen fünf Spielern konnte bis jetzt nur Daniel Schütz überzeugen. Christopher Drazan wurde verletzungsbedingt erst einmal in der Bundesliga eingesetzt. Jeroen Lumus Vertrag wurde aufgelöst, Kai Heerings soll auch nicht mehr lange beim SKN verweilen. Ein eigentlich vielversprechender Spieler wurde mittlerweile entlassen: Mehr dazu lesen Sie weiter unten.

Saisonstart, Trainerwechsel, Fankritik

Nach dem ersten Spiel gegen die Wiener Austria zu Hause sah die Welt noch in Ordnung aus. Eine Partie die man mit Pech verlor wurde als nicht aussagekräftig abgestempelt. Prompt danach kam der erste Sieg. Damals war die blau-gelbe Welt mehr als in Ordnung. Ein glücklicher Derbysieg gegen die Admira. Doch trotz des eigentlich passablen Starts ging es abwärts. Bis in die sechste Runde hat es gedauert bis man gegen Mattersburg einen Punkt holen konnte. Abgesehen von den Ergebnissen wurde auch die Taktik umgestellt. Karl Daxbacher war der Meinung, dass sein Kader nicht die Qualität für die Bundesliga hatte. Aus diesem Grund begann Sir Karl, der auch nicht müde wurde zu betonen wie groß die qualitativen Mängel seines Kaders seien, Kick & Rush spielen zu lassen. Nach einigen Runden und einer erschütternd schlechten Leistung gegen Red Bull Salzburg wurde Daxbacher vom SKN beurlaubt und Jochen Fallmann als Interimstrainer eingesetzt. Die Fanszene allerdings sah weniger Daxbacher als Sportdirektor Frenkie Schinkels als Schuldigen für den verpatzten Herbst. „Frenkie mach den fliegenden Holländer“ stand etwa auf einem Plakat. Doch auch wenn jene Fans es wohl schwer zugeben würden, die Qualität des Fußballs in St. Pölten steigerte sich erheblich unter Jochen Fallmann. Die wohl beste Bestätigung dafür war der Auswärtssieg gegen Tabellenführer und Titelaspiranten Sturm Graz.

Wintertransfers, Abgabe von Führungsspielern, Schlägerei

Für das Transferfenster im Winter hatte die Fanszene relativ große Erwartungen. Die Zeichen für eine Rückholaktion von Aufstiegsheld Cheikhou Dieng wurden klarer und klarer. Als Blumauer, Schinkels und Co. eben jenen in Istanbul besuchten war man sich einig: Er muss einfach wieder zurückkommen! Am Beginn des Transferfensters kam dann die Meldung: Cheikhou Dieng wird zumindest vorübergehend wieder ein Wolf!

Dann häuften sich die Meldung über Probetrainingsteilnahmen. Unter anderem wurde Ex-ÖFB-Teamspieler Ümit Korkmaz getestet und mittlerweile auch verpflichtet. Mit Babacar Diallo wurde außerdem ein Innenverteidiger verpflichtet. Bis zum Testspiel gegen den SC Mannsdorf lief also alles nach Plan. In Fankreisen freute man sich auf die neuen Spieler, der Verein machte nach außen hin ein gutes Gesicht. Allerdings nur bis zu eben jenem Testspiel. Nach einer bescheidenen ersten Hälfte gab es einen Elfmeterpfiff für den SKN. Die beiden Stürmer Keita und Segovia aber waren sich zu wiederholten Mal nicht einig wer diesen Strafstoß ausführen darf. Nach kurzer Diskussion schlug Keita dann zu. Segovia revanchierte sich mit einem Faustschlag. Zu guter Letzt schafften es Ihre Mitspieler die beiden Streithähne zu trennen. Das Spiel wurde abgebrochen, beide Schläger suspendiert und danach wurde bekannt, dass Keita niemals wirklich in die Mannschaft integriert wurde.

Nach einigen Tagen wurden die Verträge beider Spieler aufgelöst. Somit hat man zwar sportlich wahrscheinlich ersetzbare Spieler verloren, allerdings war einer der beiden (Anm. Segovia) ein altgedienter Führungsspieler. Die letzte kontroverse Entscheidung wurde kurz vorm Aufbruch der Mannschaft ins Trainingslager nach Kroatien bekannt: Andreas Dober wird nicht mehr Teil des Wolfsrudels sein. Mit dieser Entscheidung wurde ein weiterer Führungsspieler gegangen. Nach diesen Vorkommnissen fragen sich viele vermutlich wieder: „Hat Schinkels einen Plan?“ oder „Wo soll die Reise des SKN hingehen? Authentizität, Schnelllebigkeit oder doch nur politisches Konstrukt?“

Valentin Schrayvogel, abseits.at

Valentin Schrayvogel

  • Markus Koppensteiner

    Anm. Wolfbrigade 04