Die peinliche, trotzdem verdiente Niederlage in Wolfsberg gegen den Aufsteiger WAC bietet Gelegenheit, sich die Bilanz von Rapid gegen die jeweiligen Aufsteiger in die...

Die peinliche, trotzdem verdiente Niederlage in Wolfsberg gegen den Aufsteiger WAC bietet Gelegenheit, sich die Bilanz von Rapid gegen die jeweiligen Aufsteiger in die österreichische Bundesliga näher anzusehen. Die statistische Analyse zeigt, dass diese Niederlage gar nicht mal so überraschend war. Betrachtet wurden seit der Saison 2000/2001 die vier Spiele von Rapid gegen den jeweiligen Aufsteiger.

Auswärts mit Licht und Schatten

Die Niederlage in Wolfsberg war die bereits siebente Niederlage im 13. Erstantritt auf fremdem Aufsteigerrasen, weiters die bereits dritte in Folge (0:4 in Innsbruck 2010, 3:4 in der Südstadt 2011). Weitere Erstauftritt-Niederlagen holte man auch in Kärnten, Pasching, Altach und beim LASK, mit einem Unentschieden konnte man noch bei Ried reüssieren. Immerhin fünfmal konnte man das Spiel für sich entscheiden, der einzige „Sweep“ mit vier Siegen gelang gegen Kapfenberg 2008/09.

Die Auswärtsbilanz insgesamt gegen die Aufsteiger ist zwar etwas besser, erfüllt aber noch immer nicht den hohen Anspruch einer Mannschaft, die jedes Jahr um den Titel mitspielen will und als Minimalziel einen Europacup-Startplatz ausgibt. Im Schnitt nur knapp mehr als die Hälfte der möglichen Punkte (52,78%) werden auf den Plätzen der Aufsteiger geholt. Nur dreimal gab es eine perfekte Auswärtsbilanz (Admira 2001, Innsbruck 2005, Kapfenberg 2009), weitere zweimal holte man vier der möglichen sechs Punkte (Mattersburg 2004, Wr. Neustadt 2011).

Interessant, dass das zweite Auswärtsspiel nur noch zweimal verloren wurde – in Pasching 2003 und in Altach 2007. Diese Mannschaften schafften es auch als Einzige, beide Heimspiele gegen Rapid für sich zu entscheiden. Viermal wurde in der zweiten Partie ein Remis geholt, die restlichen sechs Spiele wurden gewonnen, man ließ sich anscheinend nur selten ein zweites Mal überrumpeln.

Daheim bärenstark und seit über zehn Jahren ungeschlagen

Gänzlich umgekehrt sieht hingegen die Heimbilanz aus: beeindruckende 77,78% der möglichen Punkte wurden geholt, nur zwei Niederlagen setzte es. Diese datieren zurück in die Saisonen 2000/2001 gegen die Admira (1:2) und 2001/2002 gegen Kärnten (0:1). Weiters gab es nur fünf Unentschieden, davon gleich zwei gegen Innsbruck 2010/11. Die restlichen 17 Partien wurden allesamt gewonnen, dies mit der imposanten Bilanz von 47:9 Toren. Die höchsten Heimsiege waren jeweils ein 6:0 gegen Ried und Kapfenberg.

Korrelation mit der Endtabelle

Eine weitere ausschlussreiche Erkenntnis gewinnt man, wenn man die Ergebnisse gegen die Aufsteiger mit dem Tabellenrang bei Saisonende vergleicht. Holt Rapid nur maximal die Hälfte der möglichen Punkte, hat mit einer Ausnahme bestenfalls Platz vier in der Tabelle herausgeschaut (gegen Mattersburg 2004 holte man 10 Punkte und wurde auch Vierter). Sehr gute Ergebnisse gegen die Aufsteiger korrelieren mit der Endplatzierung, in den sechs Saisonen, wo man sich unter die ersten Drei klassierte, holte man immerhin knapp 80% der möglichen Punkte.

Fazit

Insgesamt ist die Bilanz mit knapp 2/3 der möglichen Punkte gegen die Aufsteiger sehr durchwachsen. Dies ist ein weiteres Indiz dafür, dass Rapid oft genug gegen die vermeintlichen „Kleinen“ wichtige Punkte im Kampf um Meisterschaft und EC-Platz liegenlässt. Wird der Aufsteiger vor allem im Auftaktspiel auswärts konsequent unterschätzt? Werden auf der anderen Seite gerade gegen die Grünen alle Kräfte mobilisiert? Letzteres passiert von Bayern München abwärts vielen Spitzenklubs in ihren Ligen, gefühlsmäßig schlagen sich diese aber erfolgreicher gegen die „Neuen“. Das beste Motto dazu kommt von Oli Kahn: „Wir haben vor dem Spiel gesagt, wir fahren dorthin und hauen die einfach weg.“ Nachahmenswert.

Autor: Christian Ditz, abseits.at

Christian Ditz

  • Peda

    12.November.2012 #1 Author

    „… Werden auf der anderen Seite gerade gegen die Grünen alle Kräfte
    mobilisiert? Letzteres passiert von Bayern München abwärts vielen
    Spitzenklubs in ihren Ligen, gefühlsmäßig schlagen sich diese aber
    erfolgreicher gegen die „Neuen“. …“

    Das mag vielleicht daran liegen, dass Rapid zwar für viele der attraktivste Gegner ist, sie aber definitiv nicht der (spielerische) Spitzenclub der Liga sind.
    Just sayin’…

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