Wenige Tage vor dem ersten Pflichtspiel – Rapid trifft im Cupschlager der Runde auswärts auf den LASK – besuchte abseits.at wieder eine intensive Trainingseinheit... Zu Gast beim Rapid-Training (9.7.): Torabschlüsse, was das Zeug hält!

Zoran Barisic (SK Rapid Wien)Wenige Tage vor dem ersten Pflichtspiel – Rapid trifft im Cupschlager der Runde auswärts auf den LASK – besuchte abseits.at wieder eine intensive Trainingseinheit der Hütteldorfer. Nachdem in der Sommerpause die konditionellen Grundlagen für die neue Saison geschaffen wurden, stand in dieser Einheit der Torabschluss auf dem Programm. Die massive Kritik und Probleme im Umfeld des Vereins scheinen die Laune der Mannschaft überhaupt nicht zu beeinflussen. Selbst nach einer schweißtreibenden Übungseinheit blickte man beim Auslaufen in überwiegend strahlende und zuversichtliche Gesichter.  Die Fans vertrauen Barisic und Co. offensichtlich ebenfalls – nach den zuletzt veröffentlichten Vorverkaufszahlen darf Rapid wohl wieder mit der Unterstützung von über 10.000 Abonnenten rechnen..

Abgesehen von den drei Langzeitverletzten (Alar, Schimpelsberger und Starkl), konnte Rapid-Trainer Barisic aus dem Vollen schöpfen. Den Trainingskader vervollständigten die Amateure Denner, Maximilian Hofmann und Bajrami.

Nach der bereits üblichen, sehr intensiven Aufwärm- und Aktivierungsphase, stand nur eine große Übung auf dem Programm. Der Kader wurde in zwei Gruppen aufgeteilt: Während die eine Gruppe intensives Torabschlusstraining genoss, war der andere Teil mit leichten Koordinationsübungen abseits des Geschehens beschäftigt.

Intensives Torabschlusstraining

Bei der ersten Station mussten die Spieler eine Vorlage von Co-Trainer Jancker je nach Anforderung sofort oder nach einer festgelegten Zahl an Berührungen im Tor unterbringen. Variantenreich gestaltet, standen die Spieler mal verkehrt zum Tor oder wussten nicht, welcher Ball schlussendlich ins Spiel gebracht wird und waren somit gezwungen, kurzfristig auf Situationen zu reagieren.

Nach erfolgreicher Absolvierung mussten sich die Spieler zum zweiten Tor an der Seitenlinie orientieren und eine Flanke von Hickersberger oder Hedl verarbeiten. Die drei Torhüter (Königshofer, Novota und Radlinger) wechselten sich hierbei in regelmäßigen Abständen ab.

Vor allem der wieder genesene Regisseur Boskovic hatte bei den Direktabnahmen seine Freude und verwertete die Hereingaben präzise – der jeweilige Torhüter blieb zumeist zweiter Sieger. Der Ehrgeiz war den Akteuren deutlich anzumerken. Selbst beim fünfzigsten Versuch wollten die Spieler unbedingt ein Tor schießen, beziehungsweise die stark unter Beschuss stehenden Torhüter die Bälle halten.

Kommunikation und Moral der Mannschaft

Wie bereits vor der Sommerpause demonstriert, kamen die Trainingsgäste auch dieses Mal zu der Einschätzung, dass Kommunikation und gute Laune ihre Fortsetzung erleben werden und ein wichtiger Baustein der Trainerphilosophie sind. Außergewöhnliche Torabschlüsse wurden von den Teamkameraden dementsprechend honoriert, genau so wie bei dem einen oder anderen Missgeschick „gute Ratschläge“ an den Schützen weitergegeben wurden.

Die vielen jungen Spieler und die wenigen Neuzugänge scheinen gut integriert zu sein und können dementsprechend ihren Platz im Kader mit vollster Unterstützung der arrivierten Spieler einnehmen.

Die Trainingseinheit musste nur in den seltensten Fällen unterbrochen werden, beziehungsweise Spieler darauf hingewiesen werden „die Zauberei wieder sein zu lassen“. Daraus lässt sich ableiten, dass der Trainerstab durchaus mit der Leistung und dem Engagement der Mannschaft zufrieden war.

Wiedersehen mit PSG und Pflichtspielauftakt in Linz

In Wien-Hütteldorf wartet man also gespannt auf den Saisonauftakt. Ob die gute Laune und die Trainingsleistungen in zählbaren Erfolg umgemünzt werden können, wird sich bald zeigen. Bereits am Freitag kommt es im freundschaftlichen Test zur Neuauflage des Europapokalfinales der Pokalsieger von 1996 – für den Trainer und seinen Co ein emotionales Wiedersehen, waren sie doch bei der Finalniederlage mit von der Partie.

Am Sonntag steht in Linz gegen den LASK das erste Pflichtspiel der Saison im Cup auf dem Programm. In den letzten Jahren scheiterte man stets an einem Klub aus Oberösterreich, erst im Frühjahr besiegelte der unmittelbare Regionalligakonkurrent des LASK das Ende der Trainerära von Peter Schöttel. Im Lager der Grün-Weißen sollten also sämtliche Akteure gewarnt sein und man wäre gut beraten, die aufkeimende Euphorie am Anfang einer bestimmt nicht einfachen Saison bei Fans und Mannschaft nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen.

Daniel Walter, abseits.at

Daniel Walter