Der LASK verstärkt seinen Angriff für 1 ½ Jahre mit dem Brasilianer Joao Klauss von der TSG 1899 Hoffenheim. Mit dem 21-jährigen Brecherstürmer gelang... Mehr Variantenreichtum im Offensivspiel: LASK holt Joao Klauss

Der LASK verstärkt seinen Angriff für 1 ½ Jahre mit dem Brasilianer Joao Klauss von der TSG 1899 Hoffenheim. Mit dem 21-jährigen Brecherstürmer gelang den Linzern ein hochinteressanter Transfercoup.

Seit zwei Jahren steht der 190cm große Joao Klauss de Mello bei Hoffenheim unter Vertrag. Für die Kampfmannschaft bestritt er allerdings keine Partie. Lediglich in der zweiten Mannschaft erzielte er fünf Tore und drei Assists bei insgesamt 24 Auftritten. Klauss wurde vor einem Jahr an HJK Helsinki verliehen. Als Resultat dieser Leihe wurde sein Vertrag in Hoffenheim bis 2022 verlängert.

Finnischer Schützenkönig

Das hat natürlich seine Gründe, denn der brasilianische Knipser zeigte in Finnland Top-Leistungen und wurde mit 21 Treffern Torschützenkönig der Veikkausliiga. Weiters gelangen ihm zwei Tore im Cup und ein Treffer in der Europa League Qualifikation. Die Verlängerung bei Hoffenheim ist ebenso logisch wie ein neuerliches Leihgeschäft. Bis Sommer 2020 soll der Südamerikaner, der auch einen italienischen Pass besitzt, für den LASK auf Torjagd gehen. Eine Kaufoption auf den finnischen Meister halten die Oberösterreicher nicht. Bei Hoffenheim gibt es vor allem nach Joelintons Leistungsexplosion noch keinen Platz für Klauss.

Mehr taktische Optionen für Glasner

Für das ohnehin sehr flexible Spiel des LASK bringt die Klauss-Verpflichtung sehr interessante neue Facetten mit sich. In Glasners 3-4-3 waren bisher entweder Otubanjo oder Frieser auf der Position des antizipativen Neuners gesetzt. Die Spielweise erinnert teilweise an Roses 4-4-2-Konzept in Salzburg, bei dem der eigentliche Stürmer als offensivster Mittelfeldspieler aufgeführt wird und die beiden Stürmer in Wahrheit Flügel sind. Einen Spielertypen wie Klauss hatte der LASK bisher nicht im Kader.

Mehr als nur ein Zielspieler

Dabei kann der Brasilianer auch die klassischen Antizipationsaufgaben übernehmen, zumal er als Angreifer gilt, der Bälle gut festmachen und abdecken kann. Er ist also nicht nur ein klassischer Zielspieler, sondern in tieferen Zonen auch ein idealer Zuarbeiter für die beiden brandgefährlichen Flügelspieler der Linzer.

Flanken als neue Option

Vice versa wird Klauss aber auch ein dankbarer Abnehmer für die Zuspiele der LASK-Flügel sein. Das Gespann aus Joao Victor und Thomas Goiginger ist aktuell das zweitbeste Flügelgespann der Liga, gleich nach den vielen Salzburger Varianten. Allerdings ist das Flügelkonzept der Linzer eher invers und von läuferischer Dynamik geprägt, weil es bis dato keinen klassischen Stoßstürmer als Abnehmer gab. Mit Klauss als Neuner kann der LASK seinen Variantenreichtum erweitern und im Zweifelsfall auch erfolgsversprechender mit Flanken arbeiten.

Kopfballspezialist

Klauss ist in erster Linie ein sehr direkter Stürmer, der stets schnell Abschlussmöglichkeiten sucht. Seine größte Stärke liegt sicher im Kopfballspiel und im Davonstehlen von seinen Gegenspielern. Der Brasilianer verfügt zudem über eine solide Grundschnelligkeit und kann sich Bälle somit auch aus der Etappe holen und nach vorne treiben. Als außergewöhnlich dynamischer Spieler ist der LASK-Neuzugang dennoch nicht zu bezeichnen. Unwiderstehliche Läufe wie von Goiginger oder Joao Victor sind nicht seine Domäne – stattdessen verzögert er in seinem Laufspiel mit Ball in der Etappe gerne, sucht Anspielstationen und läuft sich wieder frei.

Wie kommt Klauss mit dem „Klassensprung“ zurecht?

Wie so oft wird es auch bei Klauss darauf ankommen, wie er sich in seiner neuen Rolle in der österreichischen Bundesliga zurechtfindet. Die Defensivreihen der heimischen Klubs sind doch klar stärker als jene in der finnischen Liga. Auch das sehr schnelle Spiel des LASK könnte für Klauss zu einer Konzentrationsherausforderung werden. Allerdings spricht für ihn, dass er bereits in Hoffenheim, wo er immer wieder mit der Kampfmannschaft mittrainierte, mit einem höheren Spieltempo konfrontiert wurde.

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen