Nicht nur die Defensivspieler, auch die Offensivspieler machten bei der U20-WM im Jahr 2007 eine tolle Figur. Einige dieser Offensivspieler sind mittlerweile tatsächlich Nationalteamspieler... U20-Helden: Vom Nationalteamspieler mit 200 Bundesligaeinsätzen bis hin zum Landesligisten (Teil 2)

Nicht nur die Defensivspieler, auch die Offensivspieler machten bei der U20-WM im Jahr 2007 eine tolle Figur. Einige dieser Offensivspieler sind mittlerweile tatsächlich Nationalteamspieler und zählten nicht nur bei der U20-WM sondern auch im Team unter Didi Constantini zu den Leistungsträgern.

Michael Stanislaw

Für das defensive Mittelfeld wurde von Paul Gludovatz Michael Stanislaw in den Kader einberufen.
Stanislaw war zu diesem Zeitpunkt Spieler des oberösterreichischen Klubs SC Schwanenstadt und kam bei der U20-WM in Kanada bei sechs der sieben Spiele zum Einsatz, fünf davon über die volle Distanz. Stanislaw war bei der WM also einer jener, die man als Leistungsträger bezeichnen konnte und viele Fans sahen im jungen Leobener den „Sechser“ der Zukunft fürs Nationalteam. Doch auch daraus wurde vorerst nichts. In der zweithöchsten österreichischen Spielklasse bei Schwanenstadt und Wiener Neustadt (Schwanenstadt verkaufte die Lizenz an Magna-Chef Frank Stronach) noch einer der Stammspieler und Leistungsträger, war nach dem Aufstieg der Neustädter leider Schluss mit der Herrlichkeit. In seiner ersten Bundesligasaison kam Stanislaw meist nur zu Kurzeinsätzen, durfte aber immerhin im Cupfinale gegen Sturm, über 90 Minuten sein Können unter Beweis stellen. Auch in der zweiten Bundesligasaison 2010/2011 waren es meist Einwechslungen, dafür aber zahlreiche. Mittlerweile gehört Stanislaw aber dem Stammpersonal von Peter Stöger an und hält dabei auch schon bei beachtlichen 45 (wenn auch meist Kurz-) Einsätzen in Österreichs höchster Spielklasse.

Thomas Hinum

Ähnlich erging es Stanislaws damaligen Klubkollegen Thomas Hinum. Der gebürtige Linzer wechselte nach der U20-WM – bei der er zu vier Einsätzen kam – jedoch zum Ligakonkurrenten FC Kärnten und war dort auch auf Anhieb Stammspieler. Nach dem Lizenzwechsel von Pasching zum SK Austria Kärnten wechselte er dank der Kooperation zwischen den beiden Kärntner Vereinen, zur Kärntner Austria. Bereits in seiner ersten Saison bei Austria Kärnten kam er auf 20 Bundesligaeinsätze. Die zweite Saison beim Kärntner Bundesligaklub war noch wesentlich erfolgreicher und so folgte im Sommer 2010 der Wechsel zu Rapid Wien. Unter Peter Pacult wurde Hinum meist im zentralen, defensiven Mittelfeld eingesetzt, war dort aber nur dritte oder gar vierte Wahl nach Heikkinen, Pehlivan und Kulovits. Ganz bitter war dabei sein Auftritt gegen Wacker Innsbruck, als er in der 66. Minute eingewechselt wurde und sich kurze Zeit später den Unterarm brach. Trotz dieser schweren Verletzung spielte er die Partie durch, fiel danach aber für einige Zeit aus. Vergangenen Sommer folgte dann der Wechsel zur SV Ried und damit zu seinem ehemaligen U20-Trainer Paul Gludovatz. Hinum hält derzeit bei 70 Bundesligaspielen und hatte sowohl für Rapid als auch Ried schon den einen oder anderen Europacupeinsatz.

Zlatko Junuzovic

Eine der wohl erfolgreichsten Karrieren hat dieser Herr zu verbuchen: Zlatko Junuzovic. Dem gebürtigen Bosnier wurde bereits beim GAK unter Walter Schachner eine große Zukunft vorausgesagt. Junuzovic hatte sein Bundesligadebüt bereits 2005 im Dress des GAK und auch sein Debüt im Nationalteam, unter Josef Hickersberger, sollte bereits kurze Zeit später am 1. März 2006 gegen Kanada folgen.

Demnach war Junuzovic auch bei der 2007 folgenden U20-WM einer der absoluten Leistungs- und Hoffnungsträger und kam dort auch in allen sieben Spielen zum Einsatz. Auch beim SK Austria Kärnten war der dribbelstarke Mittelfeldspieler sowohl unter Walter Schachner als auch unter Frenkie Schinkels einer der absoluten Lichtblicke. Nach den beiden Jahren bei Kärnten folgte im Sommer 2009 der Wechsel zur Wiener Austria. Auch unter Karl Daxbacher war er sofort Stammspieler und kam in weitere Folge unter Teamchef Didi Constantini auch wieder zu Nationalteameinsätzen. Mittlerweile hält er bei 14 Spielen im Nationalteam und seit letztem Samstag bei für sein Alter unglaublichen 200 Bundesligaeinsätzen.

Veli Kavlak

Ähnlich erfolgreich ist die Karriere des ehemaligen Rapid-Talents Veli Kavlak. Wie Junuzovic kam auch der gebürtige Wiener bereits vor der U20-WM zu seinen ersten Bundesligaeinsätzen und unter Teamchef Hickersberger im März 2007 zu seinem ersten Nationalteameinsatz gegen Ghana. Auch er spielte im System von Paul Gludovatz eine tragende Rolle und kam zu sechs Einsätzen bei jener U20-WM. Es folgten 146 Bundesligaeinsätze und unzählige Tore für Rapid und nach acht Jahren Vereinstreue 2011 der Wechsel zu Besiktas Istanbul. Bei Besiktas kam Kavlak in den ersten vier Spielen bereits zu Kurzeinsätzen und ist drauf und dran sich auch beim türkischen Topklub ein Stammleibchen zu erarbeiten.

Ingo Enzenberger

Von den beiden erfolgreichen Nationalteamstützen zu einem weniger erfolgreichen Mittelfeldspieler: Ingo Enzenberger. Der junge Gmundner war damals in der zweithöchsten österreichischen Spielklasse für Schwadorf tätig. In Kanada kam er nur in der Auftaktpartie gegen Kongo zum Einsatz, indem er in der 90. Minute eingewechselt wurde. Nach der Saison in Schwadorf folgte der Wechsel zu den Juniors von Red Bull Salzburg. Nachdem sein Vertrag dort nicht verlängert wurde, versuchte Enzenberger sein Glück im Ausland, beim irischen Klub Galway United. Doch leider war das Gastspiel nicht von Erfolg gekrönt und so kam 2010 der Wechsel zurück nach Österreich zum Regionalliga West Verein USK Anif. Seit 2011 ist Enzenberger vereinslos.

Peter Hackmair

Ein wenig besser erging es Peter Hackmair. Hackmair kam im Konzept von Paul Gludovatz meist zentral oder im linken Mittelfeld zum Einsatz und durfte dabei alle Spiele absolvieren. Von 2006 bis 2011 war Hackmair bei Ried engagiert und kam dabei auch zu 102 Bundesligaeinsätzen. Es hätten weit mehr sein können, hätte sich der gebürtige Vöcklabrucker nicht zwei Mal innerhalb kürzester Zeit das Kreuzband gerissen. Im Sommer 2011 wollte Hackmair laut diverser Medien ursprünglich ins Ausland wechseln um dort neu durchzustarten, aus dem Wechsel wurde jedoch nichts und so führte ihn seine Reise in die Tiroler Berge zu Wacker Innsbruck. Dort kam er in den letzten drei Partien auch zum Einsatz und ist auf dem besten Weg sich erneut in der Bundesliga zu etablieren.

Tomas Simkovic

Hackmairs größter Konkurrent auf der linken Außenbahn war Tomas Simkovic. Der Absolvent der Frank-Stronach-Akademie, kam in Kanada bei zwei Spielen zum Einsatz. Für die Kampfmannschaft der Wiener Austria konnte sich das ehemalige Jungveilchen jedoch nicht empfehlen, weshalb nach 88 Zweitligaspielen für die Austria Amateure, 2008 der Wechsel zu Wiener Neustadt folgte. Dort durfte der gebürtige Slowake dann erstmals Bundesligaluft schnuppern. Mittlerweile hält der Flügelflitzer bei 68 Spielen und elf Toren in der Bundesliga und ist das Um und Auf im Konzept von Peter Stöger.

Bernhard Morgenthaler

Auf der gegenüberliegenden rechten Außenbahn kam in fünf Spielen Bernhard Morgenthaler zum Einsatz. Morgenthaler, der mittlerweile eher zentral im Mittelfeld agiert, brachte es bei seinem Stammklub, der Admira, auch zu seinen ersten Bundesligaminuten. Nachdem die Admira mit Schwadorf fusionierte, kam Morgenthaler unter Walter Schachner zu keinen Einsätzen mehr. Also folgte 2009 der Wechsel zum FC Pasching in die Regionalliga Mitte. Doch auch in Pasching hielt es Morgenthaler nicht lange und so folgte bereits nach einem Jahr die Rückkehr zur Admira. Aktuell laboriert der ehemalige „U20-Held“, der zuletzt vorwiegend bei den Admira Amateuren zum Einsatz kam, an einem Knorpelschaden und die Fortsetzung seiner Karriere ist ungewiss, weshalb er derzeit in München eine Ausbildung zum „Fitlehrwart“ macht.

Martin Harnik

Der einzige Legionär im Kader von Paul Gludovatz war Martin Harnik, der deutschstämmige Kicker von Werder Bremen. Der gebürtige Hamburger mit Grazer Vater, kam in Kanada ebenfalls zu sieben Einsätzen. Meist durfte der sprintstarke Stürmer als rechter Außenstürmer oder im rechten Mittelfeld auflaufen. Die Erwartungen an Harnik waren aufgrund eines erst kurz vor der U20-WM verheilten Mittelfußbruchs eher gering, doch Harnik glänzte speziell durch seine Geschwindigkeit und schaffte es aufgrund dieser tollen Leistungen auch in die Kampfmannschaft von Werder Bremen. Bereits in seinem ersten Bundesligaspiel konnte Harnik, kurz nach seiner Einwechslung, seinen ersten Bundesligatreffer gegen den 1. FC Nürnberg erzielen. Auch bei seinem Debüt im Nationalteam gegen Tschechien, gelang ihm direkt nach seiner Einwechselung ein Tor, weshalb er lange den Ruf als „Edeljoker“ genoss. Bei der Heim-EM 2008 gehörte Harnik – aufgrund seiner Schnelligkeit – zum Stammpersonal im Konzept von Josef Hickersberger und durfte alle drei Gruppenspiele absolvieren. Unvergessen bleiben dabei die beiden vergebenen Großchancen gegen Polen, die Harnik noch heute von diversen Fans vorgehalten werden. Nachdem Harnik bei Werder im Sturm auf zu starke Konkurrenz stieß, war man in Bremen bemüht den Teamstürmer zum Außenverteidiger umzufunktionieren. Doch weil der Versuch scheiterte, wechselte er 2009 auf Leihbasis zu Fortuna Düsseldorf in die zweite deutsche Bundesliga. Mit 13 – zum Teil sehr sehenswerten – Treffern, machte er den VfB Stuttgart auf sich aufmerksam weshalb 2010 der Wechsel nach Stuttgart folgte. Anfangs wiederum nur „Edeljoker“ erkämpfte er sich mit Fortdauer der Saison einen Stammplatz und zählt in dieser Saison nach vier Treffern in sieben Spielen sogar zu den absoluten Leistungsträgern. Im Nationalteam hält Harnik mittlerweile bei 27 Einsätzen und sechs Treffern.

Erwin Hoffer

Als Stürmer nominierte Paul Gludovatz lediglich Rubin Okotie und Erwin „Jimmy“ Hoffer. Der pfeilschnelle Hoffer, kam in Kanada zu sieben Einsätzen und erzielte gegen Kongo, Gambia und die USA auch jeweils einen Treffer. Bei Rapid sollte ihm nach guten Leistungen bei den Amateuren bald ein Stammplatz in der Kampfmannschaft winken. Auch bei der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz durfte Hoffer mitwirken, blieb aber torlos. Speziell in Kombination mit dem großen Stefan Maierhofer, glänzte „Jimmy“ und erzielte in der Saison 2008/2009 27 Tore in Österreichs Bundesliga, was schlussendlich hinter Marc Janko (39 Treffer) nur zum zweiten Platz in der Torschützenliste reichen sollte. Dank dieser außergewöhnlichen Saison folgte im Sommer 2009 der Wechsel zum italienischen Serie-A Klub SSC Napoli. Aufgrund sprachlicher Schwierigkeiten konnte sich Hoffer jedoch nie in Italien durchsetzen und wurde anschließend an den 1. FC Kaiserslautern verliehen. Bei Kaiserslautern lief es dann wieder etwas besser, doch der große Durchbruch gelang trotz einiger Treffer nicht. Mittlerweile wurde er in die zweite deutsche Bundesliga zur Eintracht Frankfurt verliehen, konnte sich aber auch dort bislang nicht durchsetzen. Im Nationalteam galt Hoffer trotz mangelnder Spielpraxis immer als einer der „Lieblingsspieler“ von Didi Constantini, weshalb er mittlerweile auch bei fünf Treffern in 24 Spielen hält.

Rubin Okotie

Auch für den angesprochenen Rubin Okotie verlief die Karriere nicht ganz wie gewünscht. Bei der U20-WM kam er in sieben Einsätzen auf zwei Treffer gegen die nordamerikanischen Nationen Kanada und den USA. Danach wurde er von Georg Zellhofer auch in die Kampfmannschaft der Austria integriert, kam gegen Ende vermehrt zum Einsatz und wusste speziell mit seiner Technik zu gefallen. Unter Karl Daxbacher entwickelte sich Okotie zum Stürmer Nummer 1, verletzte sich dann aber im Europacupmatch gegen Metalurgs Donezk schwer am Knie. Die Diagnose: Knorpelschaden. Nach fast einjähriger Verletzungspause und auslaufendem Vertrag bei der Austria, verlängerte er diesen – trotz vorliegendem Angebots – nicht und unterschrieb einen Vertrag beim 1. FC Nürnberg. Dort kam er über Kurzeinsätze jedoch nicht hinaus, weshalb Okotie – der vor seiner Verletzung auch schon einige Einsätze im Nationalteam verbuchen konnte – im Sommer 2011 in die belgische Liga zu VV St. Truiden verliehen wurde. In Belgien hatte er zwar bereits zwei Einsätze, eine weitere kleine Verletzung verhinderte beim abgeschlagenen Tabellenletzten aber einen Stammplatz.

Dominik Knapp, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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