Unter den 21 Spielern, die Österreich gerade bei der U20 – Weltmeisterschaft vertreten, befinden sich fünf Legionäre, was nicht einmal einem Viertel des Kaders... Unsere Hoffnungen bei der U20-WM: Das sind Österreichs junge Legionäre – Teil 2

Unter den 21 Spielern, die Österreich gerade bei der U20 – Weltmeisterschaft vertreten, befinden sich fünf Legionäre, was nicht einmal einem Viertel des Kaders entspricht. Der Grund dafür ist schnell gefunden: Nicht weniger als sieben weitere Legionäre mussten aus diversen Gründen absagen. Im zweiten Teil werden die sieben behandelt, die für die Endrunde absagen mussten.

KEINE FREIGABE

„Da muss man eben mehr Zeit opfern, so etwas kann man nicht vom Büro aus erledigen. Ich habe zigtausende Kilometer abgespult, da war viel Mühsal dabei.“ Paul Gludovatz, Trainer des Erfolgteams von 2007, zeigte sich wenig zufrieden mit den Bemühungen von Trainer Andreas Heraf. Ob mehr möglich gewesen wäre, ist von außen nicht zu beurteilen. Was bleibt sind die Absagen. Neben wenigen Bundesliga-Spielern (Kainz von Sturm, Hinteregger von Salzburg) haben auch drei Legionäre keine Freigabe ihres Vereins bekommen. Dabei handelt es sich allerdings um die Top-Talente dieser Generation. Angeführt wird die Liste vom wohl größten Talent Österreichs, dem 10-fachen A-Nationalspieler David Alaba. Als er mit 17 Jahren zum jüngsten Spieler aller Zeiten im Dress der Bayern avancierte, konnte man das unglaubliche Potenzial bereits erahnen. Durch seine halbjährige Leihe bei Hoffenheim, in der er jede Spielminute am Feld stand, gelang dem gebürtigen Wiener ein gewaltiger Sprung nach vorne. Mit gerade einmal 19 Jahren darf er sich Stammspieler im österreichischen Nationalteam nennen und zahlreiche Einsätze beim deutschen Rekordmeister erwarten, was nicht zuletzt sein Einsatz im Cup untermauerte (auch wenn „Robbery“ fehlten). Beinahe genauso wichtig wäre der Einsatz des Innenverteidigers Aleksandar Dragovic gewesen, doch auch er bekam keine Freigabe von seinem Klub, dem FC Basel. Trösten kann sich der Stammspieler des amtierenden Schweizer Meisters jedoch mit der Teilnahme an der Champions League. Sollte Marc Janko (Twente Enschede) im Champions League Play-Off scheitern, wäre der Ex-Austrianer der einzige österreichische Spieler in der Königsklasse. Noch ohne Einsatz für die erste Mannschaft und trotzdem ohne Freigabe – das ist das Schicksal von Raphael Holzhauser vom VfB Stuttgart. Doch nach einer Eingewöhnungszeit, die ihm nach dem Wechsel in die erste Mannschaft gegeben wird, verspricht sich Trainer Labbadia einiges vom ehemaligen Rapidler, der sowohl auf der Spielmacherposition als auch auf der Position eines „8ers“ im zentralen Mittelfeld spielen kann.

VERLETZUNGSPECH ALS GRÖSSTER GEGNER

Vier weitere Legionäre mussten aufgrund verschiedener Verletzungen absagen. Der tragische Held dieser Weltmeisterschaft ist Marco Djuricin. Mit großen Erwartungen nach Kolumbien geflogen, musste er noch vor dem ersten Spiel aufgrund eines Muskelfaserrisses die Segel streichen und nach Deutschland zurückkehren. Genauer gesagt in die Hauptstadt, steht der Stürmer doch bei Hertha BSC Berlin unter Vertrag. Nachdem er ziemlich genau vor einem Jahr noch mit einem Doppelpack in der ersten Runde der Zweitligasaison für Furore sorgte, ging seitdem beinahe alles schief, musste er sich doch beinahe immer mit diversen Verletzungen herumkämpfen. Sein geplanter Angriff auf ein Stammleibchen in der deutschen Bundesliga muss also wieder ein paar Wochen warten. Ebenfalls auf Einsätze in der Kampfmannschaft wartet Christoph Knasmüllner bei Inter Mailand. Auch wenn er sich nach einer langwierigen Sprunggelenksverletzung wieder am Weg der Besserung befindet, fällt es einem doch schwer zu glauben dass sich der ehemalige Bayern München – Spieler im überalteten Team der Italiener in naher Zukunft durchsetzen wird. Möglich erscheint hingegen eine Leihe in die Serie B. Zu einem stärkeren Verein ausgeliehen wurde hingegen Alexander Aschauer. Der langgewachsene Stürmer ist noch ein Jahr von RB Salzburg an den „Österreicher-Verein“ Stuttgart ausgeliehen. Sollte er in dieser Zeit überzeugen, können die Schwaben eine festgeschriebene Kaufoption ziehen. Im ersten halben Jahr brachte es Aschauer auf ausbaufähige zwei Tore für die B-Elf des VfB Stuttgart. Der Wiener musste aufgrund von Leistenprobleme absagen. Zu guter Letzt verpasste auch noch ein Holland-Legionär die WM: Der junge Marcel Ritzmaier, vor zwei Jahren vom damaligen Bundesligaverein Austria Kärnten zu PSV Eindhoven gewechselt, hat jedoch trotzdem Grund zur Freude. Vor wenigen Wochen verlängerte der Flügelspieler seinen Vertrag vorzeitig bis 2014.

WAS WÄRE WENN?

Nachdem es trotz aller Bemühungen nicht allzu gut für die österreichische Mannschaft aussieht, drängt sich die Frage auf: Was wäre wenn? Beinahe eine komplette Mannschaft hat für die Endrunde abgesagt, darunter absolute Schlüsselspieler. Ohne Frage hätten sich die Chancen des Teams ohne Absagen deutlich erhöht. Was tatsächlich möglich gewesen wäre? Die Beantwortung dieser Frage bleibt jedem selbst überlassen!

AlohaHe, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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