Das österreichische U20-Nationalteam kam im Eröffnungsspiel gegen Panama nicht über ein 0:0-Unentschieden hinaus. Die Mannschaft von Trainer Andreas Heraf verstand es nicht eine der... Zu viele vergebene Chancen – Nullnummer zum Auftakt gegen Panama

Das österreichische U20-Nationalteam kam im Eröffnungsspiel gegen Panama nicht über ein 0:0-Unentschieden hinaus. Die Mannschaft von Trainer Andreas Heraf verstand es nicht eine der zahlreichen Großchancen zu nutzen, sodass man am Ende von zwei verlorenen Punkten sprechen muss.

Das angekündigte 4-3-3-System von Andreas Heraf sah auf dem Feld mehr nach einer 4-2-3-1-Formation aus, da Weimann, Offenbacher und Schütz fast auf gleicher Höhe hinter Mittelstürmer Robert Zulj spielten. Ein gutes Gespür bewies der österreichische Trainer in der Tormannfrage, denn Schlussmann Samuel Radlinger war gemeinsam mit Andreas Weimann der beste Mann auf dem Platz und bewahrte die Österreicher in der Schlussphase vor einer unglücklichen Niederlage.

LICHT UND SCHATTEN

In den Anfangsminuten tasteten sich beide Mannschaften ab und man konnte die beidseitige Nervosität deutlich spüren. Es gab nur wenige zusammenhängende Situationen, dafür aber zahlreiche unnötige Ballverluste. Nach etwa zehn Minuten fand Panama immer besser in die Partie und erarbeitete sich die ersten Chancen. Während Stürmerstar Cecilio Waterman verhältnismäßig blass blieb, zeigten einige seiner Kollegen durch gefährliche Aktionen auf. Insbesondere Alvarez und Jimenez sorgten auf den Außenbahnen für brenzlige Situationen. Das schlechte Abwehrverhalten der österreichischen Viererkette ermöglichte es Alvarez in der 24. Spielminute beinahe ungehindert auf das Tor von Samuel Radlinger zu laufen, der jedoch nicht eingreifen musste, da Alvarez verzog und der Ball am Tor vorbei ging.

ÖSTERREICH FINDET INS SPIEL ZURÜCK

Nach dieser Aktion kam die österreichische U20-Nationalmannschaft wieder besser ins Spiel. In der 28. Minute fand SV-Ried-Stürmer Robert Zulj eine hundertprozentige Möglichkeit vor, doch leider scheiterte der Stürmer der SV Ried zwei Mal am starken Schlussmann Mejia. Die Nervosität machte Zulj einen Strich durch die Rechnung, denn der 19-jährige Mittelstürmer wirkte wie vor Angst gelähmt und konnte den Ball aus kurzer Distanz nicht in das halbleere Tor unterbringen. Die Vorarbeit zu dieser großen Chance leistete Andreas Weimann, der in dieser Form auch eine Überlegung für Teamchef Didi Constantini wäre. Der Aston-Villa-Stürmer setzte sich knapp vor der Pause erneut auf der linken Seite durch und legte den Ball auf Offenbacher zurück, der die scharfe Hereingabe nur knapp verfehlte.

ZAHLREICHE CHANCEN IN DER ZWEITEN HÄLFTE

In den zweiten 45 Minuten hatte die Mannschaft von Andreas Heraf wesentlich mehr vom Spiel, verstand es aber bis zum Schluss nicht die zahlreichen Chancen in etwas Zählbares zu verwandeln. Für Schütz, Zulj und Offenbacher kamen im Laufe der zweiten Halbzeit Klem, Teigl und Meilinger in die Partie, wobei insbesondere Teigl für frischen Wind auf der linken Seite sorgte. In der 82. Minute wurde der Red-Bull-Salzburg-Spieler im gegnerischen Strafraum gelegt, doch der Schiedsrichter aus Paraguay zeigte nicht auf den Elfmeterpunkt, sondern zückte die gelbe Karte wegen einer angeblichen Schwalbe – eine glatte Fehlentscheidung. Vor dieser Aktion vergab die österreichische Nationalmannschaft eine Zwei-gegen-Eins-Situation, da sich Weimann den Ball zu weit vorlegte und nicht mehr zu dem völlig freistehenden Teigl passen konnte. Der Aston-Villa-Stürmer zeigte in weiterer Folge, dass er auch ein guter Kopfballspieler ist, scheiterte bei seinem ersten Versuch jedoch knapp an Tormann Mejia und setzte den zweiten Kopfball einige Minuten danach nur wenige Zentimeter neben die Stange. In der Schlussphase kam auch Panama zu zwei guten Chancen, die beinahe den Spielverlauf völlig auf den Kopf gestellt hätten. Tormann Radlinger behielt jedoch die Nerven und hielt mit einer sehenswerten Parade zumindest den einen Punkt fest.

FAZIT – ZWEI VERLORENE PUNKTE

Man sah nicht viel davon, dass die U20-Nationalmannschaft Panamas sich 170 Tage lang gemeinsam auf dieses Turnier vorbereitete. Trainer Alfredo Poyatos verfügt in der Offensive über einige gefährliche Spieler, doch es war deutlich zu sehen, dass seine Mannschaft in der Defensive große Schwächen hat. Insbesondere die Abwehrspieler Flores und Benitez wirkten oft unsicher, gingen unnötige Risiken ein und machten Fehler in Stellungsspiel und Spielaufbau. Die linke Abwehrseite Panamas war ständig offen und sowohl Weimann, als auch später Teigl bereiteten der panamaischen U20-Auswahl große Kopfschmerzen. Positiv ist, dass die österreichische Nationalmannschaft trotz großer Hitze konditionell nicht einging und auch am Ende der zweiten Halbzeit ein den Umständen entsprechend hohes Tempo gehen konnte. Die absolut katastrophale Chancenauswertung verhinderte jedoch ein Schützenfest, denn im Normalfall geht diese Partie 5:1 für Österreich aus. Phasenweise vergaß die Mannschaft zudem auf das Kurzpassspiel und versuchte es mit weiten Bällen nach vorne, was sich nicht überraschend als untaugliches Mittel erwies. Absolut positiv sind hingegen die Einzelleistungen von Andreas Weimann und Samuel Radlinger. Fans der österreichischen Nationalmannschaft dürfen sich zumindest kleine Hoffnungen machen, dass der Neo-Hannoveraner dafür sorgen wird, dass die Tradition der starken österreichischen Torhüter nach langen Jahren wieder aufblühen wird. Radlinger glänzte nicht nur durch gute Paraden, sondern strahlte über die gesamten 90 Minuten eine große Ruhe aus.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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