Von 5.-7. Oktober ging der zehnte Spieltag der Österreichischen 2. Liga über die Bühne. Am Freitag konnten gleich sieben Spiele parallel bewundert werden, während... 10. Runde der 2. Liga: Überraschung im Stadtderby und ein Dreikampf um Platz 2

Von 5.-7. Oktober ging der zehnte Spieltag der Österreichischen 2. Liga über die Bühne. Am Freitag konnten gleich sieben Spiele parallel bewundert werden, während am Sonntag der Schlusspunkt gesetzt wurde – der Samstag war spielfrei. Neben einem spektakulären Stahlstadt-Derby war auch die Austria Lustenau wieder einmal am trefferreichsten Spiel beteiligt.

Spektakuläre Aufholjagd im „Derby light“

Seit April 2017 musste der Linzer-Fußballfan auf ein Stadtderby warten. Bedingt durch den Aufstieg des LASK gab es eine 1,5-jährige Derby-Abstinenz in der Stahlstadt. Diese (viel zu lange) Leidenszeit hat vergangenen Sonntag ein Ende genommen, denn im Zuge des Abschlussspiels der abgelaufenen Runde gastierte der Traditionsklub Blau-Weiß Linz bei den Juniors OÖ. Trotz der Eigenständigkeit des FC Juniors OÖ – die am Papier vorliegt – sind ganz klare Verbindungen zum Erzrivalen der Blau-Weißen erkennbar. Beispielweise befinden sich die Juniors erst seit dieser Saison nicht mehr in einer Spielgemeinschaft mit der Zweitmannschaft des LASK, mit der man im vergangenen Jahr noch in der Regionalliga Mitte spielte. Auch die TWG-Arena teilt man sich geschwisterlich. Deswegen ist zumindest der Ausdruck „Derby light“ durchaus angebracht.

Die Vorzeichen für dieses Derby hätten unterschiedlicher nicht sein können, denn der Spitzenreiter Blau-Weiß Linz war in Pasching zu Gast und hatte es mit dem Drittletzten zu tun.

Der Underdog erwischte alles andere als einen Start nach Maß – nach 25 Minuten musste bereits ein 0:2-Rückstand beklagt werden. Erkennen Sie die Parallelen zum letzten Spieltag? Auch gegen den SV Horn lief man einem raschen 2-Tore-Rückstand hinterher und wandelte diesen noch erfolgreich in ein Remis um. Dieses Wochenende sollte es noch besser laufen, denn diesmal luchste man dem Kontrahenten dank eines moralischen Kraftaktes mit einem 3:2-Sieg sämtliche Punkte ab.

Der Titelanwärter rutscht somit von Platz 1 ab und verhalf den Juniors OÖ zur Flucht aus der Abstiegszone.

Der Torgarant kommt aus dem Ländle

Zum dritten Mal in Folge ist die Austria Lustenau an der trefferreichsten Partie des Spieltages beteiligt. Nach zwei Heimniederlagen gegen Lafnitz (1:3) und Kapfenberg (2:3) stand das Match gegen die Vorwärts Steyr an – ihres Zeichens Tabellenschlusslicht. In diesem Match waren die Oberösterreicher die Leidtragenden der vielen Tore. Schlussendlich triumphierten die Vorarlberger mit einem 5:1-Auswärtssieg. Bei den Gastgebern keimte nur kurz Hoffnung auf, Simon Gasperlmair verkürzte zwischenzeitlich auf 1:2.

Damit bleibt Vorwärts Steyr am 16. und somit letzten Rang und konnte auch in diesem Spiel die Heimschwäche nicht ablegen. Im eigenen Stadion halten die Oberösterreicher in dieser Saison erst bei einem Zähler. Die Lustenauer machten mit diesem Triumph einen Schritt aus der Krise. Es ist der erste Sieg seit dem 1. September 2018.

Darijo Pecirep: Rieds Top-Transfer sorgt für den Sieg

Mit dem Neuzugang Darijo Pecirep landeten die Ried-Verantwortlichen einen großen Coup. Der Stürmer, der im Sommer ablösefrei vom Wiener Sportclub ins Innviertel wechselte, brachte es bisher auf 7 Treffer, zweimal gab es sogar einen Doppelpack zu bestaunen. Der Kroate steuerte in der bisherigen Saison alle 103 Spielminuten ein Tor bei. Auch in dieser Runde war er maßgeblich am Spielausgang beteiligt.

Die Rieder traten zuhause gegen Wacker Innsbruck II an und gingen schon früh in Führung – Torschütze? Darijo Pecirep, wer auch sonst! Der bullige Neuzugang versetzte die Heimfans bereits in Minute 19 in Jubel. Nach einem Stangelpass, den Wacker-Tormann Hankic nur prallen lassen konnte, war der 27-Jährige zur Stelle und verwertete aus wenigen Metern souverän.

Mit dem dritten Sieg in Folge gelang es den Riedern nun wohl endgültig, sich aus dem zwischenzeitlichen Tief (2 Niederlagen) zu befreien. Auch in der Tabelle macht sich dieser Sieg bemerkbar, die Lücke zu Blau-Weiß Linz konnte fast gänzlich geschlossen werden (nur mehr 1 Punkt dahinter).

Die unterlegenen Tiroler rutschten vom 10. Platz auf Rang 12 ab und haben folglich nur mehr einen 3-Punkte-Polster auf den ersten Abstiegsplatz. Alle drei bisherigen Siege erfolgten gegen Teams, die derzeit schlechter in der Tabelle dastehen als die Innsbrucker selbst.

Lafnitz prolongiert den Aufschwung

Ein kleiner Rückblick auf Runde 4: Der SV Licht Loidl Lafnitz verliert gegen den SV Horn und hält zusammen mit Vorwärts Steyr die „Rote Laterne“ – bei einem eingefahrenen Punkt. Diese Niederlage war auch zeitgleich der Startschuss zu einer 180-Grad-Wende.

Denn seit diesem Ereignis mussten sich die Lafnitzer kein einziges Mal geschlagen geben. Es folgten bis heute vier Siege und zwei Remis. Der jüngste Erfolg ereignete sich vergangenen Freitag in Grödig bei den Jungbullen, dem FC Liefering. Mit einem 2:1-Sieg und drei Punkten konnte man im Anschluss den Mannschaftsbus betreten. Für beide Tore der Steirer sorgte Josip Krznaric. Jungbulle Ousmane Diakite erzielte per Traumtor nur noch den Anschlusstreffer.

Dieser Sieg führt Lafnitz auf den 7. Rang (15 Punkte), der FC Liefering hingegen verliert den unmittelbaren Anschluss an die Tabellenspitze und belegt nur noch Platz 5.

Wiener Vereine mit Sieg und Niederlage

Nach der Niederlage gegen Austria Klagenfurt vergangene Woche war für den Floridsdorfer AC Wiedergutmachung angesagt. Man gastierte beim Tabellen-Vorletzten SV Horn und feierte über die Waldviertler schlussendlich einen verdienten 3:1-Auswärtssieg. Damit bestätigten die Floridsdorfer ihre guten Resultate in der Ferne. Wenn man nur die Auswärtstabelle betrachtet, liegen die Hauptstädter auf dem geteilten 2. Rang. Dass es in der Gesamttabelle bei Weitem nicht so rosig aussieht (9. Platz), liegt an der akuten Heimschwäche, die regelmäßig an den Tag gelegt wird.

In Horn würde man diesen 9. Rang mit Handkuss nehmen. Derzeit schaut für die Waldviertler nur der 15. und somit vorletzte Rang hinaus. Auf die rote Laterne Steyr haben Carsten Jancker und seine Spieler nur zwei Punkte Vorsprung

Der andere Wiener Klub, die Young Violets Austria Wien, musste vergangenen Freitag schon wieder eine Heimniederlage einstecken. Nachdem man am 9. Spieltag zuhause gegen Amstetten das Nachsehen hatte, kam dieses Wochenende mit dem zweitplatzierten WSG Swarovski Wattens ein anderes Kaliber in die neueröffnete Generali Arena. Die Tiroler verteilten keine Gastgeschenke und setzten sich im Endeffekt mit 2:1 durch. Cancola erzielte für die Veilchen den zwischenzeitlichen Ausgleich per Elfmeter.

Die Wattener schlagen aus der Niederlage von Blau-Weiß Linz Profit und übernehmen zum ersten Mal in dieser Saison die alleinige Tabellenführung.

Genauso wie die Bundesliga pausiert nun auch die 2. Liga aufgrund der Länderspielpause für eine Woche!

J.G., abseits.at

Stefan Karger