Die zweite Westligasaison der 2005 neu gegründeten Austria Salzburg verlief nicht wie gewünscht. Im Herbst präsentierte sich die Austria vor allem auswärts schwach wie... Austria Salzburg startet durch – auch wegen eines fremden eingespielten Teams

Die zweite Westligasaison der 2005 neu gegründeten Austria Salzburg verlief nicht wie gewünscht. Im Herbst präsentierte sich die Austria vor allem auswärts schwach wie ein Abstiegskandidat. Nun lacht sie nach sieben Spielen von der Spitze, drei Punkte vor dem großen Red-Bull-Kontrahenten FC Liefering.

Prüfstand

Die Spieler der Maxglaner standen die restlichen Spiele der abgelaufenen Saison 2011/12 auf dem Prüfstand, schlugen sich gar nicht so schlecht. Bereits in der Winterpause gingen acht Spieler, es kamen acht neue. Zwar reichte es noch für den achten Platz, Trainer Thomas Hofer sah aber dennoch Handlungsbedarf. 17 Spieler verließen den Verein, 13 kamen. Das entschlackte den Kader einerseits, andererseits holte sich der ehemalige Anif-Coach gleich sechs Mann aus seinem alten Team. Anif wurde mit nur 6 Punkten Rückstand auf Wattens Zweiter in der letzten Saison.

Quartett prägt Spiel

Vier Spieler stechen aus den vielen geholten ganz besonders heraus. Ex-Anif-Goalie Stefan Ebner (25) absolvierte 29 von 30 Spielen, erhielt nur 33 Gegentore, schaffte sieben zu-Null-Spiele 2011/12. Bislang musste er in sieben Spielen erst einmal hinter sich greifen. Vor ihm agiert Ex-RB-Junior Matthias Öttl im defensiven Mittelfeld das Spiel, drei weitere Ex-Anifer ziehen hinter Marko Vujic die Fäden. Rechts im Mittelfeld spielt Raimund Friedl (24). Dieser schaffte in der abgelaufenen Saison zwölf Tore in ebenfalls 29 Spielen, hält aktuell bei zwei. Michael Perlak (24) und Rene Zia (20) organisieren die Offensivzentrale, Perlak traf bereits vier Mal, Zia einmal. In der Vorsaison netzte Letzterer zwei Mal, es werden wohl mehr Tore werden, Ersterer elf Mal. Alle liefen in den bisherigen sieben Saisonspielen auf. Ebenfalls positiv aufgefallen ist Christoph Hübl, der von Neumarkt kam und vier Saisontore erzielte. Grundsätzlich auch vorgesehen war Leonhard Ettlmayr (23), ein weiterer Anifer, der Innenverteidiger wird den gesamten Herbst aber aufgrund eines Mittelfußknochenbruchs nicht zur Verfügung stehen.

Umbau nichts Neues für den Coach

Der weitere Totalumbau bei der Austria war für Thomas Hofer aber nichts Neues, bereits im Sommer 2011 erhielt sein damaliges Team USK Anif einen komplett neuen Anstrich. Aber im Endeffekt ist der Umbau kein großartiger, denn ein lauter Torhüter und eine eingespielte Offensivzentrale sind fast schon das A und O, denn verteidigen ist recht selten das Problem einer Mannschaft. Viel mehr liegt es nun daran, der Favoritenrolle weiterhin gerecht zu werden und dazu bedarf es nun mal einer guten Offensive. Nicht von ungefähr schafften es die Violett-Weißen, nicht nur zu gewinnen – bis jetzt gab es nur ein Gegentor beim 1:1 am zweiten Spieltag gegen TSV St. Johann, bislang auch der einzige Punkteverlust – sondern Gegner zu zerlegen. Am fünften Spieltag kassierte der FC Hard fünf Stück, am sechsten das Amateurteams des FC Wacker gleich acht – daheim.

Stichtag 20. Oktober

Derzeit stehen drei Punkte Vorsprung auf den großen Favoriten FC Liefering zu Buche. Diese verloren am dritten Spieltag in Bregenz, spielten zuletzt Remis. Nun haben die Red-Bull-Kicker aber eine leichtere Auslosung, gegen Wattens und die Kufsteiner wurde jeweils gewonnen. Auf die Austria warten in den nächsten zwei Wochen der FC Dornbirn und die WSG Wattens, am 13. Oktober der SC Bregenz. Am 20. Oktober steigt dann das – sollten beide Teams weiter gut punkten – große vorentscheidende Spiel. Die Emotionen werden hochgehen, wenn die arrivierten Kicker Rene Aufhauser, Mario Konrad und Wolfi Mair in der MyPhone-Arena gastieren werden. Konservieren die Anifer in violett-weiß ihre Form gegen die im Juni aus ebenjenem Verein hervorgegangenen Bullen, wird das ein extremer Showdown.

Kleiner Ausblick

Einer Tatsache sollte sich der Westligameister aber auch bewusst sein: Um den Platz des Letzten der Heute für Morgen-Erste Liga zu ergattern, gilt es, gegen den Meister der Regionalliga Mitte zu spielen. Einerseits gilt die Regionalliga West als schwächste der drei dritten Ligen, andererseits gibt es dort mit dem LASK, dem GAK, Pasching und Austria Klagenfurt sowie mit Abstrichen dem Villacher SV auch namhafte Teams, die nach oben wollen. Aber davor muss man erst einmal so weiter spielen wie bisher, auch wenn die Fans mit dem bisher Gebotenen durchaus zufrieden sein dürfen.

Georg Sander, abseits.at

Georg Sander