Während die Frage nach dem Top-Trio der sky go Erste Liga bereits zur Winterpause recht deutlich beantwortet scheint und auch der sportlich schwächste Klub... Der Erste-Liga-Herbst (3): Interessante Akteure im Tabellenmittelfeld

sky go Erste Liga_abseits.atWährend die Frage nach dem Top-Trio der sky go Erste Liga bereits zur Winterpause recht deutlich beantwortet scheint und auch der sportlich schwächste Klub in Wien-Floridsdorf ausgemacht wurde, bewegen sich dazwischen einige sprunghafte Klubs mit hochinteressanten Spielern. Wir haben uns die Spieler, die mit einem baldigen Wechsel zu einem größeren Klub spekulieren dürfen, genauer angesehen.

Beim Tabellenfünften Austria Lustenau sticht vor allem die deutsche Neuverpflichtung Julian Wießmeier heraus. Der 23-Jährige erzielte in 19 Erstligaspielen elf Tore, bereitete zwei vor und leitete drei weitere ein. Genauso viele Tore machte Wießmeier in der Vorsaison für die Amateure des 1.FC Nürnberg, benötigte dafür allerdings 31 Spiele. Bereits jetzt soll es Interessenten für den einstigen U20-Nationalspieler Deutschlands geben. Bei Austria Lustenau kam der Franke zumeist im offensiven Mittelfeld zum Einsatz, doch auch von einer defensiveren Position weg, überzeugt der Mittelfeldspieler, der noch einen Vertrag bis Sommer 2017 besitzt.

U20-Teamspieler auf Lustenauer Positionsabwegen

Auch interessant gestaltet sich die Entwicklung von Lukas Tursch. Der 19-Jährige spielte sich über den SC Austria Lustenau in die U20-Nationalmannschaft, wo er im zentralen, defensiven Mittelfeld eingesetzt wird. In Lustenau hingegen spielt Tursch als Innen- oder Rechtsverteidiger. Der ehemalige Linzer Akademiespieler ist aufgrund seiner Stabilität und seiner Flexibilität ein Kandidat für einen baldigen Wechsel in die Bundesliga.

Frieser blüht in Kapfenberg auf

Auch in Kapfenberg gibt es einige Hoffnungsträger. Die Lebensversicherung ist der Spanier Sergi Arimany, der bereits bei neun Saisontoren hält, der Lenker Andreas Lasnik, der in seiner zweiten Saison für den KSV sehr effizient auftritt. Er erzielte zwar erst ein Tor, bereitete aber fünf vor, leitete sieben ein und glänzt vor allem bei Standardsituationen. Die Entdeckung der Saison war aber bisher Dominik Frieser. Der 22-Jährige kam im Sommer aus Hartberg, wo er lediglich Ergänzungsspieler war. Frieser hält nicht nur bei fünf Saisontoren und sechs Assists, sondern spielte bereits auf fünf verschiedenen Positionen. Zumeist kommt er auf der rechten Außenbahn zum Einsatz, aber auch links oder im Angriffszentrum spielte er heuer bereits. Er muss seine starken Leistungen aus dem Herbst sicher noch über einen längeren Zeitraum bestätigen, wird aber über kurz oder lang auch bei größeren Klubs zu einem Thema werden.

Kompletter Rep ein Kandidat für oben

Bei Austria Klagenfurt sorgen zwei Slowenen fürs Zählbare. Patrik Eler hält bereits bei zehn Saisontoren und vier Assists, jedoch heißt der Komplettere der beiden Top-Legionäre Rajko Rep. Genau wie Eler erzielte er in der Aufstiegssaison 16 Saisontreffer. Heuer hält er bei sieben Toren, zwei Assists und sieben Toreinleitungen. Der ehemalige slowenische U21-Teamspieler ist beidbeinig, technisch stark, dynamisch und spielt im offensiven Mittelfeld ebenso gut, wie als Linksaußen. Zudem sollte man die Entwicklung des 22-jährigen Eric Zachhuber im linken Mittelfeld genau weiterverfolgen.

Neustadt arbeitet sich mühevoll in die Saison

Mit viel Mühe und Fleiß arbeitete sich der SC Wiener Neustadt in die Saison. Sinnbildlich für die Entwicklung der Neustädter steht Daniel Maderner, der nach einem schleppenden Start immer besser wurde und zum Schluss der Herbstsaison wieder Freude am Fußball versprühte. Ähnliches galt auch für Balakiyem Takougnadi und Florian Sittsam.

Was passiert mit Salzburgs Besten?

Interessant ist auch, was im Winter mit den Talenten des bald verschwindenden SV Austria Salzburg geschehen wird. So spielte etwa der 20-jährige Valentin Grubeck einen guten Herbst mit fünf Toren, zwei Assists und drei Assist-Assists. Auch der 22-jährige Ibrahim Bingöl, der sich auch eine Liga höher als brillanter Techniker herausstellte, dürfte bei größeren Klubs gefragt sein. Ein Fragezeichen steht hinter dem routinierten Ernst Öbster, der in der laufenden Spielzeit bereits neun Treffer vorbereitete. Beim „ewigen Talent“ wird es wohl einmal mehr auf den Ehrgeiz ankommen. Will er’s nochmal wissen, oder wechselt er zurück in die Regionalliga?

Unterer Durchschnitt beim FAC

Und der nachhinkende FAC? Austria-Leihgabe Bernhard Luxbacher zeigte da und dort sein großes Potential und dem erst 18-jährigen Maximilian Entrup, der Anfang November debütierte, gehört wohl die Zukunft. Ansonsten findet man im Nordosten Wiens eher Einheitsbrei und wenig Erst- oder gar Bundesligatauglichkeit.

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen