Die Cupauslosung vergangenen Montag hat nicht nur ein paar sehr interessante Partien, wie das Vorarlberger Derby zwischen Bregenz und Austria Lustenau, Traditionsverein Vorwärts Steyr... Der ÖFB-Cup: Chance auf Europa oder lästige Verpflichtung?

Die Cupauslosung vergangenen Montag hat nicht nur ein paar sehr interessante Partien, wie das Vorarlberger Derby zwischen Bregenz und Austria Lustenau, Traditionsverein Vorwärts Steyr gegen Trenkwalder Admira oder das Duell zwischen SC/ESV Parndorf und Austria Salzburg zur Folge, sondern wirft auch einige Fragen auf.

Der ÖFB Cup wirkte in den letzten Jahren für die Profi-Vereine oftmals mehr als lästige Verpflichtung denn als große Chance in den Europacup einzuziehen. Abgesehen vom Rekordcupsieger, der Wiener Austria, die den Cup in den letzten 10 Jahren 5x gewinnen konnte und zusätzlich noch ein weiteres Mal im Finale stand, scheinen die meisten anderen Großklubs den Cup nicht wirklich ernst zu nehmen. Dick herausstreichen darf man dabei den Klub von Didi Mateschitz. Red Bull Salzburg gelang es seit der Übernahme durch den Red Bull Konzern 2005 bisher noch nicht in ein Pokalfinale vorzudringen. Doch auch anderen Vereine, wie etwa Rapid, scheint der Cup nicht besonders wichtig zu sein, denn in den letzten Jahren war der Cup oftmals ein “Showlaufen” der B-Garnituren. Die Gründe für dieses konsequente “Nichternstnehmen” des Pokalbewerbs sind vielfältig.

SCHLECHTE VERMARKTUNG

Schon zu Zeiten von Sponsor “Memphis” war die fehlende Vermarktung des Cups ein großes Problem. Bis auf das Finale sah man kaum ein Spiel live im Fernsehen, auch die Zusammenfassungen waren sehr kurz oder in den ersten Runden oft gar nicht vorhanden. Man sollte meinen aus diesem Grund wären mehr Fans in den Stadien, doch auch das Zuschauerinteresse vor Ort geht gegen Null. Einige Jahre lang durften die Europacup-Starter erst im Achtelfinale des Cups einsteigen, doch dies wurde 2009 wieder geändert. Den bisherigen Höhepunkt, oder besser Tiefpunkt, musste der Cup 2008 hinnehmen, als man ihn aufgrund der Europameisterschaft im eigenen Land komplett ausfallen lies. Doch zumindest was die Vermarktung anbelangt, scheint sich der Cup in den letzten Jahren leicht im
Aufwind zu befinden, was vor allem mit dem neuen Sponsor Samsung zusammenhängen dürfte.

AMATEUR-TEAMS

Ein weiteres leidiges Thema des ÖFB-Samsung-Cups sind die Amateurteams der Großvereine. Waren es in der Saison 2010/2011 noch 10 “Amateure” oder “Juniors”, so beläuft sich die Zahl in der Saison 2011/2012 immerhin noch auf 8 von 64 Cupteilnehmern. An und für sich keine tragische Zahl, allerdings ärgerlich, wenn gerade diesen Amateuren die attraktiven Bundesligisten zugelost werden, wie auch heuer einige Male der Fall. Während für richtige Amateurvereine ein Spiel gegen Rapid, Austria, Ried oder Sturm gleichbedeutend mit dem “Spiel des Jahrzehnts” wäre, sitzen nun wohl lediglich geschätzte tausend Fans in der Linzer Gugl, um sich die LASK Amateure gegen Rapid anzusehen. In Deutschland hat man dieses Problem bereits erkannt und seit 2008 alle „Zweitvertretungen” aus dem Cupbewerb verbannt.

CUP ALS GROSSE CHANCE

Möglicherweise gewinnt der Cup auch in den nächsten Jahren zunehmend an Bedeutung. Abgesehen davon, dass er einer von nur zwei wirklich bedeutenden heimischen Titeln ist, hat der Cupsieger – aufgrund der anhaltend guten Ergebnisse Österreichs im Europacup – in Zukunft auch einige “Privilegien“. Sollte man in Zukunft unter den besten 15 Nationen in der 5-Jahreswertung bleiben, so winkt dem Cupsieger ein direktes Ticket in die 4. Qualifikationsrunde, sprich das Europaleague-
PlayOff.

Hier die Spiele der 1.Cuprunde (5.8. – 7.8.):

SK Vorwärts Steyr - FC Trenkwalder Admira
ASCO ATSV Wolfsberg - RZ Pellets WAC/St. Andrä
SV Scholz Grödig 1B - SK Puntigamer Sturm Graz
ASK Baumgarten - FC Red Bull Salzburg
FC Hellas Kagran - FC Wacker Innsbruck
ASC Sapient Götzendorf - SKN St. Pölten
Trenkwalder Admira Amateure - FK Austria Wien
Union TTI St. Florian - Cashpoint SCR Altach
Rivella SC Bregenz - SC Austria Lustenau
Post SV - KSV 1919 Kapfenberg
FK Austria Wien Amateure - First Vienna FC 1894
SK Puntigamer Sturm Graz Amateure - LASK Linz
DSV Leoben - FC Lustenau 1907
ASKÖ Stinatz - FC Blau Weiss Linz
SC Holz Pfeifer Kundl - TSV Hartberg
FC Gratkorn - SV Josko Ried (Titelverteidiger)
SK Rapid Wien Amateure - SC Wr. Neustadt
Austria Kapfenberg / KSV Amateure - SV Mattersburg
ASKÖ TEKAEF Donau Linz - SV Scholz Grödig
LASK Juniors - SK Rapid Wien
USV Stein Reinisch Allerheiligen - Union Volksbank Vöcklamarkt
SVG Reichenau-Star Sportwetten - SK Austria Klagenfurt
FC Red Bull Juniors Salzburg - SC Brunn/Geb.
Union Generali Innsbruck - SV Pöttinger Grieskirchen
SC/ESV Parndorf 1919 - SV Austria Salzburg
SAK-slovenski atletski klub - 1. SC Wewalka Sollenau
Wiener Sportklub - ASK Bad Vöslau
WSG Swarovski Wattens - Sportverein WAHA fix&fertig Sankt Margarethen
Villacher SV - SC Retz
FC Mohren Dornbirn - SV Stegersbach
SC Sparkasse Elin Weiz - TSV-esbo-Neumarkt
SKU Ertl Glas Amstetten - SC Installationen Brunner Max Schwaz-Fußball

Quelle: ÖFB

Dominik Knapp, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen