In einer launigen Partie ging die SV Ried durch Marco Meilinger (11.) früh in Führung, der SV Grödig stellt durch Tore von Diego Viana... Die SV Ried biegt den SV Grödig mit 3:2 (1:2) – Den Erfolg sicherte vor allem die Bank

In einer launigen Partie ging die SV Ried durch Marco Meilinger (11.) früh in Führung, der SV Grödig stellt durch Tore von Diego Viana (30.) und Lukas Schubert (42.) aber noch vor der Pause auf 2:1. Erst ein Doppelschlag in der Schlussphase durch Robert Zulj (74.) und wieder Meilinger (77.) hielt den Riedern die Möglichkeit auf eine Titelverteidigung offen.

Im Duell der Trainer mit der ungewissen Zukunft – sowohl Gerhard Schweitzer, als auch Heimo Pfeifenberger werden in der nächsten Saison nicht mehr für diese Teams als Cheftrainer an der Linie stehen – setzten beide Teams auf Bewährtes. Die Gäste aus Ried begannen vor 2000 Zuschauern im gewohnten 3-3-3-1-System.

Heimo Pfeifenberger vertraute auf sein 4-4-2, das zwar in der Auslegung recht statisch ist. Vor der Viererkette hielt Peter Tschernegg den Offensivakteuren den Rücken frei. Diese sollten durch ihre individuelle Klasse für Gefahr sorgen.

Überlegte Treffer

Die Salzburger erwischten einen guten Start, nach Flanke von Thomas Salamon konnte FAK-Leihgabe Lukas Rotpuller nur kurz klären und verschaffte Joachim Parapatits eine gute Möglichkeit. Nach dem weiteren ersten Abtasten nahm das Spiel Fahrt auf und die Zuseher konnten eine tolle Aktion der Rieder beobachten. Meilinger setzte zu einem Lauf von der Mittellinie weg an, spielte die Kugel auf Anel Hadzic. Dieser lobbte das Spielgerät über die Abwehr, perfekt vor die Füße von Meilinger und der ließ aus spitzem Winkel Andreas Schranz keine Chance (11.). Diese Aktion war  im Grunde genommen nicht zu verteidigen, einfach schön. Ein Nachlegen funktionierte nicht, in den nächsten 20 Minuten kamen die Grödiger immer besser ins Spiel. Dazu kam noch eine gute Portion Würze, wie es sich für einen Cup-Fight gehört. Nach einer halben Stunde bekamen die Hausherren einen Freistoß im Halbfeld zugesprochen. Der von Salamon getretene Ball segelte auf Thomas Gebauer zu, der zur Ecke klären musste. Der Ausführende blieb der Gleiche, diesmal fand er am ersten Pfosten Viana, der sich beim Tormann stehend gut an den Fünfer geschlichen hatte und einnickte (30.). In weiterer Folge kam es verletzungsbedingt zu zwei Auswechslungen bei Ried. Maximilian Karner musste runter, für ihn kam Bienvenue Basala-Mazana (36.) und fünf Minuten später musste Hadzic nach Kollision mit Abräumer Tschernegg vom Feld. Für ihn kam Stefan Lexa (41.) Die Ordnung der Gäste ging verloren und so konnte Salamon auf Viana flanken, Gebauer wehrte nur kurz ab und Schubert staubte zur (Halbzeit-)Führung ab (42.). Das Wie war auch schön, da er den Tormann aus kürzester Distanz überhob.

Dampf der Grödiger, Umstellung der Rieder

Die Hausherren kamen auch in Durchgang zwei besser aus der Kabine. Thomas Krammer (50.), er prüfte Gebauer aus der Distanz, und Ione Cabrera (68.), der per Kopf die Latte traf, kamen zu guten Möglichkeiten. Den Riedern fehlte in dieser Phase bei ihren Vorstößen das, was der Trainer des Salzburger Branchenführers gerne „konkret“ nennt. Darauf reagierte Schweitzer und brachte Zulj für Schreiner, was auch zu einer Umstellung führte (70.):

Das Spiel der Gäste wurde im 4-1-3-2 gleichsam offensiver wie druckvoller. In der 74. Minute flog der Ball aus der Abwehr direkt ins letzte Abwehrdrittel und kam zu Lexa auf der rechten Flanke. Die Grödiger verteidigten schlecht, außer dem rausgerückten Außenverteidiger war nur der Rest der Viererkette bei der Flanke im Strafraum anwesend und die markierten nur zwei statt zumindest drei Spieler. Zulj konnte aus zehn Metern vollkommen unbedrängt einschießen. Auch das zweite Tor resultierte aus einer Lexa-Flanke. Diesmal wurde Meilinger übersehen, der sich halblinks im Strafraum der Ball seelenruhig herrichtete, ehe er abzog und Schranz bezwang (70.). Der Rest des Spiels verlief, wie eine Cup-Partie in den letzten 20 Minuten ablaufen muss, wenn ein Team knapp führt: Peter Riedl flog nach Foul an Lexa vom Platz (78.), Ried ließ gute Möglichkeiten aufs 4:2 aus (Zulj, 87., 88.). Die fällige, strittige Szene in der Nachspielzeit: Reifeltshammer hatte den Ball nach einem Eckball per Hand ins Torout befördert.

Statik

Wie schon vor ein paar Wochen gegen Blau-Weiß Linz beobachtet waren die Hausherren in der Außenseiterposition unfähig, sich auf die Änderung im Spiel des Gegners einzustellen. Dazu kam noch die Undiszipliniertheit, die auch in Linz zu beobachten war. Einzig auf die Qualität der ehemaligen Bundesligakicker zu bauen ist zu wenig und auch das, was Pfeifenberger ein Weiterarbeiten in Grödig verunmöglicht. Die Rieder reagierten aber lange nicht auf den statischen Gegner, offenbarten vor allem bei hohen Bällen zu wenig Reaktion auf die Bewegungen der Gegenspieler.

Umstellung der Rieder bedingt Überzahl

Die zwei Tore der Rieder stehen symptomatisch für das, was ihnen den Sieg brachte. Basala-Mazana und Thomas Hinum bildeten mit Rotpuller und Reifeltshammer eine Viererkette, Ziegl gab weiterhin den Abräumer. Doch Robert Zulj wanderte weiter nach vorne. Dadurch ergab sich eine offensive Flügelzange mit Lexa und Meilinger sowie Nacho in der Mitte und zwei echten Stürmern. Mit dieser verschärften Offensive kamen die Grödiger zunächst und auch in weiterer Folge kaum bis gar nicht zu Recht. Das ergibt sich schon rein aus der Arithmetik: Mit vier Abwehrspielern und einem Sechser kann gegen eine offensive Dreierreihe und einen Stürmer gut verteidigt werden. Bei zwei Angreifern, der Dreierreihe dahinter und offensiv auffälligen Außenverteidigern entstehen eben die Überzahlsituationen, die es den Riedern leicht gemacht hatten, zwei Mal zu treffen. Darüber hinaus fehlte den Grödigern gegen Ende hin auch der Biss.

Klasse setzt sich durch – auch auf der Bank

Gegen Ende hin war der Niveauunterschied augenscheinlich. Sowohl punkto Physis des Bundesligisten, als auch die Taktik betreffend. Es begegnen sich Teams unterschiedlicher Spielklassen in KO-Partien aufgrund der Außergewöhnlichkeit oft auf ähnlichem Niveau und der Underdog hat gute Chancen. Doch das, was der Außenseiter an Kampf vermehrt in die Waagschale werfen kann, wird durch die erwähnten Punkte aufgewogen.

Georg Sander, abseits.at

Georg Sander

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