Den ersten Test im oberösterreichischen Trainingslager gewann der SK Rapid mit 1:0 (0:0) gegen Haladas Szombathely aus Ungarn. 1.Halbzeit Der SK Rapid begann gegen... Erstes Schaulaufen von Joelinton: Rapid besiegt Haladas Szombathely mit 1:0

Den ersten Test im oberösterreichischen Trainingslager gewann der SK Rapid mit 1:0 (0:0) gegen Haladas Szombathely aus Ungarn.

1.Halbzeit

Durchschnittliche Positionen in der 1.Halbzeit

Durchschnittliche Positionen in der 1.Halbzeit

Der SK Rapid begann gegen die Ungarn mit aggressivem Offensivpressing, das allerdings schon nach wenigen Minuten verblasste.

Überraschenderweise spielte Rapid mit Philipp Schobesberger auf der linken Angriffsseite. Dies lässt vermuten, dass man den Oberösterreicher eher als inversen Flügel verwenden möchte.

Schobesberger hatte kurz vor der Pause nach einem beherzten Sololauf eine der wenigen Chancen für die Grün-Weißen. Vor dem Tor hatte der kleine Wirbelwind den Ball aber auf dem linken und somit falschen Fuß liegen.

Allgemein tat Rapid offensiv sehr wenig. Im Laufe der ersten Halbzeit gab es nur zwei Torchancen für die Hütteldorfer. Einen Sitzer vergab Jelic per Kopf und nach dem bereits erwähnten Schobesberger-Sololauf verabsäumte es der 22-Jährige abzuschließen.

Nach 27 Minuten musste Matej Jelic verletzungsbedingt runter und an seiner Stelle kam erstmals der Brasilianer Joelinton, der in der ersten Halbzeit vorerst ein Schautraben vorführte und sich alles man in Ruhe ansah.

Nach seiner Einwechslung hielt Rapid etwa fünf Minuten das Tempo hoch, nur um dann aber wieder abzufallen und das Spiel eher wieder einzuschläfern.

Wie man es in Testspielen von ihm gewöhnt ist, spielte Srdjan Grahovac wieder mal zahlreiche Vertikalpässe – ein Stilmittel, das er in Pflichtspielen eher vorsichtig behandelt. Dies ist beim Bosnier weiterhin das größte Problem: Risiko nimmt er meist nur, wenn es um nichts geht. Ansonsten spielt er eher die Sicherheitskarte aus.

Auffallend waren bei Rapid aber auch die hohen Innenverteidiger, wobei sich Maximilian Hofmann noch weiter heraus traute als Christopher Dibon und immer wieder im „Lucio-Stil“ versuchte, Löcher in die Zentrale des Gegners zu reißen.

Rapid zeigte sich trotz dieser hohen Grundausrichtung in der ersten Halbzeit nicht gut im Gegenpressing. Wenn Bälle verloren wurden, dann nützte man eher taktische Fouls an hohen Feldpositionen als Stilmittel, um Gegenangriffe zu unterbinden.

Bälle tatsächlich und ohne Foul zurückzuerobern, gelang allerdings nur sehr selten. Durch die konsequente Zweikampfführung nach Ballverlusten schaffte man es aber auf der anderen Seite, alle Angriffsbemühungen von Haladas im Keim zu ersticken. Der Vorjahresfünfte der ungarischen Liga kam in der ersten Halbzeit kein einziges Mal vors Tor von Richard Strebinger.

Ab der 60.Minute

Durchschnittliche Positionen ab der 60.Minute

Durchschnittliche Positionen ab der 60.Minute

Nach einer Stunde wechselte Rapid durch und spielte fortan in einem an manchen Positionen verschwimmenden 4-4-2-System, das eher ein 4-1-3-2 war. Die Stürmer agierten darin aber nicht wie typische Mittelstürmer.

Die Auffälligkeiten auf den einzelnen Positionen:

  • Maximilian Wöber spielte den abkippenden Sechser und begann den Spielaufbau zwischen den Innenverteidigern Sonnleitner und Schösswendter.
  • Stephan Auer legte seine Durchschnittsposition offensiver an, als sein Gegenüber Stefan Stangl auf der linken Seite. Er bekam dadurch auch mehr Diagonalpässe als der Linksverteidiger, der weiterhin mit Red Bull Salzburg in Verbindung gebracht wird.
  • Allgemein spielte Rapid nun mehr Diagonalpässe und Spielverlagerungen, das Spiel der Grün-Weißen wurde ab der 60.Minute „dreidimensionaler“.
  • Mit Abstand der beste Mann am Platz war Torschütze Thomas Murg, der eigentlich im rechten Mittelfeld spielte, aber seine Positionstreue niedrig hielt und häufig einrückte.
  • Links zeigte Andreas Kuen, dass er durchaus flott unterwegs ist, blieb spielerisch aber blass. Auffallend war, dass Kuen, so wie Schobesberger in der ersten Halbzeit, auf der „falschen“ Seite spielte.
  • Rapid hatte eine sehr harte vertikale Staffelung. Die Positionen eines Zehners nahm eigentlich Murg ein, der etwa so spielte wie früher Steffen Hofmann (einrückender rechter Mittelfeldspieler), Nutz war klarer Achter ohne massiven Defensivaufgaben, Wöber eindeutig Sechser.
  • Diese Staffelung machte Rapid nun auch im Gegenpressing stärker, weil sie mehrere Linien bildete. Man gewann Bälle nun eher zurück, als den Gegner durch Fouls zu stoppen.

Beide Rapid-Angreifer wurden in der zweiten Halbzeit noch gefährlich. Der Brasilianer Joelinton kam zweimal gefährlich vors Tor, hatte in der 81.Minute mit einem Heber das 2:0 auf dem Fuß.

Gefährlicher als Joelinton wirkte aber Tomi, der Rapid bereits vor Murgs 1:0 in Führung hätte bringen müssen. Joelinton sieht aktuell noch nicht perfekt eingebunden aus, was aber nur verständlich ist. Der 19-Jährige trainiert erst seit einer knappen Woche mit der Mannschaft.

Außerdem muss speziell dieser erste Trainingslagertest mit Vorsicht betrachtet werden. Die Einheiten sind derzeit bestimmt hart, man baut die Grundkondition für die Saison auf und so werden einige Spieler müde sein und in einem derartigen Test natürlich nicht hundertprozentig an ihre Grenzen gehen.

So gesehen war das Spiel gegen Haladas Szombathely ein Einstudieren kleinerer Automatismen im Detail, eindeutig aber keine Partie, in der man auf den Endzweck geht und zum Beispiel auch das Pressing im letzten Drittel bis aufs Letzte ausreizt.

Den Siegtreffer für Rapid erzielte Thomas Murg nach einer Hereingabe von Stefan Stangl. Das Team wirkte mit den frischen Kräften ab der 60.Minute spielerisch und kreativ stärker. Am Freitag geht es mit einem Testspiel gegen den russischen Verein Rubin Kazan weiter.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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