Während sich der Großteil der fußballinteressierten Österreicher auf die laufende Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine konzentriert, bereitet sich die österreichische Frauenfußballnationalmannschaft auf das... Schafft es die Damenauswahl des ÖFB erstmals zu einem Großereignis?

Während sich der Großteil der fußballinteressierten Österreicher auf die laufende Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine konzentriert, bereitet sich die österreichische Frauenfußballnationalmannschaft auf das vermeintlich wichtigste Spiel in der Geschichte des österreichischen Frauenfußballes vor.

Das Team von Nationalteamtrainer Dominik Thalhammer trifft im Rahmen der Qualifikation für die Fußball-Europameisterschaft der Frauen 2013 am Samstag um 16 Uhr auswärts auf Tschechien und könnte mit einem Erfolg einen großen Schritt für die erstmalige Qualifikation für ein Großereignis machen.

Schlüsselspiel gegen Tschechien

Die bisherige EM-Qualifikation verlief für die ÖFB-Frauen höchst erfolgreich. Nach 6 Spielen liegen Feiersinger, Prohaska und Co. in der Qualifikationsgruppe 7 hinter Dänemark auf dem 2. Platz. Die tschechische Auswahl liegt aktuell mit drei Punkten Rückstand auf Österreich (bei einem Spiel weniger) auf dem 3. Rang. Nachdem beide Teams noch gegen den überlegenen Tabellenführer Dänemark (5 Spiele, 5 Siege, 24:0 Tore) spielen müssen und hier bei beiden nicht mit einem Punktezuwachs zu rechnen ist, fällt am Samstag im Stadion von Viktoria Zizkov die Vorentscheidung um den wichtigen 2. Platz in der Qualifikationsgruppe. Nachdem das erste Spiel in der Qualifikation zwischen Österreich und Tschechien mit 1-1 endete und der direkte Vergleich bei Punktegleichheit ausschlaggebend ist, hätte Österreich gegenüber den Tschechen sowohl bei einem Sieg als auch bei einem 2-2 (oder 3-3,4-4 etc) die Nase vorne.

Weg führt über die Playoffs

Ein Sieg der rot-weiß-rote (sic!) Auswahl wäre quasi gleichbedeutend mit der erstmaligen EM-Teilnahme.“  – dies verkündet der ÖFB im Vorbericht auf der offiziellen Verbandshomepage. Dies wäre zwar schön, ist aber nicht korrekt. An der Europameisterschaft 2013 in Schweden nehmen 12 Teams teil. Das Teilnehmerfeld setzt sich aus dem Gastgeber, den sieben Gruppensiegern der einzelnen Qualifikationsgruppen, dem besten Gruppenzweiten sowie den Siegern aus den Playoffs der verbleibenden sechs Gruppenzweiten zusammen. Aktuell liegt Österreich in der Tabelle der Gruppenzweiten hinter Spanien und vor England (ein Spiel weniger) auf dem 2. Rang. Selbst bei einem Sieg über Tschechien erscheint es aktuell am realistischsten, dass der Weg zur EM 2013 nur über die Playoffs führt.

Die Generalprobe für das mit Spannung erwartete Spiel gegen Tschechien ist am 26. Mai mehr als nur gelungen. Gegen Serbien feierten die ÖFB-Frauen in Purbach einen klaren 5:0 Erfolg.

Die Personalien im ÖFB-Team

Thalhammer vertraute hierbei im Großen und Ganzen derselben Auswahl wie beim letzten Qualifikationspiel gegen Portugal. Nachdem Kapitänin Marlies Hanschitz in Tschechien nicht dabei ist, testete Thalhammer für die offene Position links in der Viererkette Virginia Kirchberger vom BV Cloppenburg (2. Deutsche Liga) sowie Jennifer Pöltl vom FC Südburgenland. Die gelernte Mittelfeldspielerin Pöltl dürfte hier gegenüber Kirchberger (eine von acht Deutschland-Legionärinnen im Aufgebot von Thalhammer) den Nachteil haben. Im Sturm hat Thalhammer die Qual der Wahl zwischen Lisa Makas von Vizemeister Spratzern und Cornelia Haas von LUV Graz. Während Haas zuletzt zumeist an der Seite der gesetzten Nina Burger (die in der abgelaufenen Saison zum 5. Mal in Folge Torschützenkönigin in der österreichischen Bundesliga wurde) empfahl sich Makas mit zwei Treffern gegen Serbien sowie insgesamt 22 Saisontreffern für Spratzern für einen Einsatz von Beginn an. Auch bei Wahl der Nummer 1 steht Thalhammer vor einer schwierigen Entscheidung. Die nominelle Nummer 1 Anna-Carina Kristler vom FC St. Veit Kärnten ist grundsätzlich stärker einzuschätzen als ihre Konkurrentin Jasmin Pfeiler vom SKV Altenmarkt. Nachdem Kristler gegen Armenien aber zweimal hinter sich greifen musste schenkte Thalhammer Pfeiler gegen Portugal vor heimischem Publikum das Vertrauen. Pfeiler machte ihre Sache gut und Österreich holte sich den wichtigen 1-0 Heimsieg. Kristler unterzog sich im Frühjahr einer Augenoperation und fehlte damit im Kader für das Länderspiel gegen Serbien. Pfeiler spielte erneut durch und hielt ihren Kasten erneut sauber. Das Momentum spricht also für Pfeiler, auf lange Sicht dürfte aber an Kristler kein Weg vorbeiführen.

cmp26, abseits.at

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