Zweitausendneunhundertdreiunddreißig – ja, genau 2933 Tage hieß der ehemalige Bundesligist Schwarz-Weiß Bregenz – SC Bregenz. Nun ist der alte Name zurück. Wir erklären euch... Schwarz-Weiß Bregenz – eine Vorarlberger Institution ist zurück!

MannschaftZweitausendneunhundertdreiunddreißig – ja, genau 2933 Tage hieß der ehemalige Bundesligist Schwarz-Weiß Bregenz – SC Bregenz. Nun ist der alte Name zurück. Wir erklären euch die Hintergründe.

Es war eine einstimmige Entscheidung der anwesenden Mitglieder des Regionalligaklubs SC Bregenz. Dieser wurde 2005 gegründet um den damaligen Nachwuchs des in Konkurs gegangenen Bundesligisten Schwarz-Weiß Bregenz aufzufangen.

Abgrenzung zum Überleben
Die Gründungsphase war schwierig. Als „Nachfolgeverein von Schwarz-Weiß Bregenz“ dank Konkurs, Wettskandal und als Schlusslicht der Bundesliga in den Schlagzeilen, wurde man von potenziellen Geldgebern entweder ausgelacht oder ignoriert. Relativ schnell war klar, dass man mit dem alten Namen keine finanzielle Basis schaffen würde. Der SC Bregenz wurde gegründet, die Vereinsfarben mit Blau-Weiß definiert, die Jugend von Schwarz-Weiß Bregenz aufgefangen. Der Einstieg erfolgte in der Vorarlberger Landesliga, der 5. Leistungsstufe – auf dem Platz der Amateure.

Die erste SC-Bregenz-Mannschaft bestand zur Hälfte aus der U17, den Rest machten die Amateurspieler von Schwarz-Weiß Bregenz und die zuvor in der Bundesliga Aktiven Ralph „Jeff“ Geiger und Spielertrainer Jan-Ove Pedersen aus. Dieses Team hielt im ersten halben Jahr den Anschluss an die Spitze, um mit Rivella als Sponsor und punktuellen Verstärkungen im Sommer den ersten Aufstieg in die Vorarlbergliga zu feiern.

Durchmarsch und Etablierung

Weiter verstärkt und im Stamm immer noch mit den Jungen von damals schaffte man aus der Vorarlbergliga den Durchmarsch in die Regionalliga West. Dort folgte schließlich der erste Dämpfer. Nur durch erhebliche Verstärkungen und großen finanziellen Aufwand konnte der Abstieg verhindert werden (unter anderem stand ein packender 5:4-Sieg gegen den späteren Aufsteiger Grödig zu Buche). In den folgenden Jahren wurde der Kader umgebaut, mehr auf die eigene Jugend gesetzt. Mit Trainer Mladen Posavec  festigte man sich im oberen Drittel der Regionalliga und der Nachwuchs wurde im Sommer 2012 in den Klassen U13, U15 und U17 Vorarlberger Meister. Ein Kunststück, das in der Vorarlberger Fußballgeschichte noch kein anderer Klub schaffte. Nachdem Rivella seit 2011 die Sponsorenleistungen verringerte und sich nun als Sponsor völlig zurückgezogen hat musste der Vereinsname in den Statuten geändert werden. Der logische Schritt, der ursprünglich erst bei einem Aufstieg zurück in den Profifußball angekündigt wurde, zurück zu Schwarz-Weiß Bregenz, wurde bereits gestern gegangen.

Ein logischer Schritt – kein Risiko

Logisch, weil sich der neue Name selbst in Vorarlberg nie ganz durchgesetzt hat. Logisch auch weil die aktiven Fans stets die Tradition hochhielten. Und logisch weil Schwarz-Weiß Bregenz, mit all seinen Hochs und Tiefs mit der Historie des Vereins assoziiert wird. Die Hochs gab es in der Staatsliga, im ÖFB-Cup-Halbfinale, im Mitropacup, UI-Cup und in fünf Jahren Bundesliga mit dem größten Erfolg einer Vorarlberger Mannschaft, dem 5. Platz in der Saison 2003/04. Die Tiefs reichen von Zeiten im Unterhaus des Landesverbands und den Unstimmigkeiten und Problemen während der Spielgemeinschaften mit Bludenz und Dornbirn, bis zu den gravierenden Fehlern in der Kader- und Finanzplanung, die 2005 im Konkurs gipfelten.

Ein großer Name ist zurück im österreichischen Fußball – ein weiterer Traditionsklub der gut tut. Ein Klub der seit seiner Wiedergründung in seinen Statuten auch jetzt als Schwarz-Weiß Bregenz einen Grundsatz inne hat: Es dürfen keine Schulden gemacht werden. Denn auch so kann mit beständiger Arbeit ein Aufstieg ermöglicht werden. Allerdings nicht um jeden Preis – das haben die Fans und die Verantwortlichen in Bregenz auf sehr harte Art und Weise gelernt!

Benjamin Fogarasi, abseits.at

Benjamin Fogarasi