Die Regionalliga Ost gilt unter Experten in Summe als die Stärkste der drei Regionalligen. Nicht unbeteiligt daran dürften die gut ausgebildeten Amateurteams von Rapid,... So gehen die Regionalligen in die lange Winterpause (1) – Alles knapp im Osten

Die Regionalliga Ost gilt unter Experten in Summe als die Stärkste der drei Regionalligen. Nicht unbeteiligt daran dürften die gut ausgebildeten Amateurteams von Rapid, Austria, Admira und Mattersburg sein.  Doch auch SV Horn, SC/ESV Parndorf oder der Wiener Sportklub verfügen aktuell über starke Mannschaften.

Knapper Kampf um die Heute für Morgen-Liga

Vor allem der SV Horn konnte sich ein bisschen absetzen, ist noch dazu ungeschlagen. Parndorf, immerhin regierender Meister, konnte stark aufholen, liegt nur drei Punkte zurück. Zwischenzeitlich lagen die Burgenländer schon im hinteren Tabellendrittel. Nachdem die Rapid Amateure, die auf dem dritten Platz liegen, nicht aufsteigen dürfen, befinden sich zwei Überraschungsteams in guter Position, um überraschend rauf zu kommen. Punktegleich mit dem traditionell starken WSK liegen Aufsteiger 1. Simmeringer SC und der SV Schwechat nur fünf Punkte hinter Tabellenführer Horn. Die Waldviertler liegen deshalb so weit vorne, weil sie ihre Punkte ausgeglichen daheim und auswärts holen. Apropos Heim- und Auswärtstabelle: zu Hause sind die Admira Amateure mit 18 Punkten tonangebend, daheim, wie zu erwarten, der SV Horn.

Unten drin: 2 x Wien 21

An letzter Stelle liegt SC Columbia Floridsdorf, die den Trainer und wichtige Spieler abgeben mussten und sich schwer tun werden, die Liga zu halten. Bis jetzt konnten nur sieben Punkte geholt werden, fünf fehlen auf Neusiedl und den Floridsdorfer AC. Diese beiden haben noch gute Chancen, in der Ostliga zu verbleiben. Bis zum elftplatzierten SKU Amstetten fehlen lediglich sechs Punkte. In Anbetracht der Heim- und Auswärtstabelle fällt auf, dass die Teams, die hinten drin stehen, vor allem daheim Probleme mit dem Gewinnen haben.

Auffällige Spieler

In den Fokus spielten sich zwei Routiniers und ein Newcomer. Christoph Knaller (31) vom SC Sollenau netzte gleich 15 Mal, danach folgt Sertan Günes (27) mit elf Volltreffern. Der junge Wiener Offensivallrounder Martin Harrer (19) von den Austria Amateuren schoss acht Tore und wurde von Thomas Parits mit einem Profi-Vertrag bis 2014 belohnt. Insgesamt darf Coskun Kayhan (25) als auffälligster Spieler des Herbstes bezeichnet werden. Der ehemalige Türkeilegionär (Hacettepe SK, 2. Liga) erzielte sechs Treffer und wurde von den Experten von ostliga.at insgesamt fünf Mal in das Team der Runde gewählt.

Statistikschmankerl

149 verschiedene Spieler trafen ins Tor, 393 Treffer wurden bejubelt. Apropos Spieler: Während Tabellenführer Horn nur 18 verschiedene Spieler einsetzte und so auf ein eingespieltes Team setzt, setzten die Amateurtrainer 25 bis 28 Spieler ein. Die 28 eingesetzten Akteure der Austria Amateure waren aber auch am fairsten, nur zwei Spieler flogen mit Gelb-Rot vom Platz. Gleich vier Spieler mit glatten roten Karten, sowie weitere zwei gelb-rote Karten gab es für den FAC. Das „unfairste“ Team mit sieben Platzverweisen ist der Aufsteiger SC Ritzing. Der Bad Boy schlechthin ist Mario Feurer (30) von Sollenau – er sah gleich neun Mal gelb. Aber es gibt auch Good Guys: 15 Einsätze ohne Verwarnung verbuchten Mario Ebenhofer (19) und Patrick Lachmayr (22) von Aufsteiger Amstetten.

Die  Zuschauerstatistik führt der Wiener Sportklub souverän an. Im Schnitt kamen 1.600 Zuseher zu den Heimspielen. Auswärts zogen die Hernalser ebenfalls: Fast 900 Zuseher zahlten Eintritt, wenn der Sportklub anreiste. Nicht einmal 200 Zuschauer kamen hingegen zu Spielen der Admira Amateure. Hieß der Gast SKU Amstetten, besuchten nur etwa 380 Menschen die Partien. Insgesamt besuchten in 15 Runden 70.000 Menschen die Stadien der Ostliga.

Das abseits.at-Expertenfazit

Kaum ein junger Spieler konnte sich entscheidend in den Vordergrund spielen und sich für höhere Aufgaben empfehlen. Die prägenden Akteure kommen zumeist von weiter oben. Das ist schade, soll aber kein Vorwurf an die Teams sein. Immerhin ist die Ostliga für viele Vereine der Plafond. Die Columbia präsentierte sich erschreckend schwach, auch Neusiedl und der FAC waren nicht so weit unten zu erwarten. Auch Stegersbach droht der sofortige Wiederabstieg. Wie viele Absteiger es gibt, liegt natürlich auch am Bundesland des Meisters.

Für Horn, Parndorf oder den Sportklub gilt das nicht. Während die beiden Erstgenannten kein Hehl aus den Ambitionen Richtung Profifußball machen, könnte es beim WSK an der Infrastruktur und der wirtschaftlichen Lage liegen, wenn es nicht zum Aufstieg reicht. Simmering und Schwechat zeigten sich überraschend stark. Beim 1. SSC darf aber daran gezweifelt werden, ob ein Aufstieg möglich ist. Die Braustädter hingegen wären breit genug aufgestellt, um im Rudolf-Tonn-Stadion Profifußball zu spielen.

Georg Sander, abseits.at

Georg Sander

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