Der WAC/ St. Andrä und Blau-Weiß Linz machten am Freitagabend ordentlich Werbung für die Erste Liga. In einer chancen- und temporeichen Partie gingen die... WAC/St.Andrä dreht Partie gegen Blau-Weiß – Baldauf sorgt für Punktemaximum

Der WAC/ St. Andrä und Blau-Weiß Linz machten am Freitagabend ordentlich Werbung für die Erste Liga. In einer chancen- und temporeichen Partie gingen die Gäste zweimal in Führung, doch der WAC konnte beide Male ausgleichen. Elf Minuten vor Schluss wurde die Mannschaft von Trainer Nenad Bjelica sogar noch mit dem Siegtreffer und der damit verbundenen Tabellenführung belohnt.

BJELICA WECHSELT FAST GESAMTES MITTELFELD

Wolfsberg begann in der gewohnten 4-4-2-Formation. Im Tor stand wie gewohnt Christian Dobnik, der in Heimspielen vor dem Match über 550 Minuten ohne Gegentreffer geblieben war. Die Abwehr bildeten von links nach rechts Gernot Suppan, Hannes Jochum, Michael Sollbauer und Dario Baldauf. Im Mittelfeld wechselte Trainer Nenad Bjelica im Vergleich zum 5:2-Auswärtssieg beim FC Lustenau drei Spieler. Für Mario Kröpfl, Christoph Cemernjak und Sandro Zakany rotierten der Spanier Ynclán Jacobo, Markus Kreuz und Manuel Kerhe in die erste Elf. Den Sturm bildeten Christian Falk und Stephan Stückler. BW-Trainer Thomas Weissenböck änderte im Vergleich zum 1:1-Remis am Dienstag gegen den LASK sein Team nur auf einer Position. Für Danilo Duvnjak startete Berthold Teufl in der Innenverteidigung. Neben ihm spielten Stefan Rabl, Torsten Knabl und Wolfgang Bubenik in der Viererkette. Philipp Huspek, Kapitän Tino Wawra, Thomas Höltschl und Manuel Hartl begannen im Mittelfeld, an vorderster Front David Poljanec und Dominic Hassler.

FURIOSER BLAU-WEISS-START

Der Aufsteiger zeigte von Anfang an wenig Respekt und spielte frech nach vorne. In der 9.Minute waren die Gäste das erste Mal richtig gefährlich. Nach einer Flanke von Wolfgang Bubenik war Dominic Hassler mit dem Kopf zur Stelle, der Ball prallte jedoch gegen die Latte und von dort zurück ins Spiel. Die Linzer kamen immer wieder gefährlich über die Seiten, Tino Wawra zog im Mittelfeld geschickt die Fäden. Nach einer schönen Ballstafette war es schließlich Manuel Hartl, der mit einem Schuss vom Sechzehner nach Pass von Huspek in Minute 19 für die verdiente Führung für die Gäste sorgte. Der Tabellenführer erhöhte danach das Tempo und übte früh Druck auf den Gegner aus. Kehre setzte sich auf der rechten Seite durch, seine scharfe Hereingabe fand jedoch keinen Abnehmer (22.). In der 27. Minute gab es dann große Aufregung: Christian Falk erzielte nach Zuspiel von Markus Kreuz den 1:1-Ausgleich. Der Linienrichter hatte aber eine Abseitsstellung von Stückler davor gesehen und hob die Fahne. Schiedsrichter Schmid beriet sich danach kurz mit seinem Assistenten und gab den Treffer zu Recht, wie die Fernsehbilder danach belegten. Stückler hatte den Ball nicht mehr berührt und griff somit nicht mehr aktiv in das Spielgeschehen ein. Die Gastgeber blieben jetzt das aktivere Team und suchten ihr Glück in der Offensive. Falk (29.) und Messner mit einem Lattenknaller (30.) hatten Pech im Abschluss. Auf der Gegenseite trafen die Linzer zum zweiten Mal Aluminium. Einen von Hannes Jochum abgefälschten Hartl-Schuss lenkte Torhüter Dobnik mit einer Glanzparade an die Stange, von dort prallte der Ball genau in die Arme des Schlussmanns zurück.

WAWRA BRINGT BW IN FÜHRUNG – KERHE GLEICHT AUS

Nach einem eher harmlosen Zweikampf von Stückler und Hartl gab der Schiedsrichter rund 20 Meter vor dem Tor des WAC Freistoß für BW Linz. Den fälligen Freistoß hob Kapitän Wawra in Minute 35 unhaltbar ins linke Tormanneck und sorgte somit für die abermalige Führung. Kurz vor der Pause hatte Huspek nach einem Konter noch das 3:1 auf dem Fuß, sein Schuss ging aber knapp am Tor vorbei. Nach der Halbzeit waren es wieder die Hausherren die das Spielgeschehen diktierten. Verteidiger Baldauf scheiterte mit einem Kopfball an Linz-Goalie Wimleitner (50.). In der nächsten Aktion verletzte sich der Schlussmann der Gäste bei einem Zusammenstoß mit Falk am Knie und konnte nicht mehr weiterspielen. Für Wimleitner kam Daniel Bartosch ins Spiel. Der 21-Jährige feierte somit sein Debüt in der Ersten Liga. Bartosch behielt die Ruhe als Stückler alleine vor ihm auftauchte (57.) und parierte einen Kopfball vom eingewechselten Mihret Topcagic bravourös. In der 64. Minute traf Mittelfeldspieler Kerhe mit einem abgefälschten Schuss aber zum abermaligen Ausgleich für den WAC. Torhüter Bartosch stand schlecht, der Ball war lange in der Luft und ging hinter dem Debütanten knapp unter der Latte ins Tor. Nach dem Spiel gab der 21-Jährige zu, sich bei dem Schuss verschätzt zu haben und nahm das Tor auf seine Kappe.

BALDAUF MIT TRAUMTOR ZUR ENTSCHEIDUNG

Die Hausherren wollten jetzt unbedingt den Sieg. Die Linzer konnten kaum mehr für Entlastung sorgen und verloren den Ball zumeist früh. Die Elf von Trainer Bjelica ließ den Ball schnell laufen, die eingewechselten Topcagic und Zakany belebten noch einmal das Angriffsspiel. Jacobo scheiterte noch mit einem Schuss, doch in der 79. Minute ging St. Andrä zum ersten Mal in der Partie in Führung. Nach einer herrlichen Flanke von Kreuz traf Rechtsverteidiger Baldauf direkt aus fünf Metern mit rechts ins linke Eck, Torhüter Bartosch war dieses Mal chancenlos. Die einzige nennenswerte Chance für BW Linz hatte danach Philipp Huspek, der Mittelfeldspieler scheiterte jedoch mit seinem Schuss an Torhüter Dobnik. Der WAC spielte die Partie trocken zu Ende und durfte sich nach Spielende über das Punktemaximum von zwölf Punkten aus vier Spielen und der damit verbundenen Tabellenführung freuen.

SUPER-WERBUNG FÜR ERSTE LIGA

Dieses Spiel hatte fast alles was sich ein Fußballfan wünschen kann, nämlich viele Chancen und schöne Tore, einiges an Emotionen und ein hohes Tempo. Der Aufsteiger zeigte sich weiterhin unerschrocken, spielte von Anfang an ordentlich mit, versteckte sich nicht und suchte sein Glück in der Offensive. Mit Fortdauer der Partie übernahm der WAC aber das Spielgeschehen und kam durch Eigenfehler der Gäste zum zweimaligen Ausgleich. Am Ende geht der Sieg durch den Mehraufwand der Bjelica-Elf in Ordnung. Für die Linzer wäre aber durchaus ein Punkt drin gewesen. St. Andrä dürfte nun mittlerweile nicht mehr nur als Geheimfavorit auf den Titel in der Ersten Liga gelten, BW Linz hat abermals bewiesen auch mit den Großen in der Liga mithalten zu können.

Otto Rosenauer, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen