Nachdem wir euch gestern die Gruppen A bis D präsentierten, komplettieren wir die abseits.at-Vorschau auf die kommende Woche startende Champions League Gruppenphase nun mit... Champions League Vorschau – Teil 2: Die Gruppen E bis H

Nachdem wir euch gestern die Gruppen A bis D präsentierten, komplettieren wir die abseits.at-Vorschau auf die kommende Woche startende Champions League Gruppenphase nun mit den Gruppen E bis H, die zum Teil enorm spannend werden könnten, teilweise jedoch einseitig anmuten. Die Würze in der Champions-League-Suppe: Wir dürfen uns auf viele Underdogs freuen!

Gruppe E
Chelsea
Valencia
Bayer Leverkusen
Genk

Wieder einmal versucht sich Chelsea daran, den Pokal an die Stamford Bridge zu holen. Um dies zu bewerkstelligen wurden unter anderem Raul Meireles und Juan Manuel Mata verpflichtet und auch Supertalent Romelu Lukaku findet sich auf der Lohnliste der Blues wieder. Wichtigster Neuzugang könnte jedoch Trainer André Villas-Boas sein, der den FC Porto eindrucksvoll zum Europa League Sieg führen konnte und nun auch bei Chelsea für frischen Wind sorgen soll.

Während man davon ausgehen kann, dass Chelsea Favorit auf den Aufstieg ist, tummeln sich dahinter mit Valencia und Leverkusen zwei Mannschaften, die sich wohl mehr oder weniger auf Augenhöhe befinden. Bei den nahezu chronisch klammen Spaniern vermisst man klingende Namen wie David Silva oder David Villa mittlerweile großteils, für die Treffer sorgt derzeit Roberto Soldado. Mit Unai Emery schwingt wie bei Chelsea ein jüngerer Coach das Trainerzepter.

Auch Leverkusens Robin Dutt kann mit seinen 46 Jahren nicht wirklich als alt bezeichnet werden, reich an internationaler Erfahrung ist er allerdings auch nicht. Aktuell ist Dutt jedoch weniger aufgrund sportlicher Erfolge, sondern ob der Ausbootung Michael Ballacks Thema in den Medien. Insgesamt handelt es sich beim deutschen Vizemeister um eine relativ junge Mannschaft, die durch Neuzugang André Schürrle von Mainz gut verstärkt wurde.

Komplettiert wird die Gruppe mit Genk, das sich trotz der Querelen rund um Ex-Trainer Frank Vercauteren, der zwischen den Playoff-Spielen gegen Maccabi Haifa in die Wüste zu Al Jazeera gewechselt ist, den Platz in Champions League sichern konnte. Sollte es für mehr als den letzten Tabellenplatz reichen, wäre dies als großer Erfolg zu verbuchen, da man kadertechnisch mit den anderen Mannschaft normalerweise nicht mithalten können sollte. Der bekannteste Mann bei den Belgiern ist wohl Thomas Buffel, der sich bereits bei Feyenoord und den Rangers einen Namen machen konnte und auch auf Stürmer Jelle Vossen sollte ein Auge geworfen werden.

Gruppe F
Arsenal
Olympique Marseille
Olympiakos Piräus
Borussia Dortmund

In dieser Gruppe scheint viel möglich und eine Prognose ist schwerer, als es auf den ersten Blick scheint. Arsenal ist längst nicht mehr das Spitzenteam früherer Tage, nicht zuletzt aufgrund der Abgänge von Nasri und Fabregas wird es wohl noch etwas dauern, bis sich die Mannschaft wieder gefunden hat. Auch die 2:8-Niederlage gegen Manchester United unterstreicht die aktuell wenig überragende Form.

Marseille konnte im Vorjahr erstmals seit langem wieder die Gruppenphase überstehen. Um dies erneut zu schaffen, werden sich die Mannen aus dem Stade Vélodrome jedoch besser als bisher in der Ligue 1 präsentieren müssen, wo nach vier Spielen gerade einmal drei Zähler zu Buche stehen. Bekanntester Neuzugang ist wohl Alou Diarra, während man Taye Taiwo und Gabriel Heinze nach Italien ziehen lassen musste.

Obwohl aus Topf 3 gezogen, kann Olympiakos in dieser Staffel wohl mit großer Wahrscheinlichkeit als krasser Außenseiter angesehen werden, der zudem in der Champions League über eine chronische Auswärtsschwäche verfügt und von seinen zahlreichen Spielen erst ein einziges in der Ferne gewinnen konnte (2008 in Bremen). Demnach wird man vor allem danach trachten müssen, seine Punkte vor eigener Kulisse zusammenzusammeln, wobei unter anderem Neuzugang Jean Makoun von Lyon helfen soll.

Neben Napoli ist Borussia Dortmund vermutlich der beste Verein aus dem letzten Lostopf, der dieser Gruppe auch dementsprechende Brisanz verleiht. Nachdem die Westfalen in der letzten Saison mit großteils Zauberfußball zum Meistertitel marschiert sind, läuft es bisher nicht gänzlich nach Wunsch. Besonders spannend wird zu beobachten sein, wie sich Jürgen Klopps junges Team auf der großen europäischen Bühne schlägt, blieb man in der Vorsaison mit dem Scheitern in der Gruppenphase der Europa League den internationalen Leistungsnachweis trotz einiger guter Vorstellungen unter dem Strich doch schuldig.

Gruppe G

FC Porto
Shakthar Donezk
Zenit St. Petersburg
APOEL Nikosia

Gruppe G stellt für den gemeinen Fußballfan wohl die unattraktivste Staffel dar, sollte aber genügend Kost für Fußballfeinschmecker bieten, dafür bürgen schon die internationalen Erfolge der letzten Jahre der drei topgesetzten Clubs.

Porto ist regierender Europa League Sieger und mit einer Dominanz durch den Bewerb marschiert, die an Barcelona erinnerte. Dadurch konnten sich aber auch zahlreiche Akteure in die Auslage spielen, was unter anderem zum Abgang von Trainer André Villas-Boas und Topscorer Falcao führte. Sollten die Neuzugänge wie Danilo und Steven Defour einschlagen, dürfte mit Porto auch in der Champions League zu rechnen sein.

Shakthar Donezk, das durch seine osteuropäische Defensive und brasilianische Offensive gekennzeichnet ist, konnte 2009 die letzte Auflage des UEFA Cups gewinnen und zog in der Vorsaison sogar ins Viertelfinale der Champions League ein. Mittlerweile verfügt man mit der Donbass Arena auch über eine würdige Infrastruktur, die dem internationalen Standing des Vereins gerecht wird. Auch in diesem Sommer wurden wieder neun Millionen Euro in die Verpflichtungen von brasilianischen Kickern investiert.

Shakthars Vorgänger als UEFA-Cup-Sieger ist Zenit St.Petersburg, das heuer erstmals ins Achtelfinale der Champions League vorstoßen möchte. Die Mannschaft von Luciano Spaletti dürfte die Mannschaftsstärke betreffend jedoch nicht ganz auf Augenhöhe mit den Ukrainern sein, so dass dies vermutlich ein schwieriges Unterfangen wird. Dennoch muss man die Russen auf der Rechnung haben, zumal es für sie in der Meisterschaft aktuell ausgezeichnet läuft.

Komplettiert wird die Gruppe mit APOEL Nikosia aus Zypern, das wohl als krasser Außenseiter angesehen werden kann. Auf der Habenseite könnte allerdings die Witterung bei Heimspielen stehen, tun sich doch nahezu alle Vereine bei den auf Zypern vorherrschenden schwülen Bedingungen sehr schwer, auch wenn die Ausprägung im Laufe des Herbstes nicht mehr dermaßen extrem ausfallen sollte. Insgesamt gelten zypriotische Mannschaften als sehr auswärtsschwach, was neben der Qualität des Kaders ein weiterer Hemmschuh für eine bessere Platzierung als Rang 4 sein dürfte.

Gruppe H
FC Barcelona
AC Milan
BATE Borisov
Viktoria Plzen

Während es in Gruppe A schwer vorherzusagen ist, wer schlussendlich welchen Platz belegen wird, wird man mit einer Wette auf die beiden Gruppenersten hier wohl kaum reich.

Zu Barcelona muss nicht viel geschrieben werden, die Heldentaten um Messi, Xavi und Iniesta sind bekannt. Ohne die Hilfe des Schiedsrichters (Semifinale gegen Inter 2010) ist es derzeit praktisch unmöglich, diese Mannschaft über zwei Spiele zu besiegen. Es darf durchaus wieder das ein oder andere Schützenfest erwartet werden – und das nicht nur gegen die Weißrussen und Tschechen.

Milans große Leistungen liegen auch schon das eine oder andere Jahr zurück, zuletzt war zumeist im Achtelfinale Endstation. Ob es heuer für mehr reicht wird sich zeigen, zumindest hat die Mannschaft etwas Blutauffrischung erfahren und konnte den hohen Altersschnitt drücken.

Sollten BATE und Plzen um mehr als den Europa League Platz spielen, käme dies wohl einem Fußballwunder gleich. Die Weißrussen konnten sich in der Qualifikation gegen Sturm Graz durchsetzen und nehmen zum zweiten Mal an der Champions League teil. Beim ersten Anlauf schlug man sich durchaus achtbar und rang unter anderem Juventus zwei Remis ab. BATE wird seine Heimspiele im Nationalstadion zu Minsk austragen und machte zuletzt mit der Verpflichtung von Mateja Kežman von sich reden.

Viktoria Plzen hat eine hundertprozentige Ausbeute, was die Teilnahmen an der Königsklasse angeht, hat man es vor der heurigen Saison doch noch gar nie versuchen dürfen, sich zu qualifizieren. Die Heimspiele werden in Slavia Prags brandneuer Synot Tip Aréna stattfinden, da sich das eigene Stadion derzeit im Umbau befindet. Den Spielplan betreffend könnten die Tschechen die Nase vorne haben, denn während BATE am dritten und vierten Spieltag zu einer Doppelrunde gegen Milan antritt, empfängt Plzen die Italiener erst im Dezember, wo es nicht verwunderlich wäre, würde der ein oder andere Star geschont werden.

OoK_PS, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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