In der Gruppe G der diesjährigen Champions-League-Gruppenphase treffen sich drei sehr interessante Mannschaften: Da wäre der russische Meister und UEFA-Cup-Sieger von 2008 Zenit St.... Champions League Gruppe G – die Gruppe der interessanten Geheimfavoriten

In der Gruppe G der diesjährigen Champions-League-Gruppenphase treffen sich drei sehr interessante Mannschaften: Da wäre der russische Meister und UEFA-Cup-Sieger von 2008 Zenit St. Petersburg, der sich mit dem ukrainischen Serienmeister Shakhtar Donezk und dem letztjährigen Europa-League-Gewinner FC Porto um den Einzug in das Achtelfinale streitet. Alle drei könnten in dieser Saison durchaus für eine Überraschung sorgen.

Gazprom macht´s möglich – Zenit St. Petersburg

Dank der millionenschweren Zuwendungen von Gazprom, einem der potentesten Unternehmen der Weltwirtschaft, hat sich Zenit St. Petersburg zu einem der bekanntesten und erfolgreichsten Vereine Russlands entwickelt. In der Champions League hielt sich der Erfolg bisher in Grenzen: Scheiterte man im letzten Jahr in der Qualifikation an Auxerre, war in der Saison davor in der Gruppenphase Endstation.

Die Qualität, um dieses Jahr eine gewichtigere Rolle zu spielen, ist durchaus vorhanden. Zwar wurde auf eine große Transferoffensive a la Anzhi Makhachkala verzichtet, jedoch schloss man mit der Verpflichtung des Italieners Dominico Criscito die langjährige Baustelle auf der linken Abwehrseite. Generell steht die Führung des Vereins für eine intelligente und umsichtige Transfer-und Finanzpolitik.

Die Stärken der Mannschaft von Trainer Luciano Spalletti liegen eindeutig in der Offensive, wobei der Portugiese Danny und der Russe Roman Shirokov besonders herausragen. Die Mannschaft spielt zumeist in einem 4-3-3-System, wobei sich die beiden starken Außenverteidiger Criscito und Anyukov oft in das Angriffsspiel mit einschalten. Jedoch überreizt die Mannschaft oft ihre Lust am Fußballspielen und lässt ihre Zielstrebigkeit vermissen (zu sehen z.B. im Spiel gegen Shakhtar Donezk), zudem ist Torhüter Malafeev aktuell immer für einen Fehler gut.

Der bisherige Verlauf und Prognose:

Nach einer überraschenden 1:2-Niederlage bei APOEL Nikosia am ersten Spieltag, konnte im nächsten Spiel der FC Porto recht überzeugend mit 3:1 besiegt werden. Im letzten Spiel holten die Russen ein Unentschieden in Donezk, wobei beim 2:2 mehr drin gewesen wäre. Im Moment liegt St. Petersburg mit vier Punkten auf Platz zwei hinter dem Überraschungstabellenführer APOEL Nikosia. Am Ende wird es wohl auf einen Zweikampf gegen Donezk um eben jenen hinauslaufen. Für St. Petersburg spricht, dass sie nun zwei Spiele zu Hause bestreiten, wo die Mannschaft doch deutlich stärker agiert als auswärts. Trotzdem wird es wohl am Ende nur für Platz drei reichen.

Die osteuropäische Selecao – Shakhtar Donezk

Der Europa-League-Sieger von 2009 hat ein ganz simples Erfolgskonzept entwickelt. Vorne vertraut man auf seine Brasilien-Connection, während hinten ehrliche Arbeiter aus Osteuropa den Laden dicht machen sollen. Letztes Jahr avancierte Donezk neben Schalke 04 zur Überraschungsmannschaft und hatte im Viertelfinal-Hinspiel zeitweise gar den FC Barcelona im Griff. Besonders beeindruckend war dabei, dass die Ukrainer sich nicht wie viele andere gegen die Katalanen wie das Kaninchen vor der Schlange verhielten, sondern versuchten selbst das Spiel zu machen.

Mit grandiosen Offensivspielern, wie Luis Adriano, Douglas Costa, Jadson, Willian und Fernandinho kann Shakhtar jeder Mannschaft der Welt gefährlich werden. Diese furiosen Fünf können an einem guten Tag Abwehrreihen regelrecht zerlegen und sich in einen Rausch spielen. Das Problem ist: auf die Defensivarbeit scheint in dieser Mannschaft oft kein besonders großer Wert gelegt zu werden. Die Offensive wirkt teilweise so berauscht von ihrem eigenen Können, dass Defensivarbeit eher als zweitrangig angesehen wird. Und die Mannen, die der brasilianischen Offensivgewalt den Rücken freihalten sollen, sind, bis auf Kapitän Dario Srna, internationaler Durchschnitt. Deswegen scheint der Mannschaft um Trainer Mircea Lucescu das nötige Gleichgewicht für die ganz großen Prüfungen zu fehlen.

Der bisherige Verlauf und Prognose:

Die Gruppenphase lief für die ukrainische Mannschaft bislang eher enttäuschend. Gegen St. Petersburg und APOEL Nikosia reichte es daheim nur zu zwei Remis, während man in Porto eine 1:2-Niederlage hinnehmen musste. Daher steht man mit nur zwei Punkten am Ende der Tabelle und muss sich gehörig steigern, um noch auf das Achtelfinale hoffen zu können. Die individuelle Klasse der Mannschaft wird sich am Ende jedoch durchsetzen, sodass es für Platz zwei reichen sollte. Über die Runde der letzten Sechzehn hinaus wird es aber sehr schwer.

Der Transferweltmeister – FC Porto

Es ist schon beeindruckend, wie es der portugiesische  Serienmeister FC Porto immer wieder schafft, trotz des kontinuierlichen Abgangs von Leistungsträgern Jahr für Jahr eine starke Mannschaft auf den Platz zu schicken. Man muss wohl konstatieren, dass die Portugiesen eine der besten Transferpolitiken weltweit betreiben.

Nach dem Champions-League-Triumph 2004 unter Jose Mourinho, mussten neben dem „Special One“ auch Deco, Costinha, Maniche, Ricardo Carvalho und Paulo Ferreira abgegeben werden. Trotzdem schafften die Portugiesen es konstant in der Champions League vertreten zu sein und fünfmal Meister zu werden, denn mit Lucho Gonzalez, Raul Meireles, Lisandro Lopez, Aly Cissokho und Bruno Alves standen schon die nächsten Leistungsträger bereit. Auch diese Spieler konnte der Verein nicht halten, was den FC Porto jedoch nicht davon abhielt, letzte Saison das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Europa League zu holen. Die neuen Stars heißen nun Joao Moutinho, Alvaro Perreira, Varela, Guarin, Hulk und Falcao. Letzterer verließ neben Trainer Villas Boas vor der Saison für über 40 Millionen den Verein in Richtung Atlético Madrid.

In den letzten zehn Jahren hat man fast 180 Millionen Euro an Transferüberschüssen erwirtschaftet, ohne signifikant an Qualität zu verlieren. Das macht den FC Porto zu einem der außergewöhnlichsten Vereine in Europa. Auch dieses Jahr führt man unter dem neuen Trainer Vitor Pereira die Tabelle in Portugal an. Die Portugiesen sind eingespielt und können an einem guten Tag wohl jedes Team in Europa schlagen. Die Mannschaft verfügt über eine gute Offensiv/Defensiv-Balance und der Abgang von Falcao konnte national bisher kompensiert werden. Auf der europäischen Bühne wird der Verlust sicherlich schwerer wiegen, zudem ist Torhüter Helton nicht der sicherste Vertreter seiner Zunft. Stürmer Hulk sticht, nicht nur wegen seiner Statur, aus der Offensive heraus. Der Brasilianer verfügt über eine unglaubliche Physis gepaart mit toller Technik. Wie lange er oder Mittelfeldstratege Joao Moutinho jedoch noch zu halten sind, ist mehr als ungewiss.

Der bisherige Verlauf und Prognose:

Nach einem 2:1-Sieg gegen Shakhtar Donezk am ersten Spieltag, gab es prompt eine Niederlage in St. Petersburg. Gegen Außenseiter Nikosia kam man daheim über ein enttäuschendes 1:1 nicht hinaus.  Aufgrund des direkten Vergleichs liegt Porto derzeit hinter Zenit auf Platz drei. Die Klasse der Mannschaft sollte jedoch schlussendlich für den Gruppensieg ausreichen.

Ral, abseits.at

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