Am Dienstag und Mittwoch vergangener Woche begann die heiße Phase der Champions League Qualifikation mit einigen unerwarteten Ergebnissen. Somit darf man diese Woche spannende... Champions League Qualifikation, 2.Runde: Überraschungssieger und blaue Augen garantieren spannende Rückspiele

Am Dienstag und Mittwoch vergangener Woche begann die heiße Phase der Champions League Qualifikation mit einigen unerwarteten Ergebnissen. Somit darf man diese Woche spannende Rückspiele erwarten, in denen man die Außenseiter kämpfen und die großen Favoriten zittern sehen wird. Die überraschendsten Hinspielergebnisse im Überblick.

F91 Düdelingen – FC Salzburg  1:0

Für die größte Überraschung sorgte wohl der luxemburgische Meister FC Düdelingen, der hauptsächlich aus ehemaligen französischen und belgischen Unterligaspielern besteht. Durch das Tor von Joachim in der 75. Minute gelang der erste Sieg eines luxemburgischen Teams über ein österreichisches und man konnte den kleinen Funken Hoffnung für den Aufstieg bis ins Rückspiel behalten, wenn nicht sogar vergrößern. Denn auch wenn sich sogar berühmtere Mannschaften bereits im Hinspiel gegen vermeintlich einfache Gegner blamiert hatten und im Rückspiel trotzdem alles klar machten, gab es bereits Beispiele in denen ein solcher Ausrutscher und der damit entstandene Druck fatal endeten. So darf man an die Champions-League-Qualifikation 2000 erinnern, als Inter Mailand mit einem 0:1 bei Helsingborg IF zum Gespött der Medien wurde, zuhause nicht über ein torloses Remis hinaus kam und ausschied.

Für Salzburg ist dies medial natürlich ein äußerst ungünstiger Moment, da durch das Engagement von Roger Schmidt und Ralf Rangnick auch Deutschland gerade sehr auf den Verein achtet – das 0:1 in Düdelingen wurde international klar deutlicher wahrgenommen als das 2:0 beim SK Sturm vier Tage später.

Gefreut hat man sich über das Ergebnis in Luxemburg wohl vor allem in der ORF-Redaktion, da ein frühes Ausscheiden Salzburgs den diesjährigen Verzicht auf die Übertragungsrechte der Champions League Gruppenphase erträglicher machen würde. Allerdings ist zu erwarten, dass Red Bull Salzburg diesen Rückstand im Heimspiel ausbügelt.

Schlimmer als die Blamage ist für Salzburg allerdings der Ausfall von Flügelflitzer Dušan Švento, der wegen eines Kreuzbandrisses bereits früh aus dem Spiel genommen werden musste und rund sechs Monate ausfällt.

BATE Borisov – Vardar Skopje  3:2

Der mazedonische Meister heizte dem weißrussischen am Mittwoch ordentlich ein. Der Sturm-Graz-Bezwinger der vorjährigen Qualifikationsrunde lag gegen die Gäste bereits 1:2 zurück, konnte das Ergebnis dann aber doch noch korrigieren. Bei BATE fehlte jedoch Spielmacher Renan Bressan, dessen Abwesenheit sich bereits gegen Sturm negativ ausgewirkt hatte.

Die Weißrussen kommen mit einem blauen Auge davon, es  verbleibt jedoch eine gefährliche Ausgangslage, da den Mazedoniern ein knapper Sieg genügen würde, um zum zweiten Mal in die dritte Qualifikationsrunde einzuziehen, wo man sich Sparta Prag im Jahr 2003 knapp mit einem Gesamtscore von 4:5 geschlagen geben musste.

The New Saints FC – Helsingborg IF  0:0

Die Waliser trotzten dem schwedischen Meister ein 0:0 ab und haben somit bei einem Auswärtstor eine kleine Chance auf den Aufstieg. Ein Sieg von Helsingborg wird in Skandinavien jedoch schwer zu verhindern sein.

Ludogorets Razgrad – Dinamo Zagreb  1:1

Dieses Spiel wurde mit Spannung erwartet, da man die Bulgaren international schlecht einschätzen konnte. Der bulgarische Unternehmer Kyril Domustschiew kaufte den Verein in der Saison 2010/2011 und sorgte mit teuren Spielereinkäufen für den sofortigen Aufstieg in die erste Liga, wo man sogleich die Meisterschaft holte. Für alle gesetzten Mannschaften war Ludogorets  auf jeden Fall das Horrorlos, da die Mannschaft schwer einzuschätzen ist und ihr ein international konkurrenzfähiges Budget zur Verfügung steht.

Ludogorets Razgrad hätte beinahe das 2:0 erzielt, aber stattdessen erzielten die Kroaten den Ausgleich, weshalb sie nun beim kommenden Heimspiel die größeren Chancen auf den Aufstieg haben.

KF Skenderbeu – VSC Debrecen 1:0

Der albanische Meister ging als klarer Außenseiter in das Spiel, schlug die Ungarn jedoch knapp mit 1:0, wodurch sich unsere Nachbarn etwas für das Rückspiel einfallen lassen müssen, um wie vor drei Jahren Richtung Champions-League-Gruppenphase zu ziehen.

Slovan Liberec – Shakhtar Karagandy  1:0

Etwas enttäuschend fiel auch das Hinspiel-Ergebnis der Tschechen aus, die nur einmal den Ball im Netz des kasachischen Meisters versenken konnten. Somit muss man sich auch nächste Woche nach langer Reise in dem weit entfernten Land ordentlich konzentrieren, ansonsten könnte es gefährlich werden.

Neftchi Baku – FC Zestafoni  3:0

Einen Sieg in dieser Höhe hätte man den Aserbaidschanern trotz ihrer eindrucksvollen Heimstärke gegen einen Gegner wie Zestafoni wohl eher nicht zugetraut. Trotzdem schossen sie dem georgischen Meister und letztjährigen Sturm-Graz-Gegner gleich drei Tore und haben nun große Chancen auf den Aufstieg. Einzig die Auswärtsschwäche aserbaidschanischer Mannschaften könnte dies verhindern. Man darf gespannt sein.

Neben all diesen interessanten Ergebnissen gab es natürlich auch wie jedes Jahr Kanter- und Favoritensiege.  HJK Helsinki fegte den isländischen Meister KR Reykjavik mit 7:0 vom Platz. Partizan Belgrad sorgte mit einem 4:1 auf Malta für serbischen Jubel.  Der AEL Limassol gewann gegen den nordirischen Meister Linfield FC mit 3:0 und hat nun eine große Chance zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in einem internationalen Bewerb aufzusteigen. Mit demselben Ergebnis sicherte sich der FK Molde eine gute Ausgangsbasis gegen den lettischen FK Ventspils. In Estland gab sich der FC Basel keine Blöße und siegte souverän mit 2:0.

Einige Hinspiel-Ergebnisse versprechen also Spannung und mögliche Überraschungsaufsteiger.

Flo Schmidt, abseits.at

Flo Schmidt

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