Nach dem überraschenden Ausscheiden von Sturm Graz kämpfen vier weitere Vereine um den Einzug in die Gruppenphase eines europäischen Bewerbs. abseits.at analysiert die Szenarien,... Der Traum von der Königsklasse: So kommen die Austria und Salzburg in die Champions League

Champions League TrophyNach dem überraschenden Ausscheiden von Sturm Graz kämpfen vier weitere Vereine um den Einzug in die Gruppenphase eines europäischen Bewerbs. abseits.at analysiert die Szenarien, die sich aufgrund der Fünfjahreswertung ergeben und bietet eine Übersicht, mit welchen Kontrahenten die jeweiligen Klubs bei der Erreichung des großen Ziels rechnen müssen. Vor allem die Wiener Austria hat bereits vor dem ersten Spiel mehr als einen Fuß in der Türe einer Gruppenphase, während Rapid als einziger Vertreter zwei Klubs bezwingen muss, um dieses Ziel zu erreichen. Pasching freut sich im Play-Off der Europa League auf einen prominenten Gegner, Red Bull Salzburg – in Europa „FC Salzburg“ – kennt seinen bereits.

Der Meister FK Austria Wien (Champions Way / CL)

Die Wiener Austria kämpft um die erstmalige Teilnahme an der Königsklasse. Aufgrund der für österreichische Verhältnisse guten Platzierung in der Fünfjahreswertung steigt die Austria in der dritten Runde des Champions Way ein. Am Dienstag, 30. Juli, bekommen es die Veilchen mit dem isländischen Meister FK Hafnarfjördur zu tun. Grundsätzlich eine der angenehmeren Aufgaben, doch sollte der Meister spätestens seit dem gestrigen Ausscheiden von Sturm Graz gegen den isländischen Ligakonkurrenten und Vizemeister Breidablik mehr als gewarnt sein.

Überstehen die Veilchen die dritte Runde, spielt man bis Dezember im Europapokal

Im Falle eines überraschenden Ausscheidens steigt man als gesetzter Verein ins Europa-League-Playoff ein und hat dann zumindest auf diesem Wege die Möglichkeit, sich einen Platz in der Gruppenphase gegen einen noch unbekannten, aber ungesetzten Gegner zu erspielen.

Nimmt die Austria den Gegner ernst und schafft den Aufstieg, ist bereits die Teilnahme an einer europäischen Gruppenphase fixiert. Dann geht es in der vierten Runde der Champions League Qualifikation um die erstmalige Teilnahme an der Gruppenphase. Setzt man sich hier durch, winkt der Geldregen aus der Königsklasse. Selbst bei einem Ausscheiden wäre man gut abgesichert, würde man doch direkt in die Gruppenphase der Europa League übersiedeln und wahrscheinlich sogar in Topf 3 gesetzt sein.

Basel, Celtic oder APOEL

Die Gegner kann man noch nicht mit Sicherheit nennen, dazu muss erst noch die dritte Runde gespielt werden. Mit nahezu absoluter Gewissheit muss man allerdings davon ausgehen, dass die Veilchen in dieser letzten Runde nicht gesetzt sein werden und damit auf einen dieser fünf Kontrahenten treffen werden: FC Basel, Celtic Glasgow, Steaua Bukarest, APOEL Nikosia oder Viktoria Pilsen. Gibt es doch die eine oder andere Überraschung, rücken Dinamo Zagreb und Partizan Belgrad auf die Seite der Gesetzten. Erst dann würde die Austria folgen, es müssten also drei von fünf Gesetzten verlieren – leider unwahrscheinlich.

Allerdings darf sich die Austria wohl gegen jeden dieser Gegner Chancen ausrechnen und selbst gegen die schwerstmöglichen Gegner Basel und Celtic dürfte man sich berechtigte Hoffnungen machen. Mit so „einfachen“ Gegnern war die Wiener Austria noch nie konfrontiert (beim letzten Versuch scheiterte man mit Benfica Lissabon an einem CL-Stammgast, der regelmäßig die Gruppenphase übersteht).

Der Vizemeister Red Bull Salzburg (Non Champions Way / CL)

Der FC Salzburg profitiert von den eigenen starken Leistungen der letzten Jahre und hat maßgeblichen Anteil daran, dass Österreich für diese Saison einen zweiten Champions League Starter ins Rennen schicken darf. Heuer fällt dieser Bonus leider schon wieder weg, aber mit ansprechender Leistung der verbleibenden vier Klubs, könnte Österreich diesen Platz übernächste Saison schon wieder innehaben, bei außergewöhnlicher Leistung sogar einen Fixplatz in der Champions League für den Meister der Saison 2014/15.

Fenerbahce als letzte Prüfung vor einer Gruppenphase

Salzburg hat eine ungleich schwerere Aufgabe als die Wiener Austria. Die Mozartstädter spielen im Ast der Non-Champions um den Aufstieg in die letzte Qualifikationsrunde für die Königsklasse. Das Los bescherte Fenerbahce Istanbul und ist damit von den fünf möglichen Kandidaten der vermeintlich „leichteste“ Gegner. Mit zwei beherzten Leistungen könnte man durchaus gegen den türkischen Verein bestehen, zudem präsentierten sich die Salzburger bereits in bester Spiellaune, während die Türken noch mitten in der Vorbereitung stehen – ein massiver, wenn nicht DER große Vorteil für die Salzburger. Das Hinspiel steigt nächsten Mittwoch um 20:30 in der Red Bull Arena.

Für Salzburg bedeutet diese Runde dasselbe wie für den Meister. Bezwingt man den Konkurrenten, steht man bereits fix in einer europäischen Gruppenphase. Scheidet man aus, spielt man im EL-Playoff gegen einen ungesetzten Verein um die Teilnahme an der Europa League und geht damit in jedem Fall sämtlichen Gegnern aus den starken Ligen wie zum Beispiel Spanien, Italien, Deutschland und England aus dem Weg. Die prominentesten Gegner wären hier Nizza, Maccabi Tel Aviv oder Vitesse Arnheim. Durchaus unangenehm, aber nicht annähernd so stark wie zum Beispiel Tottenham oder Sevilla.

Nach Fenerbahce folgen Arsenal, Milan oder Schalke

Bezwingt man Fenerbahce, ist man nur noch zwei Spiele von der Champions League entfernt und zumindest bereits fix in der Gruppenphase der Europa League (falls man im Playoff scheitert). Allerdings scheinen die Gegner schier unüberwindbar und es käme einem Fußballwunder gleich, wenn den Salzburgern der Einzug in die Königsklasse gelänge. Drei der fünf möglichen Gegner stehen bereits jetzt fest, da diese erst in dieser Runde in den Bewerb eingreifen: Arsenal London, AC Milan und der FC Schalke 04. Olympique Lyon und Zenit St. Petersburg komplettieren die Liste der gesetzten Teams, scheidet einer der beiden Letztgenannten aus, rückt zuerst PSV Eindhoven und danach Metalist Kharkiv nach. Auch hier ist eine Nichtsetzung für die Salzburger praktisch Gewissheit.

Daniel Walter, abseits.at

Daniel Walter