Die TSG Hoffenheim bestritt am 16. August ihre erste Europacup-Partie der Vereinsgeschichte. Der Gegner für die Mannschaft von Julian Nagelsmann war niemand Geringerer... Erstmals Europacup: Hoffenheim verliert unglücklich gegen Liverpool

 

Die TSG Hoffenheim bestritt am 16. August ihre erste Europacup-Partie der Vereinsgeschichte. Der Gegner für die Mannschaft von Julian Nagelsmann war niemand Geringerer als der große FC Liverpool. Die Kraichgauer schlugen sich jedoch äußerst tapfer, trotz der etwas unglücklichen 1:2-Niederlage.

Grundordnungen

Jürgen Klopp schickte seine Mannschaft wie immer im 4-3-3 auf das Feld. Vor Torhüter Mignolet bildeten Moreno, Matip, Lovren und der 18-jährige Alexander-Arnold die Viererkette. Im Mittelfeld übernahm Henderson den defensiven Part, während Can und Wijnaldum sich offensiver positionierten. Da Coutinho verletzt fehlte, bestand das Sturmtrio aus Sadio Mané, Roberto Firmino und Neuzugang Mohamed Salah.

Die TSG Hoffenheim agierte in einer Mischformation aus 3-5-2 und 3-4-3. Im Tor stand Oliver Baumann und die Dreier-Innenverteidigung bestand aus Hübner, Vogt und Bicakcic. Zuber und Kaderabek agierten als Wingbacks. Im Mittelfeld standen Rupp und Demirbay, wobei Andrej Kramaric sich regelmäßig aus dem Sturm fallen ließ und eine

1-2-Formation im Zentrum entstand. Gnabry und Sandro Wagner bildeten den Doppelsturm.

Fehlende Absicherung

Befand sich die TSG im Spielaufbau, pressten die drei Vorderleute Liverpools meistens die Innenverteidigung Hoffenheims. Dieses Angriffspressing äußerte sich numerisch also meistens in einem drei gegen drei, mit Baumann als Sicherheitsoption für die Verteidiger Hoffenheims. Doch die Kraichgauer konnten auch ohne ihn viele Situationen spielerisch lösen. Kevin Vogt verließ oft seine Position des zentralen Verteidigers und stellte sich auf die Sechs, so zog er Firmino mit und erzeugte ein Dreieck im Spielaufbau mit vielen Optionen für den Ballführenden. Unterstützt von Demirbay oder Rupp die sich eher ballfern positionierten, konnte so der erste Pressingwall von Liverpool gut überspielt werden.

Jener erste Pressingwall wurde außerdem von den eigenen Mitspielern oft recht allein gelassen. Das zentrale Mittelfeld Liverpools beteiligte sich nicht aktiv am Angriffspressing und baute so zu wenig Druck auf die Aufbaulinie des Gegners auf. Erst nach ungefähr einer halben Stunde positionierte sich Emre Can höher und sicherte das Angriffspressing seiner Vorderleute ab, wodurch dieses effektiver wurde. Im zentralen Mittelfeld entstanden so immer wieder 2-1-Staffelungen aufseiten Liverpools.

Die Abwehrlinie der Reds stand außerdem recht hoch, was vor allem zu Beginn immer wieder für Durchbrüche in Form von flachen Vertikalpässen für die Hoffenheimer sorgte. Zogen sich die Gäste weiter zurück wurde aus dem 4-3-3 ein 4-4-2, wobei sich meist der ballferne Flügelstürmer ins Mittelfeld fallen ließ.

Liverpool kontert

Die Kraichgauer betrieben hauptsächlich ein Mittelfeldpressing im 3-5-2/5-3-2. Während man den Spielaufbau der Reds in Ruhe ließ, wartete man im Zentrum auf Vertikalpässe, die gewöhnlich schwierig zu verarbeiten sind. So leitete Liverpool seine Angriffe dann oft über die Flügel ein. Trent Alexander-Arnold stand viel höher als Linksverteidiger Alberto Moreno und rückte auch regelmäßig in den Halbraum ein, während Salah den Flügel besetzte. Der 18-Jährige spielte eine sehr gute Partie und verwertete außerdem den Freistoß zum 1:0.

Vor allem in der zweiten Hälfte war der FC Liverpool recht konterstark, vor allem Mané gewann immer wieder die entscheidenden Situationen im Eins gegen Eins. Einer der drei Innenverteidiger Hoffenheims rückte bei eigenen Offensivaktionen meist auf, wodurch bei Kontern oft Gleich- oder sogar Überzahlsituationen für Liverpool entstanden.

Zielspieler Sandro Wagner

Während Liverpool in der zweiten Spielhälfte immer weniger ins Angriffspressing ging und sich tiefer positionierte, versuchte Hoffenheim sich mit den Einwechslungen von Mark Uth und Nadiem Amiri offensiv noch zu verstärken.

Je mehr man sich dem Ende der 90 Minuten näherte, desto öfter probierten die Hoffenheimer über lange Bälle in den gegnerischen Strafraum zu kommen. Hier fokussierte man sich vor allem auf den großen Sandro Wagner als Abnehmer für die hohen Bälle, der diese immer wieder technisch stark auf einen Mitspieler ablegen konnte. So ein langer Ball führte dann auch zum Anschlusstreffer, nachdem man unglücklich das 0:2 hinnehmen musste. Mark Uth war in der Lage den Ball gut mitzunehmen und schoss daraufhin das Tor zum 1:2. Diese Mitnahme war um einiges effektiver als das horizontale Ablegen, das Sandro Wagner betrieb.

Fazit

In einer recht ausgewogenen Partie gewann die Mannschaft mit der höheren individuellen Klasse. Trotz der guten Leistung von Hoffenheim schaffte man es nicht gegen die Reds zu punkten. Das ist zwar schade, aber wohl auch verdient, da man den FC Liverpool immer wieder in Kontersituationen kommen ließ. Im Rückspiel wird es für die Mannschaft sehr schwierig die nötigen zwei Auswärtstore zu erzielen, mit etwas Glück ist dies jedoch auf jeden Fall noch möglich, denn auch heute zeigte man gute Ansätze gegen das Team von Jürgen Klopp.

Moritz Pamminger, abseits.at

Moritz Pamminger

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