Heute um die Mittagsstunde werden die nächsten Gegner der österreichischen Europacupfighter ausgelost. Während die Gegner der Salzburger und Rapids schon gegen 12 Uhr feststeht,... Hartes Los garantiert: Rapids Chancen gegen die möglichen CL-Quali-Gegner

SK Rapid Wien - Wappen mit FarbenHeute um die Mittagsstunde werden die nächsten Gegner der österreichischen Europacupfighter ausgelost. Während die Gegner der Salzburger und Rapids schon gegen 12 Uhr feststeht, müssen Altach, Sturm und der Wolfsberger AC etwa bis 13 Uhr warten. Dabei wurde der Kreis der möglichen Gegner bisher nur beim SK Rapid deutlich eingegrenzt. Wir schauen uns die fünf möglichen Gegner der Hütteldorfer etwas genauer an und analysieren die Chancen der Grün-Weißen.

Ajax Amsterdam

Die Niederländer sind der größte Name aus dem Quintett der möglichen Rapid-Gegner. Mit 33 Titeln ist Ajax niederländischer Rekordmeister, die Champions League gewann der Traditionsklub dreimal. Allerdings befindet sich der aktuelle Vizemeister noch in einer Findungsphase. Die Mannschaft von Frank de Boer ist noch nicht gefestigt und extrem jung – so ist Neuverpflichtung Johnny Heitinga der einzige wirklich routinierte Defensivspieler, Rechtsaußen Lasse Schöne der einzige in der Offensive. Da Ajax mitspielt, attraktiven Fußball bieten möchte und sich nicht unbedingt als kampfstärkster der möglichen Gegner auszeichnet, hat Rapid gegen die Niederländer wohl die größten Chancen auf eine Sensation. Ajax 2015 könnte der ähnlich gepolten Rapid Mannschaft am ehesten liegen.

FC Brügge

Auch gegen den belgischen Vizemeister ist eine Sensation im Rahmen des Möglichen – ein Aufeinandertreffen mit der Mannschaft von Michel Preud’homme wäre aber härter als ein Duell mit Ajax. Der FC Brügge ist robuster, physischer und auch bei Standardsituationen gefährlicher als die Niederländer. Zwar käme das Personal des FC Brügge den Flügelspielern Rapids eher zu Gute, aber das Gesamtpaket bei den Blau-Schwarzen und der Routinevorteil gegenüber Rapid spricht für die Belgier. Brügge verfügt außerdem von allen möglichen Gegnern über den stärksten Torhüter: Der Australier Matt Ryan wird bereits von mehreren Klubs aus den Topligen gejagt. Wiederum ein Vorteil für Rapid ist, dass Brügge aktuell mit Verletzungssorgen zu kämpfen hat, in den möglichen Duellen gegen den österreichischen Rekordmeister bis zu sieben Spieler vorgeben müsste.

AS Monaco

In Richtung Fußballwunder müsste es gehen, wenn Rapid dem AS Monaco einen heißen Tanz liefern könnte. Der reiche monegassische Klub von Trainer Leonardo Jardim gilt vor allem defensiv als eines der konzeptionell besten und in der Umsetzung stärksten Teams Europas. Zwar verlor Monaco mit Geoffrey Kondogbia (Inter Mailand) und Yannick Ferreira Carrasco (Atlético Madrid) zwei Stars, allerdings wurde auch schon kräftig nachgerüstet: Um insgesamt fast 60 Millionen Euro holte man Ivan Cavaleiro (Benfica), Adama Traoré (Lille), Guido Carrillo (Estudiantes La Plata), sowie zahlreiche junge Toptalente und den Italiener Stephan El Shaarawy leihweise vom AC Milan. Die relativ hohe Spielerfluktuation könnte speziell zu Saisonbeginn zum Problem für den Vorjahresdritten der Ligue 1 werden, aber die Qualität der Mannschaft ist natürlich hoch genug, um Rapid aus der CL-Quali zu kicken. Es ist gut möglich, dass Rapid gegen Monaco recht viel Ballbesitz hätte, sich aber an der großen defensiven Disziplin die Zähne ausbeißt und schließlich durch das Umschaltspiel in die Knie gezwungen wird.

ZSKA Moskau

Eine Reise zum Dritten der letzten Premier-Liga-Saison will sich der SK Rapid auch eher ersparen. Zwar schnitten die Hütteldorfer gegen russische Klubs vor allem in letzter Zeit gut ab, allerdings bekäme es Rapid bei ZSKA Moskau mit einem enorm starken Mittelfeld zu tun, das in dieser Konstellation bereits blind funktioniert. Die Achse um Wernbloom, Dzagoev und Tosic kennt sich schon seit Jahren und vor einem Jahr wurde diese ohnehin starke Truppe vom Finnen Roman Eremenko und dem Israeli Bebars Natcho verstärkt. Die beiden Neuen schlugen sofort ein, wurden auf Anhieb zu Topscorern. Kleinere Probleme könnte ZSKA in der Abwehr und im Angriff bekommen: Die Defensive der Russen ist gegen robuste Gegner stärker als gegen quirlige und im Sturm ist man mit den Leistungen des Nigerianers Ahmed Musa nicht immer restlos zufrieden bzw. fehlt die Variabilität – zumindest bis der junge Schwede Carlos Strandberg so richtig einschlägt. Rapid wäre gegen die Moskowiter krasser Außenseiter und bräuchte eine Sternstunde wie einst gegen Lok Moskau, um die Rot-Blauen auszuschalten.

Shakhtar Donetsk

So richtig unangenehm wäre die Reise nach Donetsk. Die Mannschaft des rumänischen Trainerfuchses Mircea Lucescu wurde zwar in der vergangenen Saison nur Zweiter hinter Dynamo Kiev und kämpft derzeit mit einem Umbau, ist aber weiterhin der qualitativ hochwertigste mögliche Rapid-Gegner. Mit Douglas Costa (Bayern), Luiz Adriano (Milan) und Fernando (Sampdoria) verlor Shakhtar drei Stars in den Westen. Bisher hielt man sich auf dem Transfermarkt vornehm zurück und holte lediglich Eduardo da Silva von Flamengo Rio zurück. Unterm Strich wird der ukrainische Topklub aber weiterhin von zehn Brasilianern, unter anderem von den aktuellen oder ehemaligen Jungstars Taison, Marlos und Alex Teixeira getragen. Vor allem Letzterer machte zuletzt einen merklichen Schritt nach vorne und kann jedem Gegner sehr wehtun. Osteuropäische Defensivdisziplin, gepaart mit südamerikanischer Offensivkunst – dafür steht Shakhtar Donetsk trotz seines Umbaus weiterhin und die Chancen der Hütteldorfer wären gegen dieses Aufgebot an Klassespielern wohl nur minimal.

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen