Nun erwacht sie auch endlich aus dem Winterschlaf. Die Champions League, der Lieblingswettbewerb jedes europäischen Fußballers, vielleicht sogar der Welt. Und es beginnt die...

Manchester City vs. FC BarcelonaNun erwacht sie auch endlich aus dem Winterschlaf. Die Champions League, der Lieblingswettbewerb jedes europäischen Fußballers, vielleicht sogar der Welt. Und es beginnt die heiße Phase des Wettbewerbs, große Spiele stehen an. Schon am ersten Tag eines, das es auch im Endspiel in Lissabon im Mai geben hätte können: Barcelonas Passvirtuosen müssen im Etihad Stadium zu Manchester bestehen, um im Wettbewerb zu verbleiben. Denn nichts anderes als der Titel ist das Ziel. Wir werfen für euch einen Blick auf das Top-Duell des Dienstags.

Am Samstagabend stand schon einmal ein nominelles Big-Four Game für die Citizens aus Manchester an, diesmal im FA-Cup gegen den FC Chelsea. Ein für ein solches Spitzenspiel vergleichsweise lockeres 2:0 ebnete den Hellblauen den Weg ins Viertelfinale. In dieses wollen sie nun auch in der Königsklasse. In der heimischen Arena sind sie wettbewerbsübergreifend bis auf zwei Auftritte ungeschlagen geblieben.

Manchesters Defensive

Seit Jahren ist der Kader der Citizens konstant verstärkt worden. Torwart ist schon länger der Engländer Joe Hart. Verfügend über eine für einen Torwart ausgezeichnete Athletik, ist er sehr stark auf der Linie und zeigt immer wieder gute Reflexe. Innerhalb dieser Saison befand er sich bereits in einem Formtief, ist diesem aber mittlerweile wieder entronnen. Vor ihm symbolisiert Kapitän Kompany wohl den Fels in der Brandung der Hellblauen. Als Kapitän steht er für Zuverlässigkeit, Zweikampfstärke und ist auch fußballerisch stark. Flankieren dürften die Innenverteidigung wie gegen Chelsea in der Liga Kolarov und Zabaleta. Für den Platz neben Kompany gibt es dagegen zahlreiche Alternativen. Hierbei kann man die eher spielstarken Garcia und Nastasic vom soliden und klassischen Demichelis abgrenzen. Die Erstgenannten verfügen über hervorragende Fähigkeiten am Ball, können das Spiel gut von hinten heraus aufbauen. Stärker einzuschätzen ist dabei wohl Nastasic als gelernter Innenverteidiger, doch auch die Möglichkeit Garcia, welcher eher als Mittelfeldmann bekannt ist, hätte ihren Charme. Demichelis zeigt sich dagegen wie gewohnt auch in Manchester bis auf punktuelle Aussetzer grundsolide und gilt als Liebling Pellegrinis. Zuletzt kam er allerdings vermehrt im Mittelfeld zum Einsatz.

Mittelfeld und Sturm: Bittere Verletzungen

Dies hatte mit der Verletzung Fernandinhos zu tun. Dieser war eigentlich auf der Sechs fest eingeplant, zog sich nun allerdings eine Muskelverletzung zu. Es ist noch nicht ganz klar, ob er für die Partie wieder fit wird. Ein Gewinn wäre er für das Kollektiv Manchesters, selbst wenn er nicht so stark auftreten dürfte wie in Normalform. Denn sein Spiel ist ein sehr laufintensives und um das Optimum aus sich herauszuholen muss er „voll im Saft“ sein. Immer wieder füllt er Lücken und sucht auch mit teilweise sehr gutem Timing den Weg in die Offensive. Er und sein Nebenmann Yaya Touré ergänzen sich nahezu perfekt, passen in der Spielanlage zueinander. Sie schalten sich immer wieder abwechselnd mit in die Offensive ein. Der Ivorer ist dabei in seinen Bestrebungen durch seine enorm starke Physis naturgemäß durchschlagskräftiger und gegen die körperlich verhältnismäßig schwachen Barcelonistas wohl eine wahre Waffe. Ihr bester Spieler fällt für das Duell sicher aus: Sergio Agüero verletzte sich gegen Tottenham am Oberschenkel. Sein Fehlen wird sich bei City bemerkbar machen – auch der starke Negredo wird ihn nicht alleine ersetzen können. Es wird deshalb besonders interessant, ob Pellegrini sein etatmäßiges 4-4-2 leicht abändert: Schon gegen Liverpool spielte er mit David Silva als hängende Spitze. Andernfalls würde dieser auf dem linken Flügel beginnen. Navas, Milner und Nasri wären weitere potenzielle Flügelspieler für die Startaufstellung. Neben dem gesetzten Negredo vorne könnte im Falle der gewohnten Formation Dzeko oder Jovetic auflaufen.

Barcelonas Mannschaft: Same prodcedure as every year?

Entgegen stellt sich am Dienstagabend die wohl technisch beste Mannschaft der Welt: Der FC Barcelona. Im Tor, sowie innerhalb der Defensive wird es wohl keine Überraschungen geben, Valdes seine Abschiedstournee hinter Dani Alves, Piqué, Mascherano und Jordi Alba weiter fortsetzen. Vor den Vieren hat Sergio Busquets seinen Platz sicher, ähnlich fest eingeplant werden kann Strippenzieher Xavi. Mit Beginn des offensiven Teil des Teams werden die Möglichkeiten von Trainer Martino allerdings größer. Für vier Plätze stehen ihm mit Messi, Iniesta, Fàbregas, Neymar, Sánchez und Pedro sechs Hochkaräter zur Auswahl. Sicher ist der Einsatz Messis, für Neymar kommt ein Platz in der Startelf trotz seines Traumtores gegen Rayo Vallecano wohl zu früh. Alexis Sánchez wird allgemein als eine Art Liebling Martinos gesehen, unter ihm trifft der Chilene fast nach Belieben. Andrés Iniesta dürfte ebenfalls ziemlich sicher beginnen – nur wo ist die Frage. Martino probierte innerhalb der laufenden Saison schon fast alle Möglichkeiten durch. Im Clasicó fand sich Iniesta im Mittelfeld wieder, Fàbregas begann zentral auf Messis Position, dieser rutschte wiederum auf den rechten Flügel. In Sevilla fand sich Fàbregas nach seiner Einwechslung auf Iniestas Position wieder, „Don Andrés“ spielte wie lange unter Vilanova auf dem linken Flügel. Sehr interessant erscheint unter Berücksichtigung der körperlich starken City-Innenverteidigung um Kompany die Möglichkeit, Messi auf den Flügel zu verschieben und bei Gelegenheit steil zu schicken.

Favoritenrolle und Chancenverteilung

City will laut Pellegrini auftreten, wie sie es bereits die ganze Saison tun und sich eben nicht hinten einigeln. Sie werden wohl auf eine moderate Höhe herausrücken und ihre beiden typischen und engmaschigen, passiven Viererketten aufbauen. Barcelona wird mit seiner neueren, ökonomischeren Spielweise ohne großes Pressing mehr Probleme bekommen, als die Bayern hatten. Eine ähnliche Dominanz wird es von Seiten Barcelonas wohl nicht geben, ihre Chancen bestehen dagegen im schnellen „ausknocken“ der hellblauen Ketten. Schon Chelsea wusste sich in der Liga sehr gut durch die Linien zu kombinieren und Chancen herauszuspielen. Für die Katalanen mit Xavi und Fàbregas als Spezialisten könnten hohe Diagonalbälle hinter die Viererabwehr auch eine Möglichkeit darstellen. Letzten Endes ist Barcelona wie in fast jedem Spiel der Favorit; nur kommt es drauf an, was sie daraus machen. Die Chancen, die sie bekommen werden, müssen genutzt werden, sonst kann es gegen die Weltauswahl aus Manchester auch schnell ins Auge gehen.

Lennart Kühl, abseits.at

Lennart Kühl

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