Bevor am 24. August die Gruppen für die lange Reise zum Endspiel nach Kiew gelost werden, müssen noch die Qualifikationsspiele absolviert werden. Nach... Nach der Saison ist vor der Saison: Der Weg in die CL-Gruppenphase

_Champions League Stadion 

Bevor am 24. August die Gruppen für die lange Reise zum Endspiel nach Kiew gelost werden, müssen noch die Qualifikationsspiele absolviert werden. Nach drei Quali-Runden, die zwischen 27. Juni und 2. August ausgespielt werden, folgt dann noch die letzte Hürde, das sogenannte „Playoff“.

62 Teams aus allen 55 Mitgliedsverbänden der UEFA werden diesen Sommer ihr Glück versuchen! Der Traum  von Ruhm, Ehre und großen Finanz-Bewegungen am Konto wird aber nur für deren zehn in Erfüllung gehen. Wie die letzten Jahre auch schon, gibt es in der Qualifikation wieder zwei „Wege“: den Champions- und den Platzierungsweg. Wir entwirren für euch die Reise in die Königsklasse des Klubfußballs. Außerdem schauen wir, wer wann wo einsteigt und dann aus welchem Topf gezogen werden wird.

Der Platzierungsweg mit den großen Fußballadressen

Von den Namen her schillernder ist der sogenannte „Platzierungsweg“, wo die „Nicht-Meister“ der Top-15-Nationen aus der UEFA-5-Jahreswertung aktiv sind. In der ersten Runde werden die fünf gesetzten Teams aus Dynamo Kiew (Ukraine), Ajax Amsterdam (Niederlande), Viktoria Pilsen (Tschechien), ZSKA Moskau (Russland) und FC Brügge (Belgien)auf jemanden aus dem Quintett Steaua Bukarest (Rumänien), Young Boys Bern (Schweiz), OGC Nizza (Frankreich), Istanbul Basaksehir (Türkei) und AEK Athen (Griechenland) treffen. Die fünf Verlierer spielen im Europa-League-Playoff eine Art Hoffnungsrunde um zumindest Europacup-Fußball der Zweierkategorie.

Ist die erste Hürde genommen, ziehen die fünf Sieger ins Champions-League-Playoff ein und spielen im Herbst auf jeden Fall international. Dort warten der FC Sevilla, der SSC Neapel und Liverpool, die auf jeden Fall fix gesetzt sind. Der Dritte aus dem Europameisterland, Sporting Lissabon, steigt ebenfalls erst in der letzten Runde ein. Die Portugiesen müssen aber die erste Runde noch abwarten, um den Lostopf zu erfahren. Denn wenn Dynamo Kiew und Ajax Amsterdam aufsteigen würden, wäre dieses Duo ebenfalls gesetzt und dann würden die Grün-Weißen im Lostopf der „Ungesetzten“ abrutschen. Dort findet sich auf jeden Fall schon ein ganz unangenehmer Gegner aus der deutschen Bundesliga, die TSG 1899 Hoffenheim. Alle weiteren Erstrunden-Sieger werden ebenso in diesen Lostopf gesteckt. Die Verlierer dieser Playoff-Duelle steigen in die Gruppenphase der Europa League um.

Bei jedem Duell, ob im Meister- oder Platzierungsweg, wird gelost – es gibt also keine wie bei anderen Turnieren oder Sportarten üblichen Turnierbäume. Und bei jeder Auslosung gibt es eine Hälfte mit den im UEFA-Ranking besseren Teams, die gesetzt sind. Die werden dann mit einer ungesetzten Mannschaft gepaart.  Die Platzierung in diesem Ranking ist ausschließlich von dem Klub selbst gesammelten Punkten abhängig und ist nicht zu verwechseln mit der Fünfjahreswertung der Verbände, wo die besten Nationen mit entsprechenden Startplätzen belohnt werden.

Der Meisterweg mit österreichischer Beteiligung

Der „Championsweg“ bietet allen Meistern die – zumindest theoretische – Möglichkeit, auf den Einzug in Gruppenphase der Königsklasse und spiegelt den ursprünglichen Gedanken des „Meistercups“ wieder. In Runde eins werden The New Saints FC (Wales), Linfield FC (Nordirland), Víkingur Gøta (Färöer), Hibernians Football Club (Malta), FC Santa Coloma (Andorra) auf FC Alashkert Martuni (Armenien), SP La Fiorita (San Marino), Europa FC (Gibraltar), Infonet Tallinn (Estland) oder KF Trepça’89 (Kosovo) treffen.

In Runde zwei steigt dann das Gros des Feldes ein. Gesetzt sind dort: Celtic Glasgow (Schottland), Red Bull Salzburg (Österreich), FC Kopenhagen (Dänemark), Ludogorets Razgrad (Bulgarien), BATE Borisow (Weißrussland), Legia Warschau (Polen), APOEL Nikosia (Zypern), NK Maribor (Slowenien), FK Qarabag Agdam (Aserbaidschan), Malmö FF (Schweden), FK Astana (Kasachstan), FK Partizan Belgrad (Serbien), HNK Rijeka (Kroatien), Rosenborg Trondheim (Norwegen), Sheriff Tiraspol (Moldawien), Hapoel Be’er Scheva (Israel), FH Hafnarfjörður (Island)

Sie werden jeweils auf eine ungesetzte Mannschaft treffen: MŠK Žilina (Slowakei), FK Žalgiris Vilnius (Litauen), Dundalk FC (Irland), Vardar Skopje (Mazedonien), F91 Düdelingen (Luxemburg), FK Kukësi (Albanien), HŠK Zrinjski Mostar (Bosnien), FK Buducnost Podgorica (Montenegro), Honvéd Budapest (Ungarn), IFK Mariehamn (Finnland), FK Spartaks Jurmala (Lettland), FC Samtredia (Georgien). Plus die fünf Erstrundensieger.

Die Reihenfolge in dieser Aufzählung ist übrigens nach dem UEFA-Ranking der jeweiligen Mannschaft sortiert. Die bestimmt dann in der dritten Runde ebenfalls wieder, wer in den begehrteren Topf der „Gesetzten“ eingeordnet wird. In dieser vorletzten Runde steigen dann noch Olympiakos Piräus (Griechenland – gesetzt), Slavia Prag (Tschechien – ungesetzt) und FC Viitorul Constanta (Rumänien – ungesetzt) ein. Ab dieser Runde ist auch ein Sicherheitsnetz eingezogen, das den Verlierern einen Play-Off-Platz für die Europa League bietet.

Die Sieger dieser 10 Partien ziehen dann ins Champions-League Play-Off ein, wo dann die letzten fünf Champions League Tickets vergeben werden. Für die Verlierer gibt es als Trostpflaster einen Fixplatz in der Gruppenphase der Europa League.

Salzburger Champions League Träume

Aus österreichischer Sicht ist auf jeden Fall fix, dass Salzburg in jedem seiner Spiele gesetzt sein wird und damit den auf dem Papier größeren Brocken aus dem Weg gehen würde. Für den erstmaligen Einzug in die Gruppenphase der Königsklasse wären also in Summe drei erfolgreiche K.O.-Duelle gegen europäische Meister der subjektiv betrachtet eher zweiten Kategorie notwendig. Das erste Spiel ist für den 11. oder 12. Juli terminisiert und wird am 19. Juni ausgelost.

TV-technisch…

… wird in dieser Saison noch alles beim Alten bleiben. Sowohl ORF, als auch ZDF übertragen ausgewählte Spiele. Das volle Programm gibt es weiterhin auf Sky – gegen Bezahlung. Wer das Privileg hat, den Schweizer Rundfunk zu empfangen, wird von den Eidgenossen weiterhin mit der Königsklasse versorgt werden. Ab der kommenden Saison werden sich aber zumindest Österreich und Deutschland wohl dem europäischen Trend anschließen. So wie beispielsweise in Italien, England oder Frankreich jetzt schon üblich, gibt es die Champions League dann wohl nur mehr im Pay-TV zu sehen. Heißer Favorit ist Gerüchten zufolge der Online-Streaming-Anbieter DAZN, der sich auf einen Bieterwettstreit mit Sky einlassen wird.

Die Gruppenphase beginnt am 12. und 13. September. Die K.O.-Phase folgt dann ab Februar 2018 und endet mit dem Finale am 26. Mai im NSK Olimpijskyj Stadion zu Kiew.

Werner Sonnleitner, abseits.at

Werner Sonnleitner

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