Der SK Rapid trifft am kommenden Dienstag im Rahmen der zweiten Runde der Champions-League-Qualifikation auf Sparta Prag. Wir haben uns zu diesem Anlass mit... Sechs Fragen an einen Sparta-Prag-Experten

Der SK Rapid trifft am kommenden Dienstag im Rahmen der zweiten Runde der Champions-League-Qualifikation auf Sparta Prag. Wir haben uns zu diesem Anlass mit dem glühenden Sparta-Fan Fraaj unterhalten, der in Prag geboren und aufgewachsen ist und seit mehr als zwei Jahrzehnten seinen Klub unterstützt. Wie schätzt der Sparta-Anhänger die Chancen ein, wer sind die Schlüsselspieler der Mannschaft und was tat sich im Sommer am Transfermarkt beim tschechischen Klub?

abseits.at: Danke, dass du dir Zeit für das Interview nimmst. Wie würdest du die Saison 2020/21 von Sparta Prag einschätzen? Ihr habt die Meisterschaft mit zwölf Punkten Rückstand auf Stadtrivalen Slavia Prag abgeschlossen. Was erwartest du dir von der kommenden Saison?

Fraaj: Ich würde die vergangene Saison mit einer soliden 7/10 bezeichnen. Es ist schön, dass wir in der Liga der beste Verfolger waren, auch wenn wir es natürlich lieber gesehen hätten, dass wir mit Slavia ernsthaft um den Titel gespielt hätten. Unsere Europa-League-Gruppe war mit Milan, Celtic und Lille sehr stark besetzt, wobei wir Celtic immerhin zweimal 4:1 schlagen konnten. In der bevorstehenden Saison wollen wir Slavia einen harten Kampf um den Titel liefern.

abseits.at: Wie ist die Stimmung bei den Sparta-Fans vor dem Champions-League-Qualifikationsspiel gegen den SK Rapid? Erwartet ihr, dass ihr gegen den österreichischen Vertreter weiterkommt?

Fraaj: Wir erwarten eine richtig harte Begegnung, aber ein Ausscheiden wäre eine gewaltige Enttäuschung. Unsere Saisonvorbereitung war bisher allerdings mittelprächtig und unser Trainer Vrba bekam anscheinend auch nicht alle Transfer-Wünsche erfüllt. Dennoch verfügen wir über eine starke Mannschaft, konnten die Schlüsselspieler halten und dazu noch einige interessante Spieler holen.

abseits.at: Die Rapid-Fans kennen aus der Sparta-Mannschaft in erster Linie euer junges Talent Adam Hložek. Im Austrian Soccer Board wurde Hložek immer wieder mit Yusuf Demir verglichen, der nun leihweise zum FC Barcelona wechselte. Im Gegensatz zu Demir, wird Hložek in den beiden CL-Qualifikationsspielen auf dem Platz stehen. Was kannst du uns über euer größtes Talent erzählen?

Fraaj: Adam Hložek ist das mit Abstand das größte Talent in Tschechien. Letzte Saison wurde er Torschützenkönig in der Liga, obwohl er vier Monate aufgrund einer Verletzung verpasste. Er wird normaler Weise als Linksaußen eingesetzt, kann aber auch als Stürmer oder hängende Spitze agieren. Er ist mit beiden Beinen großartig, verfügt über eine starke Physis und ist auch in der Luft sehr gut. Wir glauben, dass dies seine letzte Saison bei uns sein wird und dass er dann ins Ausland wechseln wird.

abseits.at: Wer sind neben Hložek die Schlüsselspieler in eurer Mannschaft?

Fraaj: Bořek Dočkal ist unser Kapitän und kreativster Spieler. Ansonsten würde ich sagen unser Tormann Florin Nita und unser Innenverteidiger David Hancko. David Moberg Karlsson ist außerdem ein gefährlicher und trickreicher Flügelspieler.

abseits.at: Was tat sich bei euch bis jetzt am Transfermarkt in diesem Sommer? Wurden Schlüsselspieler verkauft oder gekauft?

Fraaj: Der bedeutendste Abgang betrifft Srdjan Plavšič, der ablösefrei zu Slavia wechselte. Wir ersetzten ihn allerdings mit Jakub Pešek, der meiner Meinung nach sogar stärker ist. Wichtig war zudem, dass wir den ausgeliehenen Abwehrspieler Hancko fix vom AC Florenz kaufen konnten. Wir ich oben erwähnt habe ist er einer unserer absoluten Schlüsselspieler. Wir konnten zudem Linksverteidiger Casper Höjer von Aarhus verpflichten, der auf der linken Abwehrseite gesetzt sein sollte.

abseits.at: Was kannst du uns über euren Trainer erzählen? Welche Spielanlage präferiert er?

Fraaj: Unser Trainer heißt Pavel Vrba. Er war Coach bei Viktoria Pilsen und erarbeitete sich bei dieser Station den Ruf des besten Klubtrainers in Tschechien, da er einen Titel nach dem anderen gewann und auch im Europacup schöne Erfolge feierte. Er ist dafür bekannt, dass seine Mannschaften Angriffsfußball und intensives Pressing praktizieren. Kritisiert wurde er dafür, dass er jungen Spielern zu selten eine Chance gibt, aber das hat sich seit er bei uns ist geändert. Wir haben nämlich eine starke Akademie mit einigen vielversprechenden Talenten.

Stefan Karger, abseits.at

Stefan Karger