Nach rund zwei Monaten Pause öffnet die Königsklasse des europäischen Vereinsfußballs wieder ihre Pforten und startet mit dem Achtelfinale in das Jahr der Europameisterschaft.... Vorschau auf das Achtelfinale der Champions League, Teil 1

Nach rund zwei Monaten Pause öffnet die Königsklasse des europäischen Vereinsfußballs wieder ihre Pforten und startet mit dem Achtelfinale in das Jahr der Europameisterschaft. Mannschaften aus neun verschiedenen Nationen kämpfen um ein Ticket für das Viertelfinale, erstmals sind auch Clubs aus der Schweiz und Zypern mit von der Partie. Mit drei Teams stellt Italien heuer die meisten Achtelfinalisten, wobei in den letzten Jahren in dieser Runde für die Vertreter des Calcios zumeist schon Endstation war.

Olympique Lyon – APOEL Nikosia (Dienstag, 20:45)

Noch keine direkten Duelle

APOEL Nikosia stellt definitiv die Überraschungsmannschaft der bisherigen Champions League dar. Die Zyprioten schafften als Gruppensieger unter anderem vor dem FC Porto den Sprung ins Achtelfinale und überwintern daher als erster Vertreter ihres Landes überhaupt im Europacup. In der Wintertransferzeit blieb die Multikultitruppe nahezu unverändert, man verstärkte sich lediglich mit dem Portugiesen Hélder Sousa, der von Lokalrivalen Olympiakos Nikosia kam. APOEL konnte in seinen bisherigen drei Auswärtsspielen in der Champions League jeweils ein Remis erringen, wobei festzuhalten ist, dass der jeweilige Gegner trotz der Defensivtaktik der Insulaner eine Fülle von Chancen vorfand, diese jedoch kaum verwerten konnte.

Anders als APOEL sorgte Olympique Lyon in der Gruppenphase für alles andere als positive Schlagzeilen. Der ehemalige französische Serienmeister stand vor dem letzten Spieltag schon mit anderthalb Beinen vor dem Aus, ehe man sich aufgrund eines etwas dubiosen 7:1 bei Dinamo Zagreb doch noch an Ajax Amsterdam vorbeischieben konnte. Auch in der heimischen Meisterschaft läuft es nicht rund, derzeit rangiert Lyon nur auf dem vierten Tabellenplatz und weist bereits elf Punkte Rückstand auf Paris Saint Germain auf, so dass selbst die Qualifikation für die nächstjährige Champions League in Gefahr ist. Zuletzt unterlag Lyon zuhause Caen mit 1:2. Auch die Franzosen sahen wie APOEL Nikosia von großen Kaderveränderungen im Winter ab.

Bayer Leverkusen – FC Barcelona (Dienstag, 20:45)

Letztes direktes Duell: 1:2 und 0:2 (Zwischenrunde Champions League 2002/03)

Das Duell zwischen dem Titelverteidiger und Bayer Leverkusen scheint auf den ersten Blick eine klare Angelegenheit für die Katalanen zu werden. Zwar hinkt Barcelona in der Meisterschaft dem Erzrivalen aus Madrid mittlerweile um einige Punkte hinterher, zuletzt setzte es sogar eine Niederlage in Osasuna, dennoch ist es nur schwer vorstellbar, dass die Werkself zum Stolperstein wird, zu groß ist der Klassenunterschied zwischen den beiden Teams.

Leverkusen ist zudem derzeit mehr als nur mit sich selbst beschäftigt. Der mäßige Erfolg in der Bundesliga lässt immer wieder Stimmen aufkommen, die an Neo-Trainer Robin Dutt zweifeln und zudem nimmt das Schauspiel um Michael Ballack immer groteskere Formen an und könnte den Verein zermürben. Zum Ende der Wintertransferzeit verstärkte sich Leverkusen noch mit dem Kroaten Vedran Corluka, der von Tottenham ausgeliehen wurde.

Zenit St. Petersburg – Benfica (Mittwoch, 18:00)

Noch keine direkten Duelle

Erstmals überhaupt konnte Zenit den Sprung in die KO-Phase der Champions League schaffen, was für den UEFA Cup-Sieger von 2008 der nächste Schritt Richtung europäische Spitze war. Zum Nachteil könnte den Russen unter Umstand gereichen, dass die heimische Meisterschaft seit Anfang Dezember ruht und das Team von Luciano Spalletti daher im Gegensatz zu Benfica keine Pflichtspiele bestreiten konnte. In Russland wird in dieser Saison das Ligasystem auf Ganzjahresmeisterschaft umgestellt, so dass die Spielzeit anderthalb Jahre dauert. Zenit geht als Tabellenführer ins Frühjahr und muss gegen Benfica auf Spielmacher Danny verzichten – ein herber Verlust.

Auch Benfica führt die heimische Meisterschaft derzeit an und ist dabei nach achtzehn Spieltagen noch ungeschlagen. Auch die bisherige Performance in der Champions League kann sich sehen lassen, denn so konnten die Portugiesen in ihrer Gruppe Manchester United hinter sich lassen. Dementsprechend hoch ist auch die Erwartungshaltung, erst recht nach der großen Enttäuschung der Vorsaison, als man sich im Semifinale der Europa League Braga geschlagen geben musste und so das „Traumfinale“ gegen Porto verpasste.

AC Milan – Arsenal (Mittwoch, 20:45)

Letztes direktes Duell: 0:0 und 0:2 (Achtelfinale Champions League 2007/08)

Zwei absolute Schwergewichte des europäischen Fußballs treffen in diesem Duell aufeinander. Geeint werden sie jedoch auch dadurch, dass die Gegenwart nicht allzu rosig aussieht. In der Serie A befindet sich Milan, das sich weiterhin den Vorwurf der Überalterung gefallen lassen muss, zwar im direkten Meisterschaftskampf, Niederlagen wie zuletzt im Derby gegen Inter und der Ausraster von Zlatan Ibrahimovic dämpfen jedoch die Stimmung. Wesentlich trister sieht die Situation im Europacup aus, denn dort konnte Milan zuletzt in der Saison 2006/07 über das Achtelfinale der Champions League hinauskommen, gewann damals jedoch den Bewerb. Verstärkt wurde der Kader im Winter unter anderem durch die Zuzüge von Sulley Muntari und Maxi López.

Arsenal musste einen nahezu verheerend schlechten Saisonstart hinnehmen, der zu einem Gutteil auch enormem Verletzungspech geschuldet war. Mittlerweile befindet man sich auf Tabellenplatz Sechs, der vierte Rang, der zur Teilnehme an der nächstjährigen Champions League Qualifikation berechtigt, liegt jedoch in Reichweite. Vor allem die Defensivabteilung der Gunners machte bisher nicht unbedingt positiv von sich reden, denn diese musste deutlich zu viele Gegentreffer hinnehmen. Prominentester Winterneuzugang ist fraglos Thierry Henry, die Vereinslegende wurde von den Red Bulls aus New York ausgeliehen, um die Offensive zu verstärken, steht jedoch nur für das Hinspiel gegen Milan zur Verfügung.

OoK_PS, abseits.at

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