Die Champions League erwacht aus dem Winterschlaf und startet in die heiße KO-Phase. Wir blicken auf die Achtelfinalpaarungen. Zenit St. Petersburg – Borussia Dortmund... Vorschau zum Champions-League-Achtelfinale – Zenit empfängt Dortmund, Olympiakos trifft auf United

Champions LeagueDie Champions League erwacht aus dem Winterschlaf und startet in die heiße KO-Phase. Wir blicken auf die Achtelfinalpaarungen.

Zenit St. Petersburg – Borussia Dortmund

Bisher keine direkten Duelle

Es war eine peinliche Vorstellung, die Zenit St. Petersburg Mitte Dezember auf dem Rasen des Ernst Happel Stadions gezeigt hatte. Die Russen unterlagen der Wiener Austria verdientermaßen mit 1:4, doch am Ende konnten sie trotzdem jubeln, denn aufgrund des Ergebnisses im Parallelspiel war der Einzug in das Achtelfinale der Champions League gelungen.

Will der russische Tabellenführer dort reüssieren, wird es jedoch einer deutlichen Leistungssteigerung bedürfen. Obwohl in den letzten Jahren horrende Summen für neue Spieler ausgegeben wurden – allen voran für Hulk und Axel Witsel -, hielten sich die internationalen Erfolge im überschaubaren Rahmen. Den größten Triumph der Vereinsgeschichte, den Gewinn des UEFA Cups, feierte Zenit 2008 noch in einer Zeit, bevor von Gazprom das Geld nahezu abgeschafft wurde.

Zum ersten und bis zu dieser Saison einzigen Mal schaffte Zenit vor zwei Jahren den Sprung in die Runde der letzten 16. Dort besiegte die Truppe von Trainer Luciano Spalletti auf dem traditionell schlechten Rasen des Petrowski Stadions Benfica zunächst mit 3:2, in Lissabon setzte es beim Rückspiel jedoch eine 0:2-Niederlage, was gleichbedeutend mit dem Ausscheiden war.

Borussia Dortmund setzte sich in der Horrorgruppe mit Arsenal und Napoli durch und steht seit langer Zeit wieder zum zweiten Mal in Folge in der KO-Runde der Champions League. Zuletzt gelang das zwischen 1995/96 und 1997/98 sogar dreimal in Serie.

Vor dem wichtigen Hinspiel in Russland plagen den BVB zahlreiche Sorgen. In der Bundesliga sind die Bayern ohnehin enteilt, aber auch der erneute Einzug in die Champions League ist alles andere als gesichert. Zu inkonstant tritt die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp auf, wie am Wochenende die 3:0-Pleite bei Krisenclub HSV zeigte. Es war bereits die sechste Bundesliga-Niederlage in dieser Saison.

Während das Punktekonto der Borussen ungewohnt leer ist, ist das Krankenlazarett prall gefüllt. Rund zehn Wochen muss Dortmund auf den an einer Schambeinentzündung leidenden Sven Bender verzichten, zudem ist Ilkay Gündogan schon seit Saisonbeginn verletzt und auch der Einsatz von  Robert Lewandowski sowie Mats Hummels in St. Petersburg ist fraglich.

Olympiakos Piräus – Manchester United

Letztes direktes Duell: 0:4 und 2:3 (Champions-League-Gruppenphase 2002/03)

Unglaublich, aber wahr: Die griechische Meisterschaft wird noch eindeutiger von einer Mannschaft dominiert, als die österreichische. Olympiakos Piräus hat stattliche zwanzig Punkte Vorsprung auf „Verfolger“ PAOK Saloniki, womit der neunte Titel en suite freilich nur mehr Formsache ist.

Während die nationale Konkurrenz – allen voran Aris Saloniki, AEK Athen und Panathinaikos – von der Wirtschaftskrise dahingerafft wurde, ist Olympiakos dank modernem Stadion und regelmäßigen Champions-League-Teilnahmen der einzige hellenische Verein, der trotz der widrigen wirtschaftlichen Umstände sein Niveau halten konnte.

In der Gruppenphase war die Mannschaft von José Miguel González zwar Paris Saint-Germain unterlegen, konnte jedoch Benfica und Anderlecht hinter sich lassen und schaffte somit den Einzug in das Achtelfinale. Die Griechen stehen zum ersten Mal seit der Saison 2009/10 wieder in der KO-Phase der Champions League, damals unterlag man in beiden Achtelfinal-Partien Girondins Bordeaux. Der Einzug ins Viertelfinale gelang letztmalig 1999.

Zwei Spieler, die in der Gruppenphase noch wichtige Akzente gesetzt hatten, kamen Olympiakos in der Winterpause allerdings abhanden. Konstantinos Mitroglou, der drei Tore erzielte, wechselte um rund 15 Millionen Euro zu Fulham und der Slowake Vladimír Weiss erlag dem Ruf des Geldes und spielt nun in Katar.

Manchester United befindet sich in derselben Lage wie der AC Milan. Gewinnen die Red Devils nicht die Champions League, werden sie in der kommenden Saison wohl nicht am höchsten europäischen Club-Bewerb teilnehmen. Bereits elf Punkte beträgt der Rückstand auf Liverpool, das in der Premier League den vierten Tabellenplatz einnimmt, der zur Teilnahme an der Qualifikation für die Königsklasse berechtigt.

Unter David Moyes kommt United einfach nicht auf Touren. Nahezu wöchentlich müssen die Fans herbe Enttäuschungen hinnehmen, wobei vor allem das heimische Old Trafford beileibe nicht mehr jene Festung ist, die es in den letzten Jahren darstellte. Verstärkt wurde der Kader im Winter mit Juan Mata, der um 45 Millionen Euro von Chelsea kam, allerdings darf der Spanier in der Champions League nicht eingesetzt werden.

Die Statistik spricht in diesem Duell ganz klar für Manchester United. Die Red Devils haben alle vier bisherigen Duelle gegen Olympiakos für sich entscheiden können, darüber hinaus ist es überhaupt noch nie einer griechischen Mannschaft gelungen, United zu schlagen. Hinzu kommt, dass Olympiakos bislang alle fünf Duelle mit Hin- und Rückspiel gegen englische Mannschaften verloren hat. Allerdings haben die Griechen die letzten drei Heimspiele gegen Teams aus der Premier League gewonnen – alle drei gegen Arsenal.

OoK_PS, abseits.at

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