Das neue Trainerteam von Red Bull Salzburg, rund um Chefcoach Marco Rose und unseren ehemaligen abseits.at-Taktikfuchs und jetzigen Co-Trainer René Maric,  feiert heute Abend... Vorsicht bei Standards und Bällen hinter die Abwehr: Das sind die Hibernians Paola!

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Das neue Trainerteam von Red Bull Salzburg, rund um Chefcoach Marco Rose und unseren ehemaligen abseits.at-Taktikfuchs und jetzigen Co-Trainer René Maric,  feiert heute Abend in der Champions-League-Qualifikation sein Pflichtspieldebüt. Gegner ist der maltesische Meister Hibernians Paola, den wir uns rechtzeitig vor dem Spiel noch genauer ansehen wollen.

Eines von Maltas „Topteams“

Der Hibernians Paola FC ist einer der Europacup-erprobten Teams aus Malta. Zwölf Meistertitel stehen auf der Habenseite der „Hibs“, davon vier nach der Jahrtausendwende. Auch den Cup gewann man in den letzten elf Jahren viermal, insgesamt steht der Verein aus Paola bei neun Cuptriumphen.

Erst dreimal im Europacup erfolgreich

Im Europacup schafften es die Hibernians aber erst dreimal einen Gegner auszuschalten. 1971 besiegte man in der Qualifikation zum Cup der Cupsieger den isländischen Vertreter Fram Reykjavik (3:0 h, 0:2 a). 2002/03 feierte man in der Champions-League-Qualifikation auswärts in Irland gegen Shelbourne einen Aufstieg (2:2 h, 1:0 a) und ebenfalls in der Quali zur Königsklasse wurde soeben der estnische Vertreter FC Infonet Tallinn ausgeschaltet. Der 2:0-Heimsieg und das 1:0 auswärts bedeutete, dass die Hibernians erstmals überhaupt Hin- und Rückspiel für sich entscheiden konnten.

Ausrufezeichen gegen Maccabi Tel-Aviv vor zwei Jahren

Für mehr Aufsehen sorgte jedoch eine kleine Europacup-Sensation vor zwei Jahren: Da wurde der israelische Meister Maccabi Tel-Aviv auf Malta mit 2:1 besiegt. Auswärts setzte es zwar eine klare 1:5-Schlappe, aber der Heimsieg gegen die Elf von Slavisa Jokanovic schlug hohe Wellen. Die Matchwinner von damals stehen auch heute noch bei den Hibs unter Vertrag.

Mehr Kontrolle als früher

Der Unterschied zwischen damals und heute: Die Malteser traten im Europacup häufig zu offensiv auf. Da die Mannschaft zumeist von brasilianischen Offensivfreigeistern getragen wurde, vernachlässigte man schon mal das Spiel nach hinten. Beim Heimsieg gegen Maccabi Tel-Aviv ging dieses Konzept im durchaus offensiv ausgerichteten 3-4-3-System auf. Beim jüngsten Erfolg der Hibs, dem 1:0-Auswärtssieg gegen den FCI Tallinn trat die Mannschaft hingegen in einem kontrolliert-offensiven 4-4-1-1-System auf.

Aufpassen auf Jorginho

Prägend für das Spiel der Hibs sind aber weiterhin die Brasilianer. Gleich vier Zuckerhut-Kicker standen zuletzt in der Startelf. Allesamt routiniert, keiner jünger als 31. Der Zielspieler der Maltester ist Angreifer Jorginho, der sich erst in letzter Zeit zum Stürmer entwickelte und in jüngeren Jahren eher als Flügel agierte. Der 31-Jährige hat die Aufgabe sich hinter die gegnerischen Linien zu bewegen und Schnittstellen in der Viererkette des Gegners zu suchen. Auch mit weiten Bällen sucht man den Brasilianer, der statisch allerdings nicht schwierig zu verteidigen ist. Er ist ein Spieler, der vertikale Läufe und schnelle Abschlüsse sucht. In den letzten drei Jahren erzielte er 53 Tore für die Hibs, zuletzt auch zwei gegen den FCI Tallinn.

Jackson Lima als „Abkipper“

Das Passmetronom im Mittelfeld ist der bereits 35-jährige Brasilianer Jackson Lima, der seit 5 ½ Jahren bei den Hibernians spielt und über 200 Spiele für den Klub absolvierte. Gemeinsam mit dem maltesischen Teamspieler Björn Kristensen bildet er die Doppelsechs, wobei Jackson Lima den abkippenden Sechser mimt, um das Spiel zu machen und Kristensen den physischeren Part übernimmt. Jackson Lima ist somit derjenige, der angepresst werden sollte. Kristensen wiederum darf man nicht in die Gefahrenzone lassen, wenn die Hibs hochstehen. Er ist ein Spieler, der alles reinwirft, sowohl wenn er auf der Zentralachse weiter nach vorne gelassen wird, als auch, wenn er gute Standards in Tornähe bekommt. Dafür hat er im Mittelfeld als Passverteiler weniger Ballaktionen als sein routinierter Nebenmann.

Vierfacher maltesischer Fußballer des Jahres im linken Mittelfeld

Der Kapitän der Hibernians ist mit Clayton Failla ein Vereinsurgestein, der insgesamt elf Saisonen für die Hibs spielte und im Laufe der Zeit immer defensiver eingestellt wurde. Mittlerweile spielt er auf einer halblinken Position im Mittelfeld und rückt bei Ballbesitz weiter nach links hinaus, um Tempo nach vorne zu machen. Der 52-fache Nationalspieler erzielte im Laufe seiner Karriere über 80 Tore für die Hibernians, ist aber mittlerweile neben Jackson Lima eher ein wichtiger Passhafen für das Team, als ein dynamischer Flügel. Da er mittlerweile Schnelligkeit und „Response“ einbüßte, ist auch er ein Spieler, den man schon tief im Mittelfeld anpressen sollte, zumal er auf der noch unsicheren linken Seite der Malteser spielt.

Kreuzriegler auf einer nicht angestammten Position anpressen

Dort spielt auch einer von zwei Österreichern im Team. Martin Kreuzriegler ist aktuell – obwohl nominell Innenverteidiger – als Linksverteidiger eingeplant und die Abstimmung mit seinem Nebenmann wird sicher noch nicht ideal sein. Salzburg sollte also seine rechte Angriffsseite auf die Hibs abstimmen, sodass Failla tief gehalten und regelmäßig unter Druck gesetzt werden kann. Kreuzriegler abseits seiner Paradeposition zu bespielen, könnte ein Trumpf für die Bullen sein.

Vorsicht vor Sahaneks Standards

Der wohl beste Fußballer im Team des maltesischen Meisters kommt aus Wien. Marco Sahanek ist auf seiner Lieblingsposition im rechten Mittelfeld eingeplant und ist wohl der kreativste Akteur im Hibernians-Mittelfeld. In der vergangenen Saison erzielte er neun Tore und zwölf Assists für den FAC und bewahrte die Floridsdorfer damit vor dem Abstieg. Noch gefährlicher als aus dem Spiel heraus, ist Sahanek allerdings bei Standards. Letztes Jahr gelangen ihm zahlreiche Assists und Toreinleitungen aus Freistößen und Eckbällen – auch ein erfolgreicher Direktcorner war zuletzt dabei. Somit ist es auf beiden Angriffsseiten der Malteser zu vermeiden, unnötige Fouls am Flügel in Strafraumnähe zu begehen. Sahanek hat bei Standards eine äußerst hohe Erfolgsquote, bringt praktisch jeden Freistoß gut vors Tor. Wenn Salzburg diese Fouls vermeiden kann, ist dies im Auswärtsspiel bereits die halbe Miete, denn spielerisch und athletisch sind die Malteser den Bullen deutlich unterlegen.

Freigeistrolle für Sahanek vor Dreifachsechs

Sahanek dürfte gegen Salzburg sogar eine Sonderrolle zukommen. Dass Johan Bezzina hinter Solospitze Jorginho auflaufen wird, gilt als gesichert. Sahanek dürfte allerdings hinter dem offensiven Zweiergespann eine Freigeistrolle erhalten, während Failla, Jackson Lima und Kristensen eine Art Dreifachsechs bilden werden. Im Kader der Hibernians stehen übrigens nur elf Malteser – in der Startelf sind nur vier von ihnen zu erwarten.

Salzburg nicht in Bestbesetzung

Daran sollten auch die Ausfälle auf Seiten der Rose-Elf nichts ändern: Samuel Tetteh und Xaver Schlager fehlen weiterhin, David Atangas Ermüdungsbruch und Stefan Lainers Bändereinriss kommen noch hinzu. Valon Berisha, aktuell von einer Fußprellung geplagt, könnte anfänglich geschont werden, gab aber bereits Entwarnung und ist zumindest im Matchkader dabei.

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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