Bevor die ersten namhaften Vereine wie Basel, Salzburg oder Partizan Belgrad in den Bewerb eingreifen, spielen bereits die Meister der sechs schwächsten UEFA-Nationen drei... Zwergenduelle: Vorschau zur 1. Runde der Champions-League-Qualifikation

Bevor die ersten namhaften Vereine wie Basel, Salzburg oder Partizan Belgrad in den Bewerb eingreifen, spielen bereits die Meister der sechs schwächsten UEFA-Nationen drei Aufsteiger aus, die sich dann mit der übermächtig scheinenden Konkurrenz messen dürfen. Abseits.at analysiert die drei „Zwergenduelle“.

 

 

F91 Dudelange – Tre Penne SP

Bisher keine direkten Duelle

Wie aus dem Vereinsnamen hervorgeht, wurde der in Dudelange (deutsch: Düdelingen) ansässige Verein erst zu Beginn der 1990er gegründet, dominiert in den letzten Jahren den luxemburgischen Fußball aber nahezu nach Belieben. Seit 2000 feierte F91 zehn Meistertitel und ist damit das Maß aller Dinge in der BGL-Ligue. Auf internationaler Ebene gelang es hingegen erst zwei Mal, eine Runde zu überstehen. Im Vorjahr wurde Santa Coloma aus Andorra besiegt, während der größte Erfolg aus dem Jahr 2005 datiert. In der Champions-League-Qualifikation unterlag man im Hinspiel dem bosnischen Meister Zrinjski Mostar mit 0:1, gewann die Auswärtspartie aber nach Verlängerung sensationell mit 4:0. Als Lohn dafür wartete in der nächsten Runde Rapid Wien, das F91 jedoch mit einem Gesamtscore von 9:3 abfertigte.

Die wohl bekanntesten Spieler sind zwei Franzosen, die in Luxemburg ihre Karriere ausklingen lassen. Jonathan Jäger war zuvor in Freiburg aktiv, während Jean-Philippe Caillet unter anderem Gastspiele in der Ligue 1 und bei Genk auf der Visitenkarte stehen hat.

Obwohl das 1956 gegründete Tre Penne erheblich älter als sein Gegenüber ist, gelang erst in der vergangenen Saison der erste Meistertitel. Auf internationaler Ebene greift man heuer zum dritten Mal an, wobei die ersten beiden Versuche wenig glücklich und meinem Gesamtscore von 4:22 mehr als deutlich endeten. Der Kader setzt ist rein aus Amateuren mit san-marinesischer oder italienischer Staatsbürgerschaft zusammen, hinzu kommt mit Vladimir Mikhaylovskiy ein Russe. Sollte der Verein mit den drei Stiftstürmen in Wappen den Aufstieg schaffen, wäre dies als Überraschung einzustufen, da in Dudelange mit deutlich größerer Professionalität gearbeitet wird.

 

Valletta FC – FC Lusitanos

Bisher keine direkten Duelle

Valletta ist mit 21 Meistertiteln der dritterfolgreichste Verein Maltas und kann bereits auf eine stattliche Anzahl von Europacupspielen zurückblicken. Bereits 1963 trat man in der Vorrunde des Landesmeistercups an, wo Dukla Prag mit 8:0 die Oberhand behielt. Die Tendenz auf internationalem Geläuf zeigt allerdings in den letzten durchaus nach oben, denn 2009/10 konnte in der Europa-League-Qualifikation immerhin Keflavik aus Island eliminiert werden und im Jahr darauf scheiterte man nur aufgrund der Auswärtstorregel am polnischen Club Ruch Chorzow. Im Vorjahr wurde in der Champions-League-Qualifikation Tre Fiori aus San Marino eliminiert, ehe das Aus gegen Litauens Meister Ekranas kam. Trainiert wird die Mannschaft vom englisch-maltesischen Duo Mark Miller und Gilbert Agius, das abgesehen von zwei Brasilianern lediglich einheimische Spieler unter seinen Fittichen hat.

Beim Anblick des Wappens von Lusitanos, kommen unweigerlich Gedanken an Portugal auf, da es jenem des portugiesischen Verbands zum Verwechseln ähnlich sieht. Auch der Name des erst 1999 gegründeten Vereins ist eine Reminiszenz an Portugals historische Bezeichnung. Der Hintergrund dazu ist, dass der Verein von portugiesischen Migranten gegründet wurde sich daher auch der Kader vor allem aus Legionären dieses Landes zusammensetzt. In der Vorsaison konnte in der andorranischen Liga erstmals der Meistertitel errungen werden, während die zwei bisherigen Europacupteilnahmen mit vier Niederlagen und einem Torverhältnis von 1:17 ernüchternd endeten.

 

Linfield FC – B36 Tórshavn

Bisher keine direkten Duelle

Der nordirische Rekordmeister (51 Titel) Linfield kann auf eine lange Tradition zurückblicken, denn immerhin wurde der Verein bereits 1886 gegründet und ist absoluter Stammgast im Europacup. Der größte internationale Erfolg geht auf die Saison 1966/67 zurück, als das Viertelfinale im Landesmeistercup erreicht wurde. Linfield trägt seine Heimspiele im ruhmreichen Windsor Park zu Belfast aus und konnte zuletzt 2005 eine Europacuprunde überstehen. Manager David Jeffrey ist bereits seit 1997 im Amt und hat das Kommando über einen Kader, der sich aus einheimischen Spielern und Legionären aus England zusammensetzt. Linfield ist einer von vier Vereinen, die seit der Formierung der nordirischen Liga im Jahr 1890 fixer Bestandteil sind.

Auch B36 kann auf eine knapp 80-Jährige Historie zurückblicken, in der immerhin neun Meistertitel gelangen, im Europacup tritt man jedoch erst seit 1993 (die Färöer traten der UEFA Anfang der 1990er bei) an, wo seither immerhin zwei Aufstiege gelangen, der letzte 2006 gegen Birkirkara aus Malta. Neben drei Legionären aus Polen, Irland und Dänemark rekrutiert sich der Kader ausschließlich aus einheimischen Spielern, die ihre Partien im malerischen Gundadalur-Stadion bestreiten, das auch Lokalrivalen HB als Heimstätte dient. An diesem Ort musste Salzburg vor zwei Jahren eine peinliche Niederlage einstecken.

OoK_PS, abseits.at

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