Am 22. Spieltag der 2. deutschen Bundesliga kam es zu einigen Österreicher-Duellen, die nicht alle mit Favoritensiegen endeten. Entfesselte Unioner mit starkem Trimmel Am... 2. Deutsche Bundesliga: Der Legionärs-Check vom 22. Spieltag

Christopher Trimmel_abseits.atAm 22. Spieltag der 2. deutschen Bundesliga kam es zu einigen Österreicher-Duellen, die nicht alle mit Favoritensiegen endeten.

Entfesselte Unioner mit starkem Trimmel

Am Freitagabend gastierte der TSV 1860 München an der Alten Försterei bei Union Berlin. Beide Mannschaften konnten mit einer breiten Brust in die Partie gehen, da sie zuletzt kräftig punkteten. Auf Seiten der Heimischen stand Michael Gspurning nicht im Kader, Emanuel Pogatetz saß 90 Minuten lang auf der Bank, Philipp Hosiner bekam einen Kurzeinsatz und Christopher Trimmel agierte die gesamte Spielzeit über auf der rechten Abwehrseite. Der Österreicher auf der rechten Abwehrseite war der Aktivposten der Berliner, er hatte die meisten Ballaktionen, brachte die meisten Flanken zur Mitte und lies in der Defensive nichts anbrennen. Bei extrem starken Berlinern stach Trimmel aufgrund seines Tempos und seiner Laufbereitschaft noch heraus. Bei den Gästen wurde Michael Liendl nach gut einer Stunde eingewechselt. Sein Wechsel war die Reaktion des Trainers auf den 0:2-Rückstand. Der Österreicher agierte dabei im zentralen Mittelfeld, konnte aber an der Niederlage nichts mehr ändern. In seinen Minuten auf dem Platz blieb Liendl recht blass. Ebenso wie Hosiner, der aber nur ein paar Minuten Spielzeit bekam.

Braunschweig konnte in Sandhausen einen Befreiungsschlag landen und mit 2:0 gewinnen. Bei den Gastgebern stand Marco Knaller im Tor und Stefan Kulovits, der zuletzt geschont wurde, agierte gemeinsam mit Linsmayer im defensiven Mittelfeld. Der Torhüter der Sandhäuser spielte einmal mehr fehlerfrei und konnte sich bei den Versuchen der Braunschweiger mehrmals gut in Szene setzen. Beim Gegentor hatte er nichts zu halten. Kapitän Kulovits war wie gewohnt die Schaltzentrale im Spiel des SVS und spielte die zweit meisten Pässe seines Teams. Er agierte dabei etwas unauffällig und konnte keine Torgelegenheit seiner Mannschaft initiieren. Der gewohnt zweikampfstarke Österreicher wurde schließlich in der 73. Minute ausgewechselt.

Im dritten Freitagsspiel standen sich die Würzburger Kickers und die SpVgg Greuther Fürth gegenüber. In einer äußerst dürftigen Zweitligapartie saß Jörg Siebenhandl bei den Gastgebern erneut nur auf der Bank. Bei den Gästen standen Christian Derflinger und Lukas Gugganig nicht im Kader. Der in den letzten Wochen stark agierende Robert Zulj startete erneut hinter den Spitzen im 3-4-1-2 System der Franken. Der Österreicher blieb aber wie seine gesamte Mannschaft hinter den Erwartungen zurück. Einzig seine Flanken und Freistöße ließen etwas Torgefahr aufkommen. Das Tor der Franken fiel, symptomatisch für das Spiel, als der Torhüter der Würzburger einen Freistoß von Zulj einem Fürther auf die Brust faustete, von wo aus der Ball den Weg ins Tor fand. Insgesamt eine ausbaufähige Leistung von Zulj.

Der Torgarant der 96er heißt Harnik

Am Samstag reiste Arminia Bielefeld zum Aufstiegaspiranten nach Hannover. Bei den Gästen stand der seit Dezember an der Schulter verletzte Manuel Prietl zwar wieder im Training, wurde für den Kader aber noch nicht berücksichtigt. Bei den Heimischen war Torhüter Samuel Radlinger wie gewohnt Ersatz und Martin Harnik startete dieses Mal als Solospitze im 4-2-3-1 System der Niedersachsen. In der 37. Minuten ließ sich der Topscorer nicht lange bitten, als er nach einem Foul an Karaman den anschließen Elfmeter trocken verwandelte. Ansonsten gab der Stürmer noch zwei Torschüsse ab und war wie gewohnt der Zielspieler im Spiel der Hannoveraner. Beim 2:2 Unentschieden war er der aktivste Offensivmann der Gastgeber.

Im zweiten Samstagsspiel war der der FC Heidenheim in Düsseldorf zu Gast. Bei den Gastgebern durfte Christian Gartner von Beginn an ran. Er spielte im 4-1-4-1 System mit Sobottka im zentralen Mittelfeld. Der Österreicher konnte aber nicht restlos überzeugen und wurde bereits nach gut einer Stunde ausgewechselt. Er schoss zwar zweimal aufs Tor, spielte aber relativ viele Fehlpässe und fand auch über den Zweikampf nicht ins Spiel. Ob Gartner nächste Woche erneut in der Startelf stehen wird ist somit mehr als fraglich. Bei den Gästen saß Rasner wie gewohnt 90 Minuten über auf der Reservebank.

Stuttgart marschiert weiter

Das Spitzenspiel am Sonntag fand in Stuttgart statt, denn der VfB hatte den 1. FC Kaiserslautern zu Gast. Florian Klein schaffte es bei den Heimischen wieder nicht in den Kader und wartet nun schon seit längerem auf einen Einsatz. Bei den Roten Teufeln war Stipe Vucur das gesamte Spiel über Ersatz und Philipp Mwene begann rechts hinten in der Viererkette. Der agile Außenverteidiger konnte erneut eine solide Leistung abrufen, stand aber beim Tor zum 2:0 etwas schlecht, als er eine Spur zu früh in die Mitte attackierte und seinen eigentlichen Gegenspieler auf linken Angriffsseite der Stuttgarter frei stehen ließ. Dieser dankte es ihm mit einem Tor. Ansonsten versuchte sich der U-Nationalspieler immer wieder in die Offensive einzuschalten, gab je einen Torschuss und eine Flanke ab und gewann die zweitmeisten Zweikämpfe seiner Mannschaft.

Beim Spiel zwischen Nürnberg und Bochum standen zwei Österreicher in der Startformation. Bei den Gastgebern spielte Georg Margreitter, der dieses Mal sogar die Kapitänsbinde tragen durfte, in der Innenverteidigung durch. VfL Bochum begann mit Dominik Wydra im zentral-defensiven Mittelfeld. Er ersetzte dabei den gesperrten Stiepermann. Margreitter spielte eine solide Partie, bei dem ihm kein grober Fehler unterlief. Dennoch konnte auch er nicht die Heimniederlage verhindern. Bei Standards ging immer wieder Gefahr von ihm aus, da er mit seiner Körpergröße und seiner Wucht oft der Zielspieler der Nürnberger bei Ecken ist. Im Spielaufbau war er deutlich aktiver als sein Partner in der Innenverteidigung Hovland. Wydra war bei den Gästen der Aktivposten im zentralen Mittelfeld, spielte viele Pässe und hatte auch eine ansprechende Zweikampfquote. In der Offensive konnte er, bis auf einen Torschuss, nur wenige Akzente setzen. Insgesamt war er vor allem mit Defensivaufgaben betraut, da die Nürnberger fast das gesamte Spiel über auf ein Tor spielten. Der langzeitverletzte Stöger war nicht im Kader.

Das dritte Sonntagsspiel war das einzige Match ohne Beteiligung eines Österreichers. In einem einseitigen Ostderby konnte sich Dresden mit 4:1 in Aue durchsetzen.

Heimsieg im Kellerduell

Am Montag konnte St. Pauli den Karlsruher SC vor heimischer Kulisse mit 5:0 besiegen. Bei den Gästen stand der verletzte Ylli Sallahi nicht im Kader und Hoffer begann vorerst auf der Bank. Jimmy Hoffer kam beim Stand von 3:0 für die Gastgeber für den schwachen Yamada. Durch seine Einwechslung stellte Trainer Slomka auf eine Doppelspitze um. Der pfeilschnelle Hoffer konnte das Offensivspiel der Karlsruher tatsächlich etwas ankurbeln und hatte die eine oder andere gute Aktion. Bei einem Schuss von ihm hatte Torhüter Heerwagen seine liebe Note, konnte ihn aber dennoch parieren. Insgesamt war die Vorstellung des Österreichers zwar ganz ansprechend, aber an der deutlichen Niederlage konnte er dennoch nichts mehr ändern.

Fazit

Der überragende Akteur aus heimischer Sicht war an diesem Wochenende ganz klar Christopher Trimmel. Wenn er diese Leistungen auf Dauer abruft, wird der ehemalige Rapidler zwangsläufig ein Thema für das Nationalteam sein. Harnik traf schon wieder und seine Torquote im Frühjahr ist richtig stark. Er zeigte ebenso wie Knaller, Mwene, Kulovits und Margreitter eine ansprechende Leistung. Wydra und Gartner konnten bei ihren Startelfeinsätzen nicht restlos überzeugen und müssen im Training Gas geben, um erneut die Chance von ihren Trainern zu bekommen. Der ansonsten stark agierende Zulj passte sich der Leistung seiner Mannschaft an und lieferte kein gutes Spiel ab. Liendl konnte sich bei seinem Einsatz nicht in Szene setzen und bleibt unter Neo-Trainer Pereira voraussichtlich Edelreservist. Hoffer zeigte bei seiner Einwechslung gute Anlagen, konnte am desolaten Auftreten seiner Mannschaft auch nichts ändern. Hosiner durfte sich immerhin über einen Kurzeinsatz beim Heimsieg seiner Berliner freuen. Sahin-Radlinger, Rasner, Pogatetz, Siebenhandl und Vucur verfolgten das Spielgeschehen von der Ersatzbank aus. Klein, Gspurning, Stöger, Gugganig, Derflinger, Sallahi und Prietl standen aus verschiedenen Gründen nicht im Kader ihrer Mannschaften.

Thomas Schützenhöfer, abseits.at

Thomas Schützenhöfer