In der 24. Runde der 2. Deutschen Bundesliga wurden mehrere Österreicher vom Verletzungsteufel heimgesucht und konnten an diesem Spieltag nicht mitwirken. Dennoch konnte der... 2. Deutsche Bundesliga: Der Legionärs-Check vom 24. Spieltag

_Christopher TrimmelIn der 24. Runde der 2. Deutschen Bundesliga wurden mehrere Österreicher vom Verletzungsteufel heimgesucht und konnten an diesem Spieltag nicht mitwirken. Dennoch konnte der ein oder andere Legionär überzeugen.

Trimmel in Hochform

Am Freitagabend standen drei Spiele auf dem Programm. Aue konnte sich zuhause mit einem 1:0 Sieg gegen den Karlsruher SC durchsetzen. Bei den Gästen standen Ylli Sallahi und Jimmy Hoffer verletzungsbedingt nicht im Kader. Hoffer zog sich unter der Woche im Training eine Teilruptur des Innenbandes zu und wird laut Trainer Slomka für mehrere Wochen ausfallen.

Bochum eroberte in Stuttgart durch das 1:1 Unentschieden einen Punkt. Erfreulich aus österreichischer Sicht war, dass Florian Klein wieder im Kader der Gastgeber stand. Er rutschte für den gesperrten Kaminski ins Aufgebot der Schwaben. Auf Einsatzminuten kam er aber nicht. Der verletzte Kevin Stöger fehlte ebenso im Kader der Bochumer wie der gesperrte Dominik Wydra und so stand kein einheimischer Spieler in Stuttgart auf dem Platz.

Union Berlin setzte in Hamburg seinen Erfolgslauf fort und konnte St. Pauli mit 2:1 besiegen. Bei den Gästen standen Christopher Trimmel und Emanuel Pogatetz in der Startformation. Philipp Hosiner und Michael Gspurning verfolgten das gesamte Spiel von der Ersatzbank aus. Der seit Wochen stark agierende Trimmel konnte einmal mehr überzeugen und machte auf seiner Position rechts hinten in der Viererkette gehörig Druck nach vorne. Er legte das zweite Tor durch eine starke Flanke auf, bei der er zuvor seinen Gegenspieler abschütteln konnte und anschließend genau den Kopf von Kreilach fand. Auch in der ersten Hälfte leitete der Österreicher eine gute Chance der Berliner durch einen perfekt getimten Pass ein. Außerdem ließ er defensiv nichts anbrennen, hatte mit die meisten Ballkontakte aller Spieler am Feld und wurde völlig zu Recht ins Team der Runde berufen. Emanuel Pogatetz durfte neben Leistner in der Innenverteidigung beginnen und tat sich teilweise schwer gegen den robusten Bouhaddouz. Er ließ sich bei der ersten großen Chance der Gastgeber von seinem Gegenspieler düpieren und verlor im Anschluss mehrere Kopfballduelle. Auch vor dem Gegentor konnte er den Ball in der Luft nicht klären. Insgesamt konnte er nicht restlos überzeugen und wird wohl nächste Woche wieder auf die Ersatzbank rutschen.

Hannovers Lebensversicherung heißt Harnik

Am Samstag verlor Würzburg zuhause mit 0:2 gegen Dynamo Dresden. Bei den Gastgebern war Jörg Siebenhandl wie gewohnt nur auf der Ersatzbank.

Die zuletzt schwächelnden Hannoveraner konnten einen glücklichen Heimsieg gegen die Münchner Löwen feiern. Michael Liendl schaffte es an diesem Wochenende nicht einmal mehr in den Kader der Löwen und wird sich wohl spätestens im Sommer Gedanken über seine sportliche Zukunft machen müssen. Da sein Vertrag ausläuft könnte ein Vereinswechsel im Sommer mehr als realistisch bei Liendl sein. Bei den Gastgebern startete Martin Harnik im Sturm und Samuel Radlinger saß 90 Minuten lang auf der Reservebank. Harnik agierte dabei als Solospitze im 4-2-3-1 System und kämpfte sich wie gewohnt im Sturmzentrum ab. In einem schwachen Spiel der 96er erzielte der Österreicher das Goldtor. Der Ball kam etwas glücklich zu ihm, doch der Stürmer steht zurzeit einfach dort, wo ein echter Goalgetter zu stehen hat. Er blieb vor dem herauseilenden Torhüter cool und schob den Ball aus knapp 16 Metern mit der Innenseite an Ortega vorbei. Ansonsten rackerte der Österreicher zwar viel, mehr als ein weiterer Torschuss sprang aber nicht mehr heraus. Insgesamt hatte er einen schwierigen Stand im Spiel der Hannoveraner, da er oft auf sich alleine gestellt war und wenig verwertbare Bälle bekam.

Pech mit Verletzung und Aluminium am Sonntag

Am Sonntag teilten sich Kaiserslautern und Heidenheim in der Pfalz die Punkte. Martin Rasner wartete erneut vergebens auf einen Einsatz und sah das Spielgeschehen von der Bank aus. Phillipp Mwene startete bei den Roten Teufeln wie gewohnt rechts hinten in der Viererkette und spielte dort recht unauffällig. Das Spiel war grundsätzlich eine eher schwache Zweitligapartie und Mwene konnte dabei nicht hervorstechen. Er spielte zwar einige Fehlpässe, stand aber auf seiner Abwehrseite gewohnt sicher. Stipe Vucur fand sich wieder im Kader der Lauterer und wurde bereits zur Hälfte eingewechselt. Vucur kam dabei für den defensiven Mittelfeldspieler Frey, agierte aber mit Heubach in der Innenverteidigung, da Koch ins defensive Mittelfeld aufrückte. Der Österreicher brachte gemeinsam mit Zoua etwas mehr Schwung ins Spiel der Roten, konnte aber nicht vollends überzeugen. Es gab immer wieder Unstimmigkeiten über die Zuteilung nach Eckbällen und Flanken. Aus einer solchen Situation resultierte auch schließlich das Tor. Vucur wird sich in Zukunft wohl weiter hinter anstellen müssen, wenn es um die begehrten Plätze in der Innenverteidigung geht.

Sandhausen und Greuther Fürth trennten sich ebenfalls mit einem 1:1 Unentschieden. Bei den Franken standen Christian Derflinger und Lukas Gugganig wieder im Kader, wurden aber nicht eingewechselt. Ein anderes Bild gab es bei Robert Zulj, der wie immer von Beginn an spielte, aber nach knapp einer halben Stunde verletzt vom Platz musste. Bis dorthin gab er bereits einen Torschuss ab. Er verletzte sich schon nach 15 Minuten bei einem Luftzweikampf am Oberkörper und musste minutenlang behandelt werden, ehe er dann endgültig ausgetauscht wurde. Am Montag stand schließlich fest, dass es sich bei der Verletzung um eine starke Rippenprellung handelt und er für das nächste Spiel gegen Stuttgart fraglich ist. Auf der Gegenseite spielte Marco Knaller im Tor und Kapitän Stefan Kulovits agierte im defensiven Mittelfeld. Der Torhüter war beim Gegentreffer machtlos, zeigte aber im Eins-gegen-Eins sein ganzes Können und hielt sehr stark. Auch auf der Linie ist der Österreicher eine Bank. Einzig in der Strafraumbeherrschung ist der Schlussmann teilweise etwas unsicher, was aber seine Leistungen in den letzten Wochen auf keinen Fall schmälern soll. Kulovits agierte zweikampfstark und spielte die meisten Pässe aller Mittelfeldspieler. Im 4-2-3-1 System von Trainer Kocak war er vor allem für die Defensive verantwortlich und schaltete sich daher nur sporadisch in das Angriffsspiel ein. Insgesamt ein unauffälliges Spiel des Österreichers.

Nürnberg besiegte zuhause die abstiegsbedrohten Bielefelder durch ein Tor von Petrak mit 1:0. Georg Margreitter agierte bei den Franken in der Innenverteidigung im 4-1-4-1 System. Dabei gab er die meisten Torschüsse seiner Mannschaft ab, da er sich nach Standards extrem gut durchsetzen konnte und einen Kopfball sogar an die Stange setzte. Er war dieses Mal der zentrale Akteur in der Spieleröffnung der Nürnberger und spielte die meisten Pässe aller Männer im Trikot der Franken. Außerdem war er an vielen Ballbesitzphasen beteiligt und leistete sich in der Defensive keine Schnitzer. Eine mehr als solide Leistung des Abwehrspielers. Bei den Gästen kam Manuel Prietl erneut zu einem Kurzeinsatz. Er wurde in der 86. Minute eingewechselt, konnte aber die Niederlage seiner Arminia nicht mehr verhindern.

Gartner in der Startelf und das Fazit

Am Montag konnte Braunschweig drei Punkte aus Düsseldorf entführen. Christian Gartner startete bei den Gastgebern auf der 8er-Position im 4-1-4-1 System der Fortuna. Er war bemüht und versuchte das Spiel der Düsseldorfer anzukurbeln, was ihm aber nur bedingt gelang. Die Bälle wurden zwar gut von ihm im Mittelfeld verteilt, doch in der Zweikampfführung hatte der junge Mann noch so seine Defizite. Insgesamt eine solide Leistung des Österreichers, der nach knapp 70 Minuten für Bellinghausen Platz machen musste.

Martin Harnik konnte sich einmal mehr in die Torschützenliste eintragen und zeigte ebenso wie Kulovits, Mwene, Gartner und Margreitter eine engagierte Leistung. Hervorzuheben ist einmal mehr Christopher Trimmel, der zurzeit in bestechender Form agiert und ein Vater des Erfolges der Union ist. Die beiden Verteidiger Pogatetz und Vucur haben noch Verbesserungspotential nach ihren gezeigten Leistungen. Torhüter Knaller ist und bleibt ein solider Schlussmann und konnte dies auch im letzten Spiel unter Beweis stellen. Robert Zulj verletzte sich und muss um das Spiel am kommenden Wochenende bangen. Prietl durfte nach seiner langen Verletzungspause erneut ein paar Minuten Zweitligaluft schnuppern. Klein, Radlinger, Siebenhandl, Gspurning, Hosiner, Rasner, Derflinger und Gugganig saßen bei ihren Vereinen nur auf der Bank. Liendl, Sallahi, Hoffer, Wydra und Stöger fehlten aus unterschiedlichen Gründen im Kader ihrer Mannschaften.

Thomas Schützenhöfer, abseits.at

Thomas Schützenhöfer

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