Insgesamt acht Spieler sind neu in der zweiten deutschen Bundesliga. Mit dabei sind ein Aufsteiger und mehrere Neuzugänge, wobei sich der eine oder andere... 2. Deutsche Bundesliga: Legionärs-Check: Die Neuzugänge

Insgesamt acht Spieler sind neu in der zweiten deutschen Bundesliga. Mit dabei sind ein Aufsteiger und mehrere Neuzugänge, wobei sich der eine oder andere bereits einen Startplatz erkämpfte. Im zweiten Teil der Kolumne soll ein kurzer Überblick über die Neuzugänge gegeben werden und wie sich diese bei ihren Teams eingelebt haben. Auch ein Spieler, welcher den Verein innerhalb der Liga gewechselt hat, hat sich in diese Auflistung geschummelt.

Lukas Hinterseer: ehemals FC Ingolstadt – jetzt VfL Bochum

Der Stürmer wurde gemeinsam mit Diamantakos als Hoffnungsträger für die Offensive verpflichtet und der Österreicher fühlt sich bereits sehr wohl in seiner neuen Heimat. Während der turbulenten Saisonvorbereitung beim VfL, in der Trainer Verbeek seinen Hut nehmen musste und sich Hinterseer am Knie verletzte, hinterließ der Ex-Ingolstädter in einigen Spielen einen guten Eindruck. Am ersten Spieltag fehlte er noch verletzt, aber beim zweiten Match in Duisburg durfte er von Beginn an ran und zeigte eine engagierte Leistung, bei der er robust agierte und einen Torschuss abgab. Die Richtung stimmt beim Tiroler und es wird wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis ihm sein erstes Tor gelingt.

Lukas Jäger: ehemals SCR Altach – jetzt 1. FC Nürnberg

Der Senkrechtstarter der letzten Saison aus dem Ländle wagte im Sommer einen großen Schritt und schloss sich bereits Ende Mai dem Traditionsverein aus dem Frankenland an. Er absolvierte die gesamte Vorbereitung mit dem Team, kam auf etliche Testspielminuten, saß aber an den ersten beiden Spieltagen nur auf der Bank. Es dürfte keine leichte Saison für ihn werden, da der Konkurrenzkampf in der Nürnberger Innenverteidigung groß ist. Ob er sich auf seiner angestammten Position durchsetzen kann oder auf die rechte Abwehrseite ausweichen muss, bleibt offen. Sicher ist nur, dass er bestimmt seine Chance bekommen wird und dann die Gunst der Stunde nutzen muss.

Nikola Dovedan: ehemals SCR Altach – jetzt 1. FC Heidenheim

Dovedan wechselte Anfang Juli nach Heidenheim und saß an den ersten beiden Spielen auf der Ersatzbank. Das Eröffnungsspiel gegen Aue musste abgebrochen werden, aber in der zweiten Partie durfte er 30 Minuten mitmachen und zeigte sich dabei sehr spielfreudig. Obwohl er selbst meint, dass das körperbetonte Spiel und die vielen langen Bälle ihm zurzeit noch nicht so recht entgegenkommen, ist Heidenheim der richtige Karriereschritt für ihn. Im offensiv sehr variablen 4-1-4-1-System von Trainer Schmidt kann Dovedan auf mehreren Positionen agieren und wird so bestimmt auf seine Einsatzzeiten kommen.

Sascha Horvath: ehemals SK Sturm Graz – jetzt Dynamo Dresden

Der kleine Ballzauberer entschied sich für einen Wechsel nach Deutschland, hat aber noch Schwierigkeiten in Dresden richtig Fuß zu fassen. Obwohl Trainer Neuhaus viel von ihm hält und ihn als sehr beweglich und ballsicher bezeichnet, kam er bis dato nur beim ersten Spiel zum Einsatz. Da wurde er nach rund 55 Minuten eingewechselt. Beim knappen Heimsieg war er zwar sehr bemüht, viel lief bei Horvath aber noch nicht zusammen. Möglicherweise ist der Respekt vor der gigantischen Kulisse in Dresden noch zu groß. Fest steht einzig, dass der Dribbler bestimmt das Zeug dazu hat, in Dresden eine wichtige Rolle zu spielen.

Patrick Möschl: ehemals SV Ried – jetzt Dynamo Dresden

Laut Trainer Neuhaus kommt Möschl über Tempo und Mentalität ins Spiel, und genau diese Fertigkeiten in Dresden sind gefragt. Aufgrund einer starken Vorbereitung stand der Offensivmann beide Male in der Startelf und hatte wesentlichen Anteil an den vier eroberten Punkten. Er ist bereits richtig in Dresden angekommen und agiert sehr auffällig. Möschl fordert permanent den Ball, hat starke Laufwege und ist auf dem Platz sehr präsent und umtriebig. Obwohl er tolle Ansätze aufweist, bleibt abzuwarten, ob er den starken Gogia, der jetzt bei Union Berlin kickt, ersetzen kann.

Konstantin Kerschbaumer: ehemals Brentford – jetzt Arminia Bielefeld

Nach einer enttäuschenden letzten Saison in England wollte Kerschbaumer bereits im Winter den Verein verlassen; ein Wechsel zu Bielefeld zerschlug sich damals aber. Doch Arabi, der Sportdirektor der Arminia, blieb an ihm dran und konnte ihn schlussendlich per Leihe nach Bielefeld holen. Nach einer starken Vorbereitungsphase und einem Traumtor beim Spiel gegen Wuppertal, stand er bei beiden Matches in der Startformation und lieferte zwei solide Leistungen ab. Wobei zu bemerken ist, dass er der Nutznießer der Verletzung von Tom Schütz ist, der ansonsten wohl statt ihm in der Startelf geständen wäre. Nichts desto trotz erledigte Kerschbaumer seine Sache ganz ordentlich, agierte sehr passsicher und machte gemeinsam mit Prietl im zentralen Mittelfeld die Schotten dicht. Weitere Startelfeinsätze werden mit Gewissheit folgen.

Niklas Hoheneder: Aufsteiger mit Holstein Kiel

Nach dem etwas überraschenden Aufstieg der Störche darf Hoheneder in dieser Saison in Liga Zwei kicken. In der Vorbereitung kam er auf viele Einsatzminuten, wobei er in der Innenverteidigung und als Abräumer vor der Abwehr agierte. Die Aufstiegssaison lief für den Österreicher recht durchwachsen, denn im Frühjahr kam er meist über die Rolle des Ergänzungsspielers nicht hinaus. Zusätzliche Konkurrenz verspricht die Verpflichtung von Kinsombi, der ebenfalls ein gelernter Innenverteidiger ist. Dennoch ist Hoheneder aufgrund seiner Erfahrung ein wichtiger Spieler im Kader von Trainer Markus Anfang und wird bestimmt das ein oder andere Spiel von Beginn an ran dürfen.

Christoph Schösswendter: ehemals Rapid Wien – jetzt Union Berlin

Der ehemalige Rapidler wechselte, doch etwas überraschend, Mitte Juli in die deutsche Hauptstadt und trifft dort auf drei weitere heimische Kicker. Die Eingewöhnungsphase verlief ganz gut und so wurde er bereits am ersten Spieltag für ein paar Minuten ins Spiel gebracht, um mit seiner Wucht den knappen Vorsprung über die Runden zu bringen. Bei der Union erwartet ihn aber ein harter Konkurrenzkampf, denn die Berliner haben insgesamt vier Innenverteidiger in ihrer Mannschaft, wobei jeder von ihnen die Berechtigung hätte, in der zweiten Liga aufzulaufen. Infolge dessen stand der baumlange Defensivmann am zweiten Spieltag nicht im Kader. Wichtig wird für den Österreicher sein, sich auf das schnelle und körperbetonte Spiel in Deutschland einzustellen und mit starken Trainingsleistungen in die erste Elf zu drängen. Das Potential ist bei ihm auf jeden Fall vorhanden.

Dominik Wydra: ehemals VfL Bochum – jetzt Erzgebirge Aue

Der Mittelfeldmann ist bereits ein bekanntes Gesicht und stellt eine Ausnahme in dieser Liste dar, denn er war schon letztes Jahr in der zweiten deutschen Liga aktiv, jedoch schnürte er damals noch seine Stiefel für den VfL Bochum. Obwohl Wydra mit vielen Vorschusslorbeeren nach Aue kam, eine gute Vorbereitung absolvierte und auch der Präsident voll des Lobes für ihn ist, saß der Österreicher in den ersten beiden Runden nur auf der Bank und wartet noch auf seine ersten Pflichtspielminuten im Dress der Erzgebirgler. Der Rackerer fürs defensive Mittelfeld hat laut eigener Aussage ein gutes Verhältnis zum Trainerstab und wird sich gewiss in die Mannschaft reinbeißen und auf seine Einsatzminuten kommen. Man darf gespannt, ab wann er die Fäden im Mittelfeld der Auer ziehen wird.

Die Jungstars: eine Neuerung im Format

In dieser Saison stehen auch sechs Jungstars im Fokus, die vorwiegend in den Zweiervertretungen ihrer Teams zum Einsatz kommen. Neben Christoph Derflinger, der bereits in der letzten Saison einige Spiele für Greuther Fürth bestritten hat, stehen auch Patrick Hasenhüttl, Alex Kogler (beide Ingolstadt), Johannes Kreidl, David Domej (beide Nürnberg) und Mario Andric (Kaiserslautern) im Blickfeld. Falls eines dieser vielversprechenden Talente den Sprung in den Kader der ersten Elf schafft, wird darüber ausführlich berichtet werden.

Thomas Schützenhöfer, abseits.at

Thomas Schützenhöfer

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